03.12.2019 | 16:21 Uhr Nach Raub im Grünen Gewölbe: Hochschule Mittweida hilft bei Ermittlungen

Am 25. November raubten Unbekannte aus dem Dresdner Grünen Gewölbe unersetzbare Diamanten. Die Profis hinterließen kaum Spuren. Computerspezialisten der Forensik an der Hochschule Mittweida sichten nun die Überwachungsvideos nach Hinweisen auf die Täter. Auch beim Rocker-Mord in der Leipziger Eisenbahnstraße werteten sie das Tatortmaterial aus. Prof. Dirk Labudde von der Fakultät Angewandte Computer‐ und Biowissenschaften hofft auch diesmal auf Erfolg. MDR SACHSEN hat mit ihm gesprochen.

Bioinformatik-Wissenschaftler Prof. Dirk Labudde hält einen Schädel in der Hand.
Prof. Dirk Labudde von der Hochschule Mittweida wertet die Überwachungsvideos aus dem Grünen Gewölbe aus. Bildrechte: dpa

Was erhoffen sich die Dresdner Ermittler von ihrer Hilfe?

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Analyse des vorhandenen Videomaterials aus dem Grünen Gewölbe und vor allem die qualitative Verbesserung der Aufnahmen, sodass die Ermittler weitere Informationen aus diesen Videos ableiten können.

Was verbirgt sich hinter dem Verbessern des Materials?

Die Grundidee ist, das Material zu verbessern, so, wie man das bei Fotos auch machen kann. Das sind technische Verfahren, mit denen zum Beispiel der Kontrast verbessert werden kann. Weiterhin werden wir probieren, die Geometrien besser darzustellen. Das heißt, wir versuchen, einzelne Konturen besser zu erkennen, die rund oder viereckig sein können. Damit lassen sich Applikationen auf den Sachen erkennen.

Wie lange dauert die Analyse des Materials?

Das ist ein relativ großer Zeitaufwand. Ich rechne mit einer Bearbeitungsdauer von einem bis zu drei Monaten. Erst dann weiß man, was das Material wirklich hergibt und was nicht. Es gibt da auch keine Standardmethoden. Da müssen wir teilweise neue Wege gehen, um zu besseren Ergebnissen zu kommen. In der Forensik gibt es kein Programm, bei dem man auf den Knopf drückt und der Täter ist ermittelt. Da ist viel Handarbeit nötig und viele Überlegungen, wie man mit dem Material umgehen muss, um die meisten Informationen generieren zu können. Wir versprechen aber den Dresdnern und den Sachsen, dass wir das Beste, was wir können, auch geben werden. Wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit bei den Ermittlungen helfen können.

Grünes Gewölbe Dresden Außenansicht, repariertes Gitter, Schließschild
Unbekannte Täter hatten bei einem Einbruch in das weltbekannte Grüne Gewölbe in Dresden unwiederbringliche Schmuckstücke erbeutet. Bildrechte: xcitepress

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - DAS SACHSENRADIO | 03.12.2019 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2019, 16:21 Uhr

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