Brandschäden an einem Wohnhaus in Plauen
Das Wohnhaus in dem der Brand ausbrach, befindet sich auf der Trockentalstraße in Plauen. Bildrechte: MDR/Ellen Liebner

Ermittlungen gegen 25-Jährigen Wohl kein fremdenfeindlicher Hintergrund für Brand in Plauen

Brandschäden an einem Wohnhaus in Plauen
Das Wohnhaus in dem der Brand ausbrach, befindet sich auf der Trockentalstraße in Plauen. Bildrechte: MDR/Ellen Liebner

Drei Tage nach dem Brand in einem Wohnhaus in Plauen mit vier Schwerverletzten wird gegen einen Ex-Mieter ermittelt. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft Zwickau am Dienstag mitteilte, wird gegen den 25-Jährigen wegen versuchten Mordes in mehreren Fällen, schwerer Brandstiftung sowie schwerer Körperverletzung ermittelt. Der mutmaßliche Brandstifter habe bis vergangenen Oktober in dem Haus gewohnt.

Brandschäden an einem Wohnhaus in Plauen
Die Spuren des Brandes sind deutlich zu erkennen. Bildrechte: MDR/Ellen Liebner

Streit zwischen Vermieter und Ex-Mieter

Brandschäden an einem Wohnhaus in Plauen
Auch das Treppenhaus ist komplett verrußt. Bildrechte: MDR/Ellen Liebner

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, hat der Deutsche in einer ersten Anhörung die Tat bestritten. Er befinde sich in Untersuchungshaft. Motiv für die Tat soll ein Streit zwischen dem Mann und dem Vermieter gewesen sein, weil ihm wegen ausstehender Mietzahlungen die Wohnung gekündigt worden war. Somit sei davon auszugehen, dass das Tatmotiv eher im persönlichen Bereich liege, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zunächst war auch ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen worden, weil neben Deutschen auch zahlreiche Slowaken in dem Haus wohnten.

Das Feuer in dem fünfstöckigen Wohnhaus war in der Nacht zum Sonnabend im Erdgeschoss ausgebrochen. Die Feuerwehr hatte 40 Menschen in Sicherheit gebracht. Die vier Schwerverletzten befinden sich weiter in Kliniken in Dresden, Leipzig und Halle. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist das Haus nicht mehr bewohnbar.

Stadt sucht Wohnungen für Familien
Nachdem 25 Bewohner des Hauses vorübergehend in einer Notunterkunft in Rodewisch untergebracht waren, sind sie am Donnerstag nach Plauen zurückgeholt worden. Laut Stadtverwaltung müssen sie auch hier zunächst in Notunterkünften wohnen. Der dringendste Bedarf bestehe nun darin, Wohnraum für die größeren Familien zu suchen, damit sie wieder in ein privates Wohnumfeld ziehen können, hieß es.

Die Plauener Tafel versorgt Betroffene mit Nahrung und Kleidung. Auch könnten für künftige Wohnungen Einrichtungsgegenstände aus dem sozialen Möbellager zur Verfügung gestellt werden, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung sei groß. Welcher Hilfebedarf über die öffentlichen Angebote hinaus bestehe, werde noch ermittelt.

Von den 40 während des Brandes im Haus befindlichen Personen wohnen einige in anderen Wohnungen. Zwei Bewohner des Hauses wurden in einem Pflegeheim untergebracht. Weitere Bewohner fanden Unterschlupf bei Freunden, Familien und Bekannten.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.01.2017 | Nachrichten aus dem Studio Chemnitz ab 15:30 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.01.2017 | Nachrichten aus dem Studio Chemnitz 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2018, 16:29 Uhr

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11 Kommentare

03.01.2018 23:50 @ mattotaupa 9 11

Die Sache ist hier doch eindeutig ( Tatmotiv im persönlichen Bereich). Warum dann so eine Argumentation von Dir?

[Lieber Nutzer,
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03.01.2018 23:16 Ralf 10

@8, 9 mattotaupa: das sicher wohl mal nicht, wie Sie es schreiben. Die Gründe liegen ganz woanders.

03.01.2018 11:21 mattotaupa 9

@#3: "Warum nicht einfach: "kein fremdenfeindlicher Hintergrund"?" ermittlungsergebnisse bleiben abzuwarten. bei nsu-terror gab es auch nie fremdenfeindlichen hintergrund, fiel nur irgendwann auf und deutsche exekutive fand keinen teppich mehr unter den der dreck gekehrt werden konnte. nun scheint man vorsichtiger zu sein.

03.01.2018 11:18 mattotaupa 8

@#7: "Welcher Herkunft ist denn der Tatverdächtige?" kommentierter artikel: "der Deutsche" ... "Dieses reflexartige Suchen/Hoffen auf fremdenfeindliche Strukturen ist schon sehr bezeichnend." dieses reflexartige suchen/hoffen auf migrantische strukturen ist schon sehr bezeichnend. ... "Die Zahl von Übergriffen Deutscher gegen Migranten liegt im Promillebereich." und diese steile these wird nun mit welcher quelle untermauert?

03.01.2018 09:16 Daniel von Schnell 7

Welcher Herkunft ist denn der Tatverdächtige?
Ist ein Anschlag/Brandstidtung eines Migranten im fremden Deutschland nicht auch fremdenfeindlich?

Dieses reflexartige Suchen/Hoffen auf fremdenfeindliche Strukturen ist schon sehr bezeichnend.

Die Zahl von Übergriffen Deutscher gegen Migranten liegt im Promillebereich.
Andersherum lässt sich täglich mehtfach nachlesen und beobachten, wer Täter und wer Opfer ist.

03.01.2018 09:10 Hero 6

Traurig ist auch, dass die Freie Presse mit ihrem ersten Artikel , Plauen ins „rechte“ Licht gerückt hat.

03.01.2018 00:04 HERBERT WALLASCH, Pirna 5

Könnte aber sein, vielleicht war der Betreffende mal auf einer Pegidademonstration und ist dort radikalisiert worden. Es wurde ja so vieles schon bewußt gefunden und speziell gedeutet!

02.01.2018 19:17 @2, Hempels 4

@2, Hempels: schlimm, dass die fremdenfeindliche Taten im Land zugenommen haben. Hieran sieht man, wie die Politik den Bürger im Stich gelassen hat.

02.01.2018 19:14 Andrea 3

Warum immer im Konjunktiv: "wohl kein fremdenfeindlicher Hintergrund"? Warum nicht einfach: "kein fremdenfeindlicher Hintergrund"?

02.01.2018 18:19 Hempels 2

Tatsächlich einen fremdenfeindlichen Hintergrund hatten 2017 über 1700 dokumentierte Straftaten gegen Geflüchte. Das sind rund vier Delikte pro Tag im Durchschnitt und bei den 1713 Straftaten sind auch nur jene aufgeführt, wo Geflüchtete Opfer waren und nicht solche, in denen Migranten betroffen waren.
Das es in Plauen kein besorgter Nazi war, der das Haus angezündet hat, ist kein Grund zur Entwarnung. Zu oft werden den Taten ja eh ihr politischer Hintergrund abgesprochen, so wie kürzlich in Hamburg: Ein Täter, der schon im Knast saß, weil er jemanden zu Tode geprügelt hat, der es wagte seinen geliebten Führer Hitler einen "Verbrecher" zu nennen, verursacht eine Explosion an einem S-Bahnhof in einem Viertel, wo 70 % Migranten leben und die Polizei sieht keine Anhaltspunkte für einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Willkommen in Deutschland.