Ausbreitung der Schweinepest Appell an Urlauber: Vorsicht bei Wurstwaren aus Osteuropa

Schweine
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Angesichts der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest appelliert das Landratsamt Mittelsachsen an Urlaubsreisende. Vor allem wer in Osteuropa unterwegs ist, sollte keine Rohwürste wie Salami und Knacker und keinen rohen Schinken oder rohes Schweinefleisch aus diesen Regionen mitbringen, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. Falls die Fleischerzeugnisse den Erreger in sich tragen, bestehe die Gefahr, dass sich Wildschweine hierzulande durch unachtsam weggeworfene Reste mit dem Erreger infizieren. Für Menschen stellt die Schweinepest keine Gefahr dar.

Virus hält sich in Schinken rund 400 Tage

Der Mitteilung zufolge breitet sich die Krankheit vom Baltikum bis in den Süden Osteuropas weiter aus. Besorgniserregend sei die sehr hohe Anzahl der Seuchenausbrüche in Hausschweinebeständen in Rumänien, hieß es weiter.

Knackwürste hängen über Gläsern mit eingekochter Wurst, die auf einem Holzregal stehen
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Das Virus ist sehr langlebig und hält sich bei Zimmertemperatur beispielsweise gut vier Monate, im blutverseuchten Erdboden 205 Tage, im gekühlten Schlachtkörper sieben Monate, in Schinken bis zu 399 Tage. Bei der Verarbeitung von Fleisch und Fleischprodukten wird es erst bei einer erzielten Kerntemperatur von 69 Grad inaktiviert.

Anke Kunze Veterinärmedizinerin Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Mittelsachsen

So schützt sich Sachsen vor der Afrikanischen Schweinepest Am 16. April ist eine Regelung in Kraft getreten, wonach sogenannte Fallwildschweine, Unfallwildscheine oder krank erlegte Wildschweine als sogenannte Indikatortiere dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden müssen. In den Landkreisen Bautzen und Görlitz müssen alle erlegten Wildschweine beprobt werden.

Der Landkreis Mittelsachsen hat bisher 170 Proben eingeschickt, davon neun sogenannte Indikatortiere. Auch einige große Schweinehalter im Landkreis nehmen seit kurzem an einem freiwilligen Überwachungsprogramm teil. Dabei werden jede Woche mindestens zwei verendete Schweine beprobt und das Veterinäramt kontrolliert zwei Mal jährlich, ob es einen klinischen Verdacht auf die Seuche gibt.

In Deutschland ist bisher kein Fall bekannt.

Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.08.2020 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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