10.06.2019 | 17:00 Uhr Mühlenjuwele locken nach Königshain-Wiederau und Markersdorf

Pfingstmontag ist seit 26 Jahren auch Deutscher Mühlentag. Ob Wassermühle oder Windmühle - unzählige von ihnen stehen in Sachsen. Auch die Wassermühlen in Königshain-Wiederau und Markersdorf öffneten ihre Türen.

Lang-Mühle Königshain-Wiederau
In der Lang-Mühle in Königshain-Wiederau konnten die Besucher viele alte Gerätschaften bewundern. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Malerisch und etwas versteckt liegt die Alte Mühle im Claußnitzer Ortsteil Markersdorf im Chemnitztal. An dieser Stelle standen bereits seit 1528 verschiedene Mühlen, von denen heute aber nichts mehr zu sehen ist. Im 19. Jahrhundert betrieb hier ein großes Wasserrad eine Weberei. Gerd Bussenius kaufte das Gebäude 1999 und baute die historische Anlage wieder auf.

"Wir haben hier alles selbst ausgebaggert und das Mühlenrad nach den alten Plänen nachgebaut", erzählt er im Gespräch mit MDR SACHSEN. "Es produziert aktuell Strom für etwa 45 Haushalte." Die Familie selbst lebt in Burgstädt. Ihre Mühle ist die letzte von ehemals 19 Mühlen im Chemnitztal. "Wenn nächstes Jahr der Radweg fertig ist, werden wir es mit einem Imbiss oder einer Gaststätte versuchen", so Bussenius über zukünftige Pläne.

Wassermühle Markersdorf
Die Wassermühle in Markersdorf, einem Ortsteil von Claußnitz, ist die letzte der früher 19 Mühlen im Chemnitztal. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Momentan öffnet er die Mühle zu Anlässen wie Himmelfahrt oder dem Deutschen Mühlentag. Manchmal gibt es auch Führungen gemeinsam mit dem Museumsbahnhof in Markersdorf. Das Interesse scheint da zu sein: Am Pfingstmontag tummeln sich Dutzende Menschen auf dem Gelände.

Die Lang-Mühle in Königshain-Wiederau

Die Lang-Mühle in Königshain-Widerau ist ebenfalls eine Wassermühle. Allerdings wurde in den 1920er Jahren ein neues Mühlengebäude gebaut und das Wasserrad durch eine Wasserturbine ersetzt. Die Getreidemühle mit Sägewerk ist ein technisches Denkmal. Der Mühlenverein öffnet sie zu besonderen Anlässen, aber auch für Führungen von Schulklassen und Kindergärten.

Lang-Mühle Königshain-Wiederau
Die Wasserturbine in der Lang-Mühle Königshain-Wiederau wurde in den 1920er Jahren konstruiert. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Ingo Ketzsch ist Vorsitzender des Mühlenvereins und Besitzer des Geländes. "Das erste Mal urkundlich erwähnt wird die Mühle 1545 und Holzproben, die wir aus dem alten Dachstuhl genommen haben, haben das Alter auch bestätigt", erzählt er. "Einen Müller Lang gab es hier übrigens nie. Wir vermuten, dass der Name der Mühle von dem langen Weg kommt, den die Dorfbewohner gehen mussten."

Die Lang-Mühle bietet im Inneren viele alte Gerätschaften und einen Ausstellungsraum, der das frühere Leben illustrieren soll. Diesen Bereich würde der Mühlenverein gern noch weiter ausbauen. Im Hof der Mühle basteln die jüngeren "Technikfreaks" auch gern an alten technischen Geräten herum, so Kertzsch. Sogar restaurierte Oldtimer laden interessierte Besucher zu einer Besichtigung ein.

Deutscher Mühlentag Traditionell am Pfingstmontag laden die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung und ihre Landes- und Regional-Verbände zum "Deutschen Mühlentag" ein. Der Mühlentag fand dieses Jahr bereits zum 26. Mal statt. Über 900 Wind-, Wasser-, Dampf- und Motormühlen öffneten bundesweit ihre Türen, davon zahlreiche auch in Sachsen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 10.06.2019 | 19:00 Uhr

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