27.02.2020 | 18:20 Uhr | Update Bewährungsstrafen nach Anschlag auf AfD-Parteibüro in Döbeln

Angeklagte und Anwälte im Gerichtsaal
Bildrechte: MDR/Mario Unger

Nach dem Anschlag auf ein Parteibüro der AfD in Döbeln im Januar 2019 sind die Täter am Donnerstag zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Amtsgericht Döbeln verhängte zusätzlich Geldstrafen.

Ein 33 Jahre alter Beschuldigter erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Ein 29-jähriger Mittäter wurde zu einer Strafe von einem Jahr und elf Monaten verurteilt. Beide Strafen wurden zur Bewährung auf drei Jahre ausgesetzt. Zudem müssen die Täter je 2.500 Euro an die Opferhilfe Sachsen in Chemnitz zahlen. Ein 50 Jahre alter dritter Angeklagter wurde wegen Beihilfe zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Auch diese Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der Täter muss 1.000 Euro an das Blaue Kreuz Mittweida zahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Hauptangeklagten zuvor Freiheitsstrafen von zwei Jahren und vier Monaten beziehungsweise zwei Jahren und zwei Monaten wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, versuchter Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz gefordert. Alle Angeklagten stammen aus der Region. Der Prozess fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Sachschaden von 16.000 Euro entstanden

Das Trio hatte während des Prozesses gestanden, am Abend des 3. Januar 2019 eine aus Tschechien mitgebrachte Kugelbombe mit mehr als einem Kilo Sprengstoff auf dem Fensterbrett des AfD-Parteibüros in Döbeln gezündet zu haben. Durch die Wucht der Detonation wurde eine Fensterscheibe nach innen gedrückt. Teile des Inventars und vor dem Gebäude geparkte Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt. In einer gegenüberliegenden Wohnung zersplitterten zwei Fensterscheiben. Insgesamt war ein Sachschaden von mindestens 16.000 Euro entstanden. Ein Zeuge vom Landeskriminalamt sagte aus, dass es im Zuge der Ermittlungen keine Anzeichen für eine Planung der Tat gegeben habe. Die drei Beschuldigten seien der linken Szene zuzurechnen.

Politisch motivierte Straftaten in Sachsen nehmen weiter zu

In Sachsen sind im vergangenen Jahr nach Angaben des Landeskriminalamtes 551 politisch motivierte Straftaten gegen Politiker und Parteieinrichtungen registriert worden. Der Sprecher des Landeskriminalamtes Tom Bernhardt bestätigte, dass dies der höchste Stand seit Beginn der Erfassung 2016 ist. In 185 Fällen betrafen die Angriffe den Angaben zufolge die AfD, drei mal so viele wie 2018.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.02.2020 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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