Ein Altbau in Chemnitz. Im Erdgeschoss werden Geschäftsräume renoviert.
In diesem Haus soll im Erdgeschoss ein Bürgerbüro von Pro-Chemnitz entstehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Diskussion Bündnis wehrt sich gegen Pro-Chemnitz-Bürgerbüro

Die rechte Bewegung Pro-Chemnitz will ein Bürgerzentrum in der Innenstadt eröffnen. Das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" hat dagegen Widerstand angekündigt und will darüber diskutieren - aber nicht mit jedem.

Ein Altbau in Chemnitz. Im Erdgeschoss werden Geschäftsräume renoviert.
In diesem Haus soll im Erdgeschoss ein Bürgerbüro von Pro-Chemnitz entstehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" will ein geplantes Bürgerzentrum der Vereinigung "Pro-Chemnitz" verhindern. Unter dem Motto "Nein zum 'Pro-Chemnitz-Begegnungszentrum für Patrioten'" lädt das Bündnis am Montagabend zu einer Anwohnerversammlung ins Kino "Weltecho" ein. Dort wollen die Veranstalter mit Bewohnern des Viertels diskutieren, wie sie mit den Plänen von Pro-Chemnitz umgehen sollen.

Diskussion über den Umgang mit Pro-Chemnitz-Treff

Das Bürgerbüro von Pro-Chemnitz soll in einem Haus in der Braustraße eröffnet werden. Dort befindet sich auch die Rechtsanwaltskanzlei des Pro-Chemnitz-Chefs Martin Kohlmann. "In diesem Gebiet wohnen viele Ausländer. Und bei der letzten Pro-Chemnitz-Demonstration haben Teilnehmer gerufen 'Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!'", sagte Einde O'Callaghan vom Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" MDR SACHSEN. Er wisse, dass viele Leute, die dort wohnten, besorgt seien. O'Callaghan befürchtet, dass das geplante Büro zu einem Treff für Rechte aus ganz Sachsen oder Deutschland wird. "Es gibt dort einen Kinderspielplatz, einen Kindergarten und eine Schule. Dort sind überall ausländische Kinder. Und deshalb wollen wir mit den Leuten reden, wie man mit einem solchen Büro umgehen soll", so der Ire, der seit 27 Jahren in Chemnitz lebt.

Kontroversen um Teilnehmer

Das "Weltecho" in Chemnitz. Ein Kino, Café und Veranstaltungsort.
Zur Diskussion im Weltecho hat der Veranstalter "Rassisten" und "Faschisten" ausgeladen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Pro-Chemnitz-Chef Kohlmann versteht die Aufregung nicht. Die Arbeiten in dem Büro liefen nach Plan, sagte er MDR SACHSEN. Derzeit befinde man sich im Innenausbau und hoffe, das Bürgerbüro Ende Februar oder Anfang März eröffnen zu können. "Ich werde nicht zu der Veranstaltung im 'Weltecho' gehen, da man schon im Vorfeld gesagt hat, mich nicht reinzulassen", so der Pro-Chemnitz-Chef. Dass die Veranstalter nicht mit Pro-Chemnitz-Anhängern reden wollten, sei bezeichnend und zeige, dass sie gar nicht an einem Dialog interessiert seien.

"Wir geben Rassisten und Faschisten keine Plattform", begründet O'Callaghan die Entscheidung, keine Sympathisanten von Pro-Chemnitz zur Diskussionsveranstaltung zuzulassen. Er sehe auch die Gefahr, dass Leute eingeschüchtert werden könnten, wenn Kohlmann und seine Leute an dem Treffen im "Weltecho" teilnehmen dürften.

Pro-Chemnitz ohne Fraktionsstatus im Stadtrat

Die rechte Bürgervereinigung Pro-Chemnitz hatte vor wenigen Tagen ihren Fraktionsstatus im Stadtrat eingebüßt. Von den bisher drei Stadträten sind nach dem Rücktritt von Joachim Ziems nur noch zwei übrig. Ein Nachrücker soll nach den Plänen Kohlmanns bei der nächsten Stadtratswahl vereidigt werden, sodass Pro-Chemnitz dann wieder ein Fraktion im Stadtparlament bilden könnte.

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.01.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 17:50 Uhr

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28 Kommentare

23.01.2019 16:59 Frank L. 28

an MDR Redaktion Ja ich weiß, ich bin in meinen Kommentar vom Thema abgewichen , sah mich aber genötigt dem Vorwurf der Lüge in Komm. 22 etwas zu entgegnen. Kommt nicht wieder vor. Ehrenwort!

[Danke. :) Ihre MDR.de-Redaktion]

23.01.2019 16:32 Frank L. 27

an Janes@22 So so , ich verbreite Lügen? Mittlerweile unzählige Brandanschläge auf Fahrzeuge von Missliebigen Personen und Institutionen, aktuell auf Fahrzeuge der DB hier in LE, generalstabsmäßig geplante Angriffe auf Gerichtsgebäude und Polizeistationen, auch jetzt aktuell, von den unzähligen Sachbeschädigungen will ich gar nicht reden. Und auch vor schweren Körperverletzungen schrecken ihre "Aktivisten" nicht mehr zurück, nein es wird sogar gefordert ,und das nicht erst seit dem Fall Magnitz. Und sie wissen doch auf welcher Seite man die "Bekennerschreiben" einsehen kann. Aber ich lüge ! Alles klar! Dann lügen VS ,Polizei und Ermittlungsbehörden aber auch. Und der Datenveröffentlicher war jetzt auch Rechtsextremist? Wird ja immer besser. Ihr Kommentar ist mal wieder der beste Beweis , das es dringend eines Gegenpol zur linken Seite bedarf, selbst wenn es erst mal nur ein Bürgerbüro ist.

[Liebe User, bitte bleiben Sie beim Thema. Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben. Ihre MDR.de-Redaktion]

23.01.2019 15:17 Willy 26

@ 2 5 wunderbar dieser Kommentar , habe herrlich gelacht darüber ,wo mir sonst über das grauenvolle Deutschl.. das lachen vergangen ist, anders konnte man es dem gegenüber nicht schreiben, klasse, aber ich vermude das würd der nicht begreifen.

23.01.2019 10:15 Günter Kromme an Janes 25

#12 Hallo Janes, mit dem Satz über die Kanzlerin haben sie aber echt einen BRÜLLER des Jahres gelandet. Was allerdings vermuten lässt das sie 2015 im Koma lagen und auch sonst die ganze Flüchtlingspolitik erfolgreich verschlafen haben. Es ist NICHT Inhalt und Ziel des Asylrechts Deutschland zu einem Allinclusive-Siedlungsgebiet für Jedermann aus Überall zu machen. Und dafür steht unter anderen auch Pro-Chemnitz. Ich verstehe allerdings auch das es einfacher ist gegen alle Kritiker der grün-roten-schwarzroten Politik mit angelesenen Parolen des sogenannten Qualitätsjournalismus zu hetzen anstatt mal selber zu hören, zu sehen und nachzudenken. Und glauben sie mir, sie werden erstaunliche Erkenntnisse gewinnen wenn sie anstatt zu hetzen einfach mal hinterfragen. Dann werden Sie z.B. erfahren das es die Hetzjagden die Merkel gesehen haben will (war sie vor Ort?), und die letztlich zur Schmudelaffäre Maaßen geführt haben,
nicht stattgefunden haben, siehe Landesschef von Sachsen!

23.01.2019 00:58 Kein Einstein 24

Es wird Zeit, dass sich endlich ein Bündnis für Deutsche gründet. Damit endlich die Stimme erhoben wird für die Menschen, die Deutschland nach diesem schrecklichen Krieg wieder aufgebaut haben und auch für die Menschen, die als Fremde und Gastarbeiter gekommen sind und mittlerweile als Freunde, gut integriert und anerkannt (oftmals als deutsche Staatsbürger mit ausländischen Wurzeln) hier leben.

Deren Leistung soll diese Bündnis gegen Rassismus erst mal erbringen bzw. würde es dieses Bündnis ohne diese genannten Menschen gar nicht geben.

Weiter bin ich der Meinung, dass man diese überwiegend "linksrotgrünen" Bündnisse auch vom Verfassungsschutz beobachten sollten. Denn wer die Parolen skandiert: "Deutschland verrecke, Deutschland die mieses Stück Sch...se oder nach Bomber Harris ruft" stellt eine sehr große Gefahr für die demokratische Ordnung in Deutschland da.

22.01.2019 22:14 Janes 23

@Frank L. 21: Und noch als Nachtrag, weil sie ja so neidisch auf die Wahlerfolge der Grünen schauen. Der durchschnittliche Grünen (und FDP!) Wähler ist gut bis sehr gut gebildet und gehört mindestens zur Mittelschicht.

Ich bin sicher, dass diese Leute kritischer sind als die, die sie hier meinen. Mainstream ist es eher schön konservativ oder rechts zu wählen. Da muss man nicht denken (sofern man überhaupt kann) und kann sich stets gegen Ausländer aussprechen. Feine Sache Fischfilet

22.01.2019 22:09 Janes 22

@ralf meier 17: Verschwöhrungstheoretiker dieser Welt, vereinigt euch!

@Frank L. 21: Na Silvester zum Beispiel, wo der Rechtsextremist 18 Menschen über den Haufen gefahren hat. Oder der junge Mann, der rechten Szene zugehörig, der die Privaten Daten von Hunderten Menschen veröffentlich hat. Oder der NSU, Terrorzelle aus Freiberg, die Infantile Bewegung....usw.

Männerhorden...soso. Da kennt sich aber jemand aus.

Woher wissen sie, wer die Scheiben an dem Parteibüro zerstört hat? Oder wer den alten Politiker umgerempelt hat? Woher?? Verbreiten sie Lügen?

Jeder normale Bürger sollte sich von Extremisten fernhalten! Aber manchmal ist der Grat schmal, vom normalen Bürger zum Rechtsextremist. Warum sollte man das auch noch unterstützen, wenn man dieser gefährlichen Gruppierung einen öffentlichen Raum gibt? Wobei die 2 Hanseln die da noch im Stadtrat sind sicher bald wieder raus sind....

22.01.2019 15:50 Frank L. 21

an Janes@4 Zitat"Die Rechten verbreiten Angst und Schrecken" Wo verbreiten denn die rechten Angst und Schrecken? Wenn man sich die Anschlagsserie auf z.B. Afd Büros und Vertreter anschaut ,gehen diese "Schrecken" wohl eher von ihren Antifa "Aktivisten "aus. Auch "Migrationshintergründige Männerhorden" tragen nun wirklich nicht zur inneren Sicherheit bei. Und da ja Linksextremisten (angeblich) auch vom VS beobachtet werden, und links-grüne Vertreter der sog." Zivilgesellschaft " trotzdem keine Berührungsängste diesbezüglich haben, warum sollte der normale Bürger sich dann von "Pro Chemnitz" fernhalten? Von daher ist die Eröffnung dieses Büros zu begrüßen, schon um interessierte Bürger , die sich abseits des links-grünen Mainstreams ihre eigene Meinung bilden wollen, zu informieren. Und das ist das eigentliche Problem, noch mehr selbstständig und kritisch denkende Bürger kann der links-grüne Mainstream nicht gebrauchen.

22.01.2019 14:03 Wachtmeister Dimpfelmoser 20

Als vor 40 Jahren im "Weltecho" Olsenbanden-Filme gezeigt wurden, wurden dort wenigstens noch sinnvolle Pläne ausdiskutiert.

22.01.2019 14:01 DER Beobachter 19

Naja, man kann ja zu dem Bündnis und dem Bürgerbüro stehen wie man will, aber wenn ausgerechnet der sächsische (!) VS "Pro Chemnitz" beobachtet, sollte man nachdenklich werden...

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