01.10.2019 | 08:28 Uhr Trickserei im Schloss Augustusburg

Dreimal haben sich Zehntausende Besucher seit 2015 auf der Augustusburg bei "Du bist die Kunst!" von 3D-Illusionen verzaubern lassen. Auch bei der neuen Ausstellung kann man seinen Augen nicht trauen.

Museumschefin Patrizia Meyn steht in einem virtuellen engen Innenhof, der auf eine Fläche projiziert ist.
Museumschefin Patrizia Meyn, umgeben von hohen Mauern. Dabei ist der enge Innenhof nur auf den Fußboden projiziert. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

"Ausgetrickst!" heißt die neue Ausstellung auf Schloss Augustusburg, die am 5. Oktober eröffnet wird. Die Ausstellungsmacher haben alle Register der optischen Täuschungen gezogen, um die Besucher auf eine Irrfahrt durch die eigene Wahrnehmung mitzunehmen. Die Zeitreise durch die optischen Illusionen beginnt mit alten Kaleidoskopen und führt über Spiegelwelten und ein schiefes Zimmer zu einem magischen Schwarzlichtraum mit 3D-Beleuchtung. Mit Hilfe moderner Techniken wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) können die Besucher die wahrgenommene Welt erweitern oder in eine gänzlich künstliche eintauchen.

Damit setzt Schlosschefin Patricia Meyn auf die Fortsetzung der erfolgreichen Ausstellungen mit 3D-Illusionen. "Unser Publikum in der Region braucht viel Interaktivität. Wir müssen die Menschen mit unserer Museumsarbeit erreichen. Ich würde mich freuen, wenn das mit dieser Ausstellung glückt." Man habe darüber hinaus natürlich einen Kulturauftrag und wolle die Besucher mit solchen Ausstellungen auch auf die historischen Teile des Schlosses aufmerksam machen.

Virtuelle Realität führt in den Himmel über New York

In "Ritchie's Plank Experience" geht es aber erst einmal weit weg nach New York. Dort können ganz Mutige hoch über den Dächern auf einem schmalen Brett balancieren - unter ihnen die Straßenschluchten des Big Apple. Die computergenerierte Stadtlandschaft wird dabei mit Hilfe einer VR-Brille wahrgenommen. Auch wenn man weiß, dass man einer Illusion aufsitzt - einen Fehltritt in die vermeintliche Tiefe will sich hier niemand erlauben.

Doch das menschliche Gehirn lässt sich auch einfacher austricksen. Menschen werden zu Liliputanern - wenn die Umgebung und der Blickwinkel dies vorgaukeln. Das setzt handwerkliche Genauigkeit voraus, doch am Ende können wir nichts gegen die falsche Wahrnehmung tun. Gelernt ist gelernt.

Ein Mann steht vor einem Stuhl, auf dem eine vermeidlich zwergengroße Frau sitzt.
So eine kleine Frau! Wie mag sie nur auf den Stuhl gekommen sein? Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Ein Mann steht vor einem Stuhl ohne Sitzfäche, im Hintergrund sitzt eine Frau auf der Sitzfläche auf dem Fußboden.
Die Auflösung: Der Stuhl ist kein Stuhl, die Frau ist viel größer, nur der Blickwinkel entscheidet darüber, ob wir uns in die Irre führen lassen. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Optische Täuschung Bei einer optischen Täuschung sieht der Betrachter etwas, das nicht mit der objektiven Realität übereinstimmt. Zuständig dafür ist die Informationsverarbeitung der Sinneseindrücke im Gehirn. Das gesunde Auge gibt dabei die Sehreize als Informationen korrekt an das Gehirn weiter. Das Gehirn gleicht jedoch das Wahrgenommene mit Erfahrungswerten ab. Aus den Erinnerungen an vergangene Eindrücke werden so aktuelle Eindrücke "konstruiert".

Künstlerin lässt Bilder lebendig werden

Die mexikanische Künstlerin Yunuen Esparza lässt mit einer von ihr entwickelten App Bilder lebendig werden. Mit Hilfe dieser "Yunuene Art App" kann man die Bilder in der Ausstellung auf Smartphone oder dem Tablet aufrufen. Dort zeigt sie die Bilder dann bewegt. "Ich habe schon immer gemalt, später dann bei einem Fernsehsender Werbung gemacht. Da dachte ich mir, dass sich das mischen lässt, das Malen und das Elektronische. Es war ein Experiment."

Die Künstlerin Yunuen Esparza hält ein Tablet mit einem Bild vor ein Gemälde - beide zeigen das gleiche Motiv.
Yunuen Esparza lässt mit ihrer App die Bilder in Augustusburg lebendig werden. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Geöffnet hat "Ausgetrickst - Die spektakuläre Illusionen-Ausstellung" vom 5. Oktober 2019 bis zum 21. Februar 2021 täglich von 09:30 Uhr bis 18 Uhr (April bis Oktober) beziehungsweise von 10 Uhr bis 17 Uhr (November bis März).

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.09.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2019, 08:29 Uhr

2 Kommentare

Monazit vor 6 Wochen

"Geöffnet hat "Ausgetrickst - Die spektakuläre Illusionen-Ausstellung" vom 5. Oktober 2019 bis zum 21. Februar 2012"

Lieber MDR, ich deke, euch ist da ein kleiner Fehler unterlaufen. ;-)

MDR-Team vor 6 Wochen

Vielen Dank für den Hinweis. Die zuständigen Kollegen sind informiert. Herzliche Grüße aus der MDR.de-Redaktion

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Bildrechte: MDR/AV Chemnitz