07.09.2019 | 06:00 Uhr Tag des offenen Denkmals: Schloss Ringethal in Mittweida

Zum Tag des offenen Denkmals öffnen am Sonntag in ganz Deutschland Denkmäler, Gebäude und Schlösser ihre Türen für Besucher. Auch in Sachsen können viele Orte besichtigt werden, die sonst nicht zugänglich sind. Ein Beispiel dafür ist das Schloss Ringethal in Mittweida.

Schloss Ringethal
Bildrechte: prostartup

"Seit gut drei Jahren ist das Schloss wieder aus seinem Dornröschenschlaf erwacht", erzählt Detlev Müller, Vorstandsmitglied des Fördervereins Schloss Ringethal e.V. Gut 20 Jahre hatte es leergestanden. Als das Dach einbrach, musste entschieden werden, ob das Schloss saniert oder abgerissen wird. "Die Stadt Mittweida hat sich für eine Sanierung entschieden und so wurde mit Fördermitteln das Dach erneuert", sagte Müller. Eigentlich sei das Schloss gar kein Schloss sondern das Herrenhaus eines Ritterguts. "Aber es wird von allen liebevoll Schloss genannt."

Geschichte Schloss Ringethal Das Schloss Ringethal wurde 1742 unter Johann Georg von Poigk erbaut. Um 1800 folgte eine klassizistische Überformung durch Joseph Friedrich von Racknitz. 1861 bis 1935 besaß die Familie von Schröter Schloss und Rittergut. Sie waren 1935 vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, die gesamte Wirtschaft an die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Sächsische Bauernsiedlung GmbH zu verkaufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude für Wohnzwecke genutzt. Von 1951 bis 1996 diente es als Schule. Seitdem steht es leer.

Am Sonntag gibt es für die Besucher einiges zu entdecken. Von 10 bis 16 Uhr kann das Schloss von oben bis unten mit oder ohne Führung durchstreift werden. Dabei können die Ausstellungen "Die Orgeln im Mittweidaer Zschopautal", "150 Jahre Schule am Berg", "20 Jahre Heimatverein Ringethal" und "10 Jahre Baumpark Ringethal" besichtigt werden. Die Ausstellungen haben neben Vitrinen und Fotos auch digitale Inhalte zu bieten.

Schloss Ringethal, innen
Das 3D-Modell der Silbermannorgel steht im sogenannten Orgelsaal des Schlosses. Bildrechte: prostartup

Eine besondere Geschichte hat der Orgelsaal. In der Dorfkirche Ringethal steht die kleinste je gebaute Silbermann-Orgel. Diese gehörte aber ursprünglich ins Schloss. "Es gibt einen alten Vetrag von vor über 200 Jahren", erzählt Müller. "Laut diesem sollte die Orgel eigentlich nur für zwei Jahre als Leihgabe an die Kirche gehen." Aus Spaß habe der Förderverein die Orgel zurückgefordert. Es wurde dann aber eine moderne Lösung gefunden: Im Schloss steht jetzt ein originalgetreues 3D-Modell der Orgel. Der genaue Standort der Orgel konnte nicht mehr bestimmt werden, aber sie stehe nun an dem Platz, der am wahrscheinlichsten sei.

Passend dazu hält Christian Schulz, Professor von der Hochschule Mittweida, den Vortrag "Denkmalgerechte Orgelsanierung mit moderner OSE-Elektronik - made in Mittweida" am Sonntag im Schloss. Die passende Elektronik wird auch ausgestellt und mit einer Kinderorgel vorgeführt.

Schloss Ringethal, innen
Ein Zimmer wurde anhand von Fotos wieder historisch hergerichtet. Bildrechte: prostartup

In diesem Jahr hatten Interessierte bereits mehrmals die Gelegenheit das Schloss zu besichtigen. Ob beim Inselteichfest, der Schlössernacht oder dem Schlossfest mit dem Mittelsächsischen Kultursommer. "Aber das waren immer Veranstaltungen mit einem besondern Fokus, oft auch abends", so Müller. Am Sonntag könnten die Besucher sich Zeit nehmen, bei Tageslicht das Schloss und die Ausstellungen zu besuchen und natürlich auch den Vorträgen zu lauschen.

Zukunftspläne gibt es einige für das Schloss. In Zusammenarbeit mit der Stiftung des in Mittweida ansässigen Unternehmens IMM bastelt der Förderverein an einem Nutzungskonzept. Ein Ausstellungs- und Eventhaus soll es einmal werden. Doch zuerst steht eine Sanierung des Gebäudes an. Die ersten Fördermittel sind bereits da: Nächstes Jahr wird als erstes die große Zugangstreppe saniert.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 08.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2019, 06:00 Uhr

Mehr aus Flöha und Hainichen

Mehr aus Sachsen