Eine große Menge von Demonstranten wird durch eine Kette von Polizeifahrzeugen getrennt. Einige Menschen schwenken Deutschlandfahnen.
Bereits am Montag waren in Chemnitz Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Auf der Seite der rechten Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" demonstrierten 6.000 Menschen. Zu den Gegenprotesten kamen rund 1.000 Teilnehmer. Bildrechte: xcitePRESS

Proteste am Wochenende Demonstrationen in Chemnitz und Plauen

Die rechte Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" hat für Sonnabend zu Protesten in Chemnitz aufgerufen. Rund 70 Organisationen wollen gegen die Veranstaltung demonstrieren. Die Polizei rechnet mit Tausenden Teilnehmern. Auch in Plauen sind Demonstrationen angemeldet.

Eine große Menge von Demonstranten wird durch eine Kette von Polizeifahrzeugen getrennt. Einige Menschen schwenken Deutschlandfahnen.
Bereits am Montag waren in Chemnitz Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Auf der Seite der rechten Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" demonstrierten 6.000 Menschen. Zu den Gegenprotesten kamen rund 1.000 Teilnehmer. Bildrechte: xcitePRESS

Chemnitz und Plauen steht ein vielfältiges Protestwochenende bevor. Mehr als 70 Vereine, Organisationen, Initiative und Privatpersonen wollen am Sonnabend unter dem Motto "Herz statt Hetze" auf die Straße gehen. Zu der Demonstration werden auch die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig (SPD) sowie die Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir von den Grünen und Dietmar Bartsch von der Links-Partei erwartet.

Chemnitz: Protest für Weltoffenheit vs. Schweigemarsch

In dem Demonstrationsaufruf heißt es: "Anlass ist die schreckliche Gewaltbereitschaft und die von Hass getragenen Szenen in der Stadt. Wir laden ausdrücklich alle Chemnitzerinnen und Chemnitzer ein, sich an der Kundgebung zu beteiligen." DGB-Regionsgeschäftsführer Ralf Hron sagte: "Chemnitz hat auch in der Vergangenheit bewiesen, dass wir weltoffen, tolerant und vor allem menschlich auf rechtsextreme Provokationen und Aufmärsche reagieren." Chemnitz lebe von Weltoffenheit und werde diese zu verteidigen wissen.

Die Ereignisse seit dem Tod eines 35-jährigen Mannes durch eine Messerattacke am vorigen Sonntag hätten der Stadt geschadet, sagte Detlef Müller. Der Chemnitzer SPD-Bundestagsabgeordnete zählt zu den Unterzeichnern des Aufrufes. Das Bild, das seither von der Stadt um die Welt gehe, habe vieles von dem kaputt gemacht, was über Jahre aufgebaut worden sei. "Wir wollen zeigen, dass es eine aktive Zivilgesellschaft gibt", sagte Müller.

Am Sonnabend will auch die AfD in Chemnitz auf die Straße gehen. Sie hat gemeinsam mit Pegida einen Schweigemarsch durch die Stadt organisiert. Parallel dazu hat auch die rechtspopulistische Bewegung "Pro Chemnitz" zu einer Demonstration aufgerufen. In Chemnitz werden am Wochenende mehrere Tausend Demonstranten erwartet.

Plauen: Rechtsextreme Demonstration vs. Gegenproteste am Weltfriedenstag

In Plauen waren die Veranstaltungen schon seit Monaten angemeldet. Die Neonazipartei "Der III. Weg" will am 1. September durch die Innenstadt laufen. Diese Provokation am Weltfriedenstag, der an den Beginn des Zweiten Weltkrieges und millionen Kriegsopfer erinnert, wollen Parteien, Kirchen, Bürgerinitiativen und Vereine in Plauen nicht unwidersprochen lassen. Das teilten sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Sie haben mehrere Aktionen und Demos in der Innenstadt gemeinsam geplant.

In einem Appell an alle Demonstrationsteilnehmer sagte Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer: "Besonnenheit ist das Gebot der Stunde. Das Wichtigste für alle, die vorhaben, an Kundgebungen teilzunehmen, ist - 'keine Gewalt!'" Er erinnerte alle an die Kernpunkte von Demokratie, die zum Demonstrationsrecht dazugehörten: Demokratie zeichne sich durch gegenseitige Achtung, Respekt und Menschlichkeit aus. Im Herbst 1989 hätten Plauener bei 23 Samstagsdemonstrationen Demokratie eingefordert. "Lassen Sie uns diese Demokratie nicht leichtfertig in Frage stellen und gegen jegliche extreme Anfeindungen verteidigen" appellierte Oberdorfer und wünschte seiner Stadt "einen friedlichen Weltfriedenstag".

Quelle: MDR/mwa/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.08.2018 | 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 01. September 2018, 09:54 Uhr

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