28.03.2020 | 15:40 Uhr Eisdielen in der Coronakrise: Liefern statt Cafébetrieb

Die Sonne lacht und die frühlingshaften Temperaturen laden zu einem Spaziergang und einem leckeren Eis ein. Doch Eiscafés müssen geschlossen bleiben. Ausgangsbeschränkungen und die Abstandsregelungen erschweren das Vergnügen an der Eistheke um die Ecke. Einige Eisdielen bieten deswegen einen Lieferservice nach Hause an.

Eiswaffeln mit verschiedenen Sorten Eis liegen nebeneinander auf einem Tisch.
Bildrechte: IMAGO

Normalerweise ist der Außenbereich beim Eiscafé Marschner in Chemnitz bei Sonnenschein immer gut gefüllt. Doch die Allgemeinverfügung des Freistaates Sachsen verbietet derzeit das Betreiben des Cafés. Inhaber Andreas Marschner liefert deswegen die kalten Köstlichkeiten seit einer Woche auch direkt an die Haustür.

"Es wird sehr gut angenommen und wir haben jeden Tag Bestellungen", erzählt Marschner. Zwei Mal am Tag dreht der Lieferdienst in der näheren Umgebung des Eiscafés seine Runden. Zusätzlich gibt es eine Abendrunde, in der auch andere Stadtteile beliefert werden. Die werden jeden Tag auf der Facebookseite bekanntgegeben.

Eislieferung mit Mundschutz

Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird die Tüte mit dem Eis und eine kleine Schale für das Geld vor die Tür gestellt. "Dann können die Leute das Geld in die Schale legen und dadurch kontaktfrei zahlen", so Marschner. Auch eine EC-Kartenzahlung ist möglich. Zusätzlich hat er einen Mundschutz besorgt, um sich und die Kunden zu schützen.

Das Eiscafé Venezia in Dresden am Goldenen Reiter war am 28.3.2020 geschlossen. Die Sonne schien, aber alle Plätze waren unbesetzt.
Das Eiscafé Venezia in Dresden am Goldenen Reiter war am 28.3.2020 geschlossen. Die Sonne schien, aber alle Plätze waren unbesetzt. Auch der Straßenverkauf war nicht geöffnet. Bildrechte: MDR/Kathrin König

Geliefert werden allerdings nur Familienpackungen mit 20 Kugeln. Die kostet 18 Euro. Sonst würde sich der Aufwand nicht lohnen. Der Umsatz aus dem sonst gut gefüllten Außenbereich fehlt dem Unternehmer. Dieser könne durch den Lieferservice nicht kompensiert werden.

Doch so kann der Laden auf Sparflamme weitertuckern und wir müssen bei Aufhebung der Beschränkungen nicht bei Null anfangen.

Andreas Marschner Inhaber Eiscafé Marschner

Die verfügbaren Eissorten werden jeden Tag im Internet aktualisiert. Zur Abwechslung werden die Sorten regelmäßig ausgetauscht.

Straßenverkauf weiterhin geöffnet

Der Straßenverkauf bei Marschner ist auch weiterhin geöffnet. "Das ist weiterhin erlaubt, wenn auch mit verschärften Regeln", so Marschner. "Wir haben Abstandslinien geklebt und Hinweistafeln aufgestellt." Trotzdem drängen sich die Menschen an der Eisdiele. Auch die Polizei war schon da, um auf die Abstandsregeln hinzuweisen. "Wenn sich die Leute nicht daran halten, müssen wir den Straßenverkauf schließen", sagt er.

Eislieferungen auch in Mittweida

Das Eiscafé Venezia in Mittweida hat neben dem Cafébetrieb auch den Straßenverkauf eingestellt. "Wir waren uns nicht sicher, ob es noch erlaubt ist und wollten keine Strafe riskieren", sagt Inhaber Guiseppe Gobbo.

Auch er ist in der Zwischenzeit auf einen Lieferservice umgestiegen. Geliefert wird in Mittweida, Alttmittweida, Dreiwerden und Lauenhain mit einem Mindestbestellwert. Bei geringeren Mengen ist eine Abholung im Laden möglich.

Kontaktlose Barzahlung an der Haustür

Um die Sicherheit der Eislieferanten sicherzustellen, sind sie mit Schutzmasken und Handschuhen ausgestattet. Das Geld wird von den Kunden auf ein kleines Tablett gelegt, um eine kontaktlose Zahlung zu ermöglichen. "Wir haben mit unserer Bank gesprochen, um ein mobiles EC-Kartengerät zu bekommen", so Gobbo. Solange ist nur Barzahlung möglich.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 28.03.2020 | 19:00 Uhr

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