Mittweida Cotesa-Übernahme durch Chinesen perfekt

Eine Hängepartie für Unternehmen und Beschäftigte ist beendet: Der Zulieferer Cotesa kann unter neuen Eigentümern zulegen. Hinter den Investoren steht ein chinesischer Staatskonzern. Die Übernahme hatte auch das Wirtschaftsministerium auf den Plan gerufen. Die sächsischen Standorte sollen von dem Geschäft profitieren.

Der Flugzeugbau-Zulieferer Cotesa in Mittweida ist von dem chinesischen Konzern AT&M übernommen worden. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte MDR SACHSEN den Abschluss des Prüfverfahrens. Zu Einzelheiten äußere man sich grundsätzlich nicht, sagte eine Sprecherin. Bisher sei eine derartige Übernahme aber noch nie untersagt worden. Seit Dezember hatte das Bundeswirtschaftsministerium geprüft, ob das Geschäft mit dem Außenhandelsrecht vereinbar ist.

Hüsken: Standorte in Sachsen profitieren

Unternehmenschef Jörg Hüsken erklärte, der Kauf durch AT&M sei endgültig besiegelt worden. Durch die Übernahme erhalte Cotesa Zugang zum chinesischen Markt. Künftig wollen die Sachsen auch den staatlichen chinesischen Flugzeugbauer Comac beliefern. Hüsken sagte, beide sächsischen Standorte in Mittweida und Mochau würden ausgebaut. Er rechne damit, dass die Mitarbeiterzahl in den nächsten drei Jahren von 750 auf rund 1.200 steige. Der chinesische Konzern begrüßte den Abschluss des Verfahrens und kündigte den Neubau eines Werkes in China an.

Cotesa stellt in Mitteida und Mochau Faserverbundstoffe für Flugzeuge von Airbus und Militärhubschrauber von Boeing her. In diesem Jahr peilt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von 65 bis 70 Millionen Euro an.

Diskussion um Engagement chinesischer Konzerne

Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" mehren sich unter den Wirtschaftspolitikern der großen Koalition die Stimmen für eine härtere Gangart gegenüber China. "Wir müssen genauer hinschauen, wenn chinesische Unternehmen mit staatlicher finanzieller Unterstützung in Europa auf Einkaufstour gehen und strategisch wichtige Hochtechnologieunternehmen erwerben", sagte der SPD-Bundestagsfraktionsvize für Wirtschaft Sören Bartol. CDU-Fraktionsvize Carsten Linnemann sprach sich für "ein stabiles EU-China-Investitionsabkommen" aus.

Die Bundesregierung hatte ihr Vetorecht gegen die Übernahme strategisch wichtiger Firmen durch ausländische Investoren ausgebaut. Das Wirtschaftsministerium kann eine Übernahme prüfen, wenn ein ausländischer Interessent mit Sitz außerhalb der EU mindestens 25 Prozent der stimmberechtigten Anteile kauft. Das gilt vor allem für strategisch wichtige Branchen wie Telekommunikation/IT, Rüstung oder Strom- und Wasserversorgung, wo Sicherheits- und Landesinteressen oder die Versorgung bedroht sein könnten.

Quelle: MDR/kb/dpa/Reuters

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.05.2018 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2018, 15:17 Uhr

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2 Kommentare

20.05.2018 10:24 Jacki Cola 2

Klasse dann gibt's jetzt noch weniger Lohn statt mehr. Vllt sollte ich Regale im Netto auffüllen da gibt's 2 Euro mehr die Stunde.

18.05.2018 16:27 jackblack 1

China kauft den Mittelstand, die amerikanischen Hedgefonds und russische Oligarchen kaufen die Immobilien und den Rest regelt die Mafia aus aller Herren Länder, was bleibt eigentlich noch für den deutschen Steuermichel übrig ??? ZAHLEN !!!

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