Ecotrain Erzgebirgsbahn rüstet erste Triebwagen auf Hybridtechnik um

Die Erzgebirgsbahn will in zwei Jahren klimafreundliche Hybridtriebwagen auf die Schiene bringen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, werden derzeit Dieselfahrzeuge der Baureihe VT 642 mit klimafreundlicher Hybridtechnik ausgestattet. Mit dem von DB RegioNetz entwickelten modularen Umbaukonzept können die Triebwagen sowohl mit einem Dieselmotor als auch elektrisch betrieben werden.

Die Hybridkomponenten des Eco Trains
Die Hybridkomponenten des Ecotrains. Bildrechte: Deutsche Bahn AG

Der neue Ecotrain hat ein intelligentes Energiemanagementsystem das mit dem Fahrerassistenzsystem verbunden ist. Auch Nebenverbraucher, wie zum Beispiel die Klimaanlage, werden in das Gesamt-Energiemanagement eingebunden. Mit den neuen Fahrzeugen hoffen die Betreiber, fast ein Drittel weniger Diesel zu verbrauchen. Außerdem sind die umgerüsteten Triebwagen deutlich leiser. Bei der Ein- und Ausfahrt auf Bahnhöfen soll der Hybridtriebwagen ausschließlich elektrisch fahren. Neben einem Dieselmotor-Generator kommt für den neuen Hybridtriebwagen auch eine Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz, die beim Bremsen teilweise wieder aufgeladen wird. Zudem kann Strom über die Oberleitungen eingespeist werden.

Erste Tests im Herbst

Bis Herbst soll der "Ecotrain" fertig umgerüstet sein. "Dann wird das Fahrzeug auf Herz und Nieren geprüft", so Sören Claus, technischer Leiter der Erzgebirgsbahn. Getestet werden soll der neue Triebwagen auf dem Streckenabschnitt zwischen Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz sowie in der Nähe von Prag. 2018 soll dann der erste Hybridzug auf die Schiene geschickt werden. "Damit sind wir bundesweit Vorreiter", sagte Claus. Der Prototyp wird mit rund fünf Millionen Euro vom Bund sowie mit zehn Millionen von der Deutschen Bahn gefördert.

Wirtschaftsminister Dulig auf Innovationstour

"Wir sind froh, dass wir dieses Projekt hier haben", sagte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Chemnitz war der Auftakt seiner "Innovationstour durch Sachsen". Ziel müsse es sein, die Serienfertigung in Sachsen umzusetzen. "Wir bündeln hier viel Know-how und Wertschöpfung am Standort. Unterschiedliche Forschungseinrichtungen und Industriepartner arbeiten zusammen", so Dulig. Am Ecotrain-Projekt sind neben der Deutschen Bahn die TU Dresden, die TU Chemnitz sowie das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden beteiligt. Dulig will im Verlauf seiner Sommertour bis zum Donnerstag innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Sachsen besuchen.

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