18.04.2019 | 17:02 Uhr Neue Partnerstadt für Hainichen: "Es war Liebe auf den ersten Blick."

Hainichen hat eine neue Partnerstadt. Am Donnerstag unterzeichneten Hainichen und Ustek in Tschechien die Partnerschaftsvereinbarung. Doch was bringt so eine Städtepartnerschaft und was sind die Herausforderungen?

Partnerstädteschild von Hainichen
Die neuen Schilder der Partnerstädte stehen schon im Hainichener Rathaus bereit. Bildrechte: MDR/Anne-Dorette Ziems

Seit Donnerstag hat Hainichen eine neue Partnerstadt: Ustek in Tschechien. Schon lange hatte Dieter Greysinger, Bürgermeister von Hainichen, nach der passenden Stadt gesucht. "Ich war im Januar dort und es war Liebe auf den ersten Blick", begründete er die Entscheidung für Ustek im Gespräch mit MDR SACHSEN. Außerdem liege die Stadt nur 140 Kilometer entfernt und sei deswegen auch gut für Besuche zu erreichen.

"Wir erhoffen uns gegenseitigen Austausch auf politischer, persönlicher, sportlicher, kultureller und schulischer Ebene. Und dass sich die Menschen aus Ustek und Hainichen näherkommen und damit ein Beitrag geleistet wird zum gemeinsamen Haus Europa", so Greysinger. Schon am Donnerstag kam es zu ersten Gesprächen zwischen den Motorsportclubs und Fußballvereinen beider Städte.

Was bringen Städtepartnerschaften?

Städtepartnerschaften existieren in Deutschland seit 1925. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele internationale Städtepartnerschaften geschlossen, um die Völkerverständigung zu stärken. Nach der Wiedervereinigung kam es verstärkt zu deutsch-deutschen Partnerschaften, die zur Unterstützung der ostdeutschen Städte dienen sollte. Viele Auslandsreisen wurden früher nur durch eine Städtepartnerschaft ermöglicht, genau wie der internationale Kontakt. In der globalisierten und vernetzten Welt scheinen die Partnerschaften kaum noch Vorteile zu bringen.

Lyudmyla Dvorkina, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Rats der Gemeinden und Regionen Europas, sieht das anders. Sie setzt auf Bürgerbeteiligung bei einer Städtepartnerschaft und verweist auf Möglichkeiten der Kommunen, wie die Öffnung für internationale Angelegenheiten und Bekanntheit im internationalen Umfeld. "Es entstehen neue Kontakte und Freundschaften, die basierend auf gemeinsamen Interessen, zur Beseitigung von Vorurteilen und Klischees sowie zur Befestigung der Freundschaft und zur Friedenssicherung beitragen", so Dvorkina. Allerdings seien die finanzielle und personelle Ausstattung der Partnerschaftsarbeit eine Herausforderung, da dies freiwillige Aufgaben der Kommunen seien. Zudem müsse die Jugend für die Partnerschaftsarbeit motiviert und einbezogen werden.

Das Ende einer Städtepartnerschaft

Dass eine Städtepartnerschaft viel Pflege braucht, musste auch Lauter-Bernsbach erkennen. Nach über 20 Jahren wurde die Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Ágasegyháza aufgelöst. Schon 2014 hatten die Ungarn ihrerseits eine Beendigung der Partnerschaft ausgesprochen. Warum, ist bis heute nicht ganz klar. "Wir haben uns immer gut verstanden und hatten einen regen Austausch und plötzlich gab es da einen Schnitt", erzählt Bürgermeister Thomas Kunzmann. Bis März 2019 hatten die Lauter-Bernsbacher noch den Partnerschaftsverein aufrecht erhalten, doch der Kontakt schlief immer mehr ein.

Lauter-Bernsbach hat mit einer Stadt in Tschechien ebenfalls eine Partnerschaft. Auch da ist es nach der letzten Bürgermeisterwahl etwas schwieriger geworden. Kunzmann sieht Städtepartnerschaften trotzdem nach wie vor positiv. Die neuen Impulse aus anderen Städten und Ländern seien sehr wichtig und auch der Austausch zwischen Schulen: "Es ist schwierig, wenn die Partnerschaft nur politisch ist. Die Bevölkerung muss auch dahinterstehen." Gerade mit den Ungarn gab es einen regen kulturellen Austausch und auch starke emotionale Bindungen. Deshalb könnte sich Kunzmann vorstellen, in der Zukunft auch eine neue Städtepartnerschaft zu knüpfen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.04.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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