Ein AfD-Büro ist nach einer Explosion beschädigt.
Die Polizei hat den Ort der Explosion abgesperrt. Bildrechte: Sören Müller

Schneller Fahndungserfolg Festnahmen nach Anschlag auf AfD-Büro in Döbeln

Ein lauter Knall hat am Donnerstagabend die Kleinstadt Döbeln aufgeschreckt. Vor einem AfD-Büro explodierte ein Sprengsatz. Vermutet wurde ein politisch motivierter Anschlag. Jetzt gab es Festnahmen.

Ein AfD-Büro ist nach einer Explosion beschädigt.
Die Polizei hat den Ort der Explosion abgesperrt. Bildrechte: Sören Müller

Nach einer schweren Explosion am Donnerstagabend vor einem Parteibüro der AfD an der Bahnhofstraße in Döbeln sind drei Tatverdächtige vorläufig festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich dabei um drei Männer aus Döbeln im Alter von 29, 32 und 50 Jahren. Die Ermittler seien ihnen nach ersten Hinweisen und Auswertungen von vorliegendem Material auf die Spur gekommen, sagte Tom Bernhardt, Sprecher des Landeskriminalamtes, MDR SACHSEN. Die Hintergründe der Tat seien aktuell noch nicht konkret umreißbar, so der LKA-Sprecher. Man gehe aber von einer politisch motivierten Straftat aus, weshalb Beamte des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums ermitteln.

Die Tatverdächtigen werden möglicherweise bald wieder auf freiem Fuß sein. Denn die Staatsanwaltschaft Chemnitz als zuständige Behörde werde keinen Haftantrag stellen. Das sagte eine Sprecherin am Freitag. Demnach bestünden keine ausreichenden Haftgründe, wie etwa eine Fluchtgefahr. Die Männer gelten aber weiterhin als tatverdächtig.

Die Explosion vor dem AfD-Büro ereignete sich gegen 19 Uhr. Anwohner berichteten von einem lauten Knall. Am Büro wurden die Tür, der Rollladen und die Fensterscheibe stark beschädigt. Auch gerieten im Büro Werbematerialien in Brand. Das Feuer konnte durch die Feuerwehr gelöscht werden. Durch die Detonation des Sprengsatzes wurden außerdem das Nachbargebäude und zwei vor dem Gebäude geparkte Transporter beschädigt. Es gab keine Verletzten. Strafverschärfend werde laut Polizei aber wirken, dass durch die herbeigeführte Explosion die Schädigung von Menschen bewusst in Kauf genommen wurde.



Die AfD schreibt auf Twitter von einem "schweren Anschlag auf AfD in Sachsen". Sachsens Vize-Regierungschef Martin Dulig erklärte ebenfalls auf Twitter, "für den Anschlag" gebe es "keine Legitimation". Gewalt gehört nicht zu den Mitteln der Demokratie. Die AfD muss politisch bekämpft werden und nicht mit Sprengkörpern". Weiter erklärte der SPD-Politiker: "Dieser Anschlag hilft der AfD und schadet der Demokratie."


In Sachsen gab es in der Vergangenheit wiederholt Übergriffe auf AfD-Einrichtungen, zuletzt vor einigen Tagen in Eilenburg und Riesa. Die ländliche Region um Döbeln gilt als Hochburg der rechten Szene. Hier sind unter anderem die NPD und "der dritte Weg" aktiv.

Quelle: MDR/lam/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - das Sachsenradio| 04.01.2018 | ab 05:00 Uhr in den landesweiten Nachrichten.

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Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2019, 16:06 Uhr

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