26.05.2020 | 21:13 Uhr Bundeswehr stellt in Frankenberg digitales Gefechtsleitsystem vor

Im Halbdunkel arbeitet ein Soldat an einem militärischen Laptop an einer Lagekarte.
Die Planung der Gefechtsführung soll in Zukunft bei der Bundeswehr digital ablaufen. Bildrechte: Bundeswehr/Marco Dorow

Die Panzergrenadierbrigade 37 hat in Frankenberg ein digitales Gefechtsleitsystem vorgestellt. Das System, das in Zukunft die Führungsstäbe mit jedem im Einsatz befindlichen Gefechtsfahrzeug vernetzen soll, heißt "Battle Management System (BMS)". Nach Angaben der Bundeswehr soll das das Rückgrat der Digitalisierung der Truppe bilden. Zukünftig kann damit ein komplexes Lagebild auf den Bildschirmen aller Gefechtsfahrzeuge angezeigt werden. Zudem soll die Kommunikation mit den Kommandeuren erleichtert werden.

Auf dieser Basis können dann taktische und operative Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen werden.

Bundeswehr

Sämtliche der 27.000 Gefechtsfahrzeuge des Heeres müssten dazu umgerüstet, Personal geschult und die Abläufe angepasst werden, heißt es weiter. Das dauert aber noch sehr lange. Erst 2023 soll das System vollständig einsatzbereit sein. Vorrang dabei hätten zunächst die deutschen Landanteile der künftigen schnellen Eingreiftruppe der NATO "Very High Readiness Joint Task Force" (VJTF).

Ein Soldat arbeitet in einem gepanzerten Truppentransporter an einem Monitor.
Alle 27.000 Gefechtsfahrzeuge des Heeres sollen mit der digitalen Technik ausgerüstet werden. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Very High Readiness Joint Task Force Deutschland war bereits an der Aufstellung der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) maßgeblich beteiligt. Der Verband ist Teil des Readiness Action Plans des Bündnisses für eine erhöhte Einsatzbereitschaft. Der Beschluss dazu wurde 2014 beim NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gipfeltreffen in Wales verabschiedet. Die Anforderung an die Truppe: innerhalb von 48 bis 72 Stunden einsatzbereit an jedem Ort zu sein, wo die Soldaten benötigt werden.

Bundesverteidigungsministerium

Bewährtes System wurde angepasst

Das von einem dänischen Unternehmen entwickelte BMS ist bereits in 30 Ländern im Einsatz. Ein Sprecher der Bundeswehr sagte dem MDR, dass dadurch eine schnelle Einführung des Systems möglich sei. Aber auch die Kommunikation bei internationalen Einsätzen sei dadurch einfacher. Das System wurde auf die speziellen Aufgaben des Heeres abgestimmt, in der Truppe getestet und modifiziert.

Generalleutnant und Inspekteur des Heeres Alfons Mais kam für die Einführung des BMS nach Frankenberg. Er hob die gestiegene Verantwortung der Bundeswehr innerhalb der NATO hervor.

Wir sind Partner bei multinationalen Einsätzen. Dabei ist der Austausch von Daten zwischen den Partnern wichtiger geworden.

Alfons Mais Generalleutnant und Inspekteur des Heeres

Dafür sei die Digitalisierung extrem wichtig, so der General.

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, spricht mit Soldaten vor einem Militärfahrzeug.
Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, machte sich sein eigenes Bild von der Einführung des BMS. Bildrechte: Bundeswehr/Marco Dorow

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.05.2020 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Mehr aus Flöha und Hainichen

Mehr aus Sachsen

Herzinfarkt
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Sachsen. Bildrechte: imago/Science Photo Library