15.10.2019 | 16:04 Uhr KZ Sachsenburg: Prominente fordern Erhalt der Kommandantenvilla

Eine baufällige Villa ist mit Bäumen überwuchert und von einem Bauzaun umgeben.
Die Stadt Frankenberg will die ehemalige Kommandanten-Villa auf dem Gelände des KZ Sachsenburg abreißen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Die Geschichtswerkstatt Sachsenburg freut sich über prominente Unterstützung für ihr Vorhaben, die Kommandanten-Villa auf dem Gelände des ehemaligen KZ zu erhalten. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, gingen entsprechende Schreiben an die Stadt Frankenberg und das Land Sachsen. Zu den Unterzeichnern des ersten Briefes gehören der Maler Gerhard Richter, der Musiker Gerhard Schöne und Julian Aicher, ein Neffe von Sophie Scholl. Ein zweiter Brief fand bereits mehr als 250 Unterzeichner, vorwiegend aus dem internationalen Wissenschaftsbetrieb.

"Diese hochkarätige Unterstützung macht uns Mut. Die Stadt Frankenberg ist mit der geplanten Einrichtung einer Interimsgedenkstätte und der Einweihung des Pfades der Erinnerung wichtige und richtige Schritte gegangen", sagt Anna Schüller, Vereinsvorsitzende der Geschichtswerkstatt Sachsenburg. "Dieser Weg muss unter Beteiligung der Initiativen vor Ort fortgesetzt werden. Der Erhalt von Gebäuden wie der Villa und der Ausbau der Gedenkstätte müssen dabei im Mittelpunkt stehen."

Vor einer baufälligen Willa ein Banner: 'Wer hier die ersten Steine wegnimmt, entsorgt die Erinnerung! Gedenkort vollständig erhalten!'
Ein Banner am Bauzaun vor der ehemaligen Kommandanten-Villa Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Seit langem kämpft die Geschichtswerkstatt Sachsenburg um den Erhalt der Kommandanten-Villa. Die Stadt Frankenberg will die Villa allerdings abreißen. Sie sei zu baufällig. In einer Stadtratssitzung vom 9. Oktober lehnte der Stadtrat den Antrag auf Aufschub des Abrisses ab.

Ein Abriss gefährdet allerdings Fördermittel des Bundes für die geplante KZ-Gedenkstätte. Eine Expertenkommission der Staatsministerin für Kultur und Medien war in einem Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass das Gebäude unbedingt erhalten werden muss, um Fördermittel des Bundes für die Gedenkstätte erhalten zu können. 

Das KZ Sachsenburg war eines der ersten Konzentrationslager und war von 1933 bis 1937 in Betrieb. Bis zu 2.000 Häftlinge waren hier untergebracht.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.10.2019 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2019, 16:04 Uhr

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