18.03.2020 | 16:37 Uhr Unverständnis und Unsicherheit: Friseure bleiben weiter geöffnet

Eine Frau bekommt einen Haarschnitt
Bildrechte: dpa

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, werden ab Donnerstag zahlreiche Geschäfte und Einrichtungen in Sachsen geschlossen, sämtliche Veranstaltungen verboten. Neben Lebensmittelgeschäften und Apotheken bleiben unter anderem auch Friseure weiterhin geöffnet. Darüber herrst viel Unverständnis.

"Viele Saloninhaber, Geschäftsführer und Mitarbeiter können die Entscheidung des Bundes nur schwer nachvollziehen, dass Friseurgeschäfte nicht von der angeordneten Schließung betroffen sind", teilte die Friseuinnung Dresden auf Anfrage von MDR SACHSEN mit.

Die Bedenken und Ängste unter den Angestellten steigen, sich und ihr Umfeld zu infizieren.

Friseurinnung Dresden

"Dass die Friseure offen bleiben dürfen liegt an der Vereinbarung der Länder. Die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin hätten sich auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt", teilte das sächsische Sozialministerium mit. Wie genau ein Schutz der Mitarbeiter und Kunden umgesetzt werden kann, ist bisher noch unklar.

Abstand zum Kunden ist unmöglich

"Der Kundenkontakt muss so geregelt werden, dass ein möglichst geringes Übertragungsrisiko besteht", so das Sozialministerium. "Das kann sicher nicht über den Abstand zum Kunden geregelt werden, eventuell über die Schutzkleidung."

Kristina Albrecht, Inhaberin vom "Friseur Kristina" in Mittweida, ist froh, dass sie ihren Salon noch geöffnet lassen kann. Eine Schließung wäre für sie existenzbedrohend. Den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten, ist für sie als Friseurin natürlich nicht möglich. "Ich kann mir nur hinterher die Hände waschen und meine Stühle werden desinfiziert", sagt Albrecht. "Mehr geht nicht."

Verschärfte Hygienemaßnahmen

Wie die Friseurinnung Dresden mitteilte, werde in vielen Salons versucht durch verschärfte Hygienemaßnahmen die Risiken zu reduzieren. Teilweise werde in den Salons mit Mundschutz gearbeitet, eine Beratung werde nur über den Spiegel durchgeführt und jeder Kunde müsse sich die Hände waschen, wenn er den Salon betritt.

"Die Arbeitsplätze und Stühle werden nach jedem Kunden desinfiziert, der Abstand zwischen den Kunden ist vergrößert. Wenn möglich, wird nur jeder zweite Arbeitsplatz belegt", so die Innung. Sämtliche Arbeitsmaterialien würden sowieso regelmäßig desinfiziert.

Trotzdem sehen wir hier einen Raum mit hoher potenzieller Infektionsgefahr und breiter Streuung durch engen und häufigen Kundenkontakt.

Friseurinnung Dresden

Kaum Terminabsagen

Im Moment sei in den meisten Geschäften noch nicht festzustellen, dass viele Menschen ihre Termine absagen. Auch Kristina Albrecht in Mittweida kann das bestätigen. "Bisher hat noch niemand abgesagt", sagt sie. "Die Kunden kommen trotzdem."

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 18.03.2020 | 19:00 Uhr

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