04.05.2020 | 17:36 Uhr Wie ein Friseur in Mittweida den Kundenansturm bewältigt

Seit Montag haben die Friseursalons wieder geöffnet. Kunden müssen ihren eigenen Mundschutz mitbringen und auf einige Dinge verzichten. Das volle Verwöhnprogramm mit Kaffee zur Klatschzeitung fällt aus. Auch der Bart bleibt dran. Trotzdem kommen die Kunden in Scharen. "Friseur Kristina" in Mittweida ist bereits für die nächsten Wochen ausgebucht.

In einen Friseurgeschäft in Mittweida
Bildrechte: MDR/Anett Linke

Seit bekannt ist, dass Friseure wieder öffnen dürfen, steht das Telefon bei "Friseur Kristina" in Mittweida nicht mehr still. "Die Kunden haben es sehr vermisst, zum Friseur zu gehen", erzählt die Inhaberin Kristina Albrecht.

Am ersten Tag der Öffnung bleibt ihr kaum ein Moment zum Durchatmen. Die Termine sind streng durchgetaktet, da kein Kunde im Wartebereich des Ladens sitzen darf. Jeder Kunde muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und sich an der Tür die Hände desinfizieren. "Die Kunden akzeptieren die Maßnahmen", so Albrecht.

Auch das mit den Masken funktioniert gut. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt.

Kristina Albrecht Inhaberin "Friseur Kristina" in Mittweida

Die Maßnahmen schrecken die Kunden nicht ab. "Die meisten gehen ja alle vier bis sechs Wochen zum Friseur", sagt Albrecht. "Und wir hatten jetzt fünf Wochen zu." Auch ohne Zeitschriften und Getränke kommt der Wellnesseffekt nicht zu kurz. Vielleicht sei es für Kunden in der Wartezeit beim Färben etwas langweilig, so Albrecht. "Aber es ist viel mehr Ruhe im Salon, die die Kunden genießen können."

An das Desinfizieren aller Gerätschaften nach jedem Kunden musste sich Albrecht erst gewöhnen. "Bei den ersten zwei, drei Kunden musste ich mich noch selbst dran erinnern", sagt sie. "Aber dann war es schon automatisch drin: kehren und dann Kämme, Bürsten, Stühle und Türklinke desinfizieren."

Bislang keine Preiserhöhung

Albrecht selbst findet die Einschränkungen nicht schlimm. "Es ist alles halb so wild", sagt sie. "Hauptsache wir können wieder arbeiten." Das ganztägige Tragen der Maske sei eine reine Gewöhnungssache. Im Gegensatz zu anderen Friseuren hat sie noch nicht über eine Preiserhöhung nachgedacht. "Erstmal bleibt alles so, wie es ist", sagt Albrecht. "Doch wenn es länger so bleibt, muss ich natürlich über eine Preiserhöhung nachdenken."

Das gilt jetzt beim Friseurbesuch - keine Trockenschnitte möglich
- Mund-Nasen-Bedeckung ist Pflicht
- Kunden dürfen sich Haare nicht selbst föhnen
- Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege nicht erlaubt
- keine Zeitschriften und Getränke in Friseursalons
- Friseure müssen Einmalhandschuhe von Begrüßung der Kundschaft bis nach dem Haarewaschen tragen Quelle: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk

Quelle: MDR/al

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