Forschungsprojekt Was macht der Klimawandel mit Sachsens Kunstschätzen?

Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin untersucht in der Schlosskirche Augustusburg den Cranach Altar mit einem 3D Scanner
Das Projekt wurde in der Schlosskirche Augustusburg vorgestellt. Vor fünf Jahren wurde der Cranach-Altar restauriert. Jetzt untersuchen die Wissenschaftler erneut, ob durch geringe Luftfeuchte Veränderungen an dem Denkmal auftreten. Bildrechte: dpa

Der schädliche Einfluss des Klimawandels auf Kunstschätze und Baudenkmäler soll in Sachsen wissenschaftlich untersucht werden. Dabei gehe es darum festzustellen, wie sich beispielsweise längere Trockenperioden und geringe Luftfeuchtigkeit auswirken, erklärte Sachsens Minister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt am Freitag in Augustusburg zur Vorstellung des Projektes. "Waren bisher meist zu hohe Luftfeuchten in historischen Gebäuden ein Problem, werden jetzt in Innenräumen zunehmend kritische Luftfeuchtewerte unter 40 Prozent gemessen", betonte Schmidt. Dies sei eine Gefahr für zahlreiche Kunstschätze aus organischen Materialien, wie etwa Leinwandgemälde, Papier- und Ledertapeten sowie Holzoberflächen und Wandmalereien.

Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin untersucht in der Schlosskirche Augustusburg den Cranach Altar mit einem 3D Scanner und zeigt einen Ausschnitt auf dem Computerbildschirm
Die Schäden und Veränderungen werden über einen 3D-Scanner sichtbar gemacht. Bildrechte: dpa

Untersuchungen in Augustusburg, Moritzburg, Meißen und Döbeln

In dem gemeinsamen Projekt erforschen die Otto-Friedrich-Universität Bamberg und das Institut für Diagnostik und Denkmalkonservierung in Sachsen und Sachsen-Anhalt Kulturdenkmäler, an denen Schäden durch Trockenheit bereits erkennbar sind.

Eine junge Frau sitzt vor einem Gemälde, vor ihr steht ein Laptop
Anne Kahl, wissenschaftliche Mitarbeiterin der
Uni Bamberg, erklärt das Vorhaben.
Bildrechte: Michael Langner

Ziel sei es, aus den erfassten Daten geeignete Strategien zu entwickeln, um Kulturdenkmäler besser vor den klimatischen Änderungen zu schützen.

In Sachsen werden vier Fallbeispiele, an denen Schäden durch Trockenheit bereits erkennbar sind, untersucht. Dazu gehören in der Kirche des Schlosses Augustusburg der Cranach-Altar und die Cranach-Kanzel von 1572, in Schloss Moritzburg die barocken Ledertapeten, in der Albrechtsburg Meißen die Wandmalereien sowie der um 1515 entstandene Flügelaltar in der St. Nikolai-Kirche in Döbeln. Minister Schmidt betonte, mit dem Projekt will man von Spekulationen über klimaschädliche Einflüsse wegkommen und stattdessen drohende Schäden wissenschaftlich untermauern.

Quelle: MDR/dk/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 28.08.2020 | 19:00 Uhr

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