07.07.2020 | 20:09 Uhr Welterberegion Erzgebirge kommt in Fahrt

Am 6. Juli 2019 wurde die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Nach dem Feiern wartete jede Menge Arbeit auf die Verantwortlichen. Erste Projekte nehmen Gestalt an.

Menschenmenge bildet auf einem Marktplatz den Schriftzug 'Wir sind Welterbe'.
Auch in der Bergstadt Marienberg freute man sich über den Welterbe-Titel. Bildrechte: 360 Grad Team

Ein Jahr nach der Aufnahme der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die Liste des UNESCO-Welterbes hat der federführende Welterbeverein seit Anfang Juli einen neuen Chef. Der aus Crottendorf stammende Michael Riedel kommt als Elektrotechnik-Ingenieur aus der Wirtschaft und löst Matthias Lißke ab. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge hatte die Geschicke des Welterbevereins für ein Jahr zusätzlich geführt. Der Trägerverein wurde bereits 2015 gegründet. Ihm gehören die Landkreise Erzgebirgskreis, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Mittelsachsen an. Außerdem sind 31 Kommunen aus diesen Landkreisen im Verein vertreten.

Vereinschef Michael Riedel: "Ich bin mit Leib und Seele Erzgebirger"

Der 52-Jährige Riedel freut sich auf die Herausforderung im neuen Job.

Saigerhütte Grünthal 30.07.2019, Olbernhau
Auch die Saigerhütte im Olbernhauer Stadtteil Grünthal gehört zu den Welterbestätten im Erzgebirge. Bildrechte: imago images / HärtelPRESS

Es ist eine spannende Aufgabe. Ich bin mit Leib und Seele Erzgebirger, bin hier geboren und aufgewachsen. Und ich freue mich auf die Aufgabe, für meinen Landstrich diesseits und jenseits der tschechischen Grenze was zu tun.

Michael Riedel Chef Welterbeverein

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří Die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommene Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří setzt sich aus 22 Bestandteilen zusammen: 17 auf deutscher und fünf auf tschechischer Seite. Die ausgewählten Denkmale, Natur- und Kulturlandschaften repräsentieren in ihrer Gesamtheit die wichtigsten Bergbaugebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus. Dazu gehören allein auf sächsischer Seite etwa 400 Einzelobjekte.

Nach der Verleihung des Titels wartet jede Menge Arbeit auf den Welterbeverein und den neuen Vorsitzenden Michael Riedel. Mit dem Titel beginnt die eigentliche Arbeit, sagt er. "Jetzt gilt's natürlich, das Ganze in die Tat umzusetzen getreu der Unesco-Welterbekonvention 'Schutz - Erhalt - Vermittlung'". Dazu würde der Aufbau von Welterbezentren in Freiberg, Marienberg, Annaberg-Buchholz und Schneeberg gehören. Dort solle dann vermittelt werden, warum die Region zum Welterbe gehöre und welche Sehenswürdigkeiten es im Einzelnen dort gebe.

Das kann man nicht innerhalb eines Jahres aus dem Boden stampfen. Andere Welterbestätten, zum Beispiel Rammelsberg in Goslar, tragen den Titel schon zehn Jahre. Dort beginnt erst jetzt der Aufbau des Welterbezentrums.

Michael Riedel Chef Welterbeverein

Konkrete Pläne für das Welterbezentrum Freiberg

Für das Welterbezentrum in Freiberg soll das Silbermann-Haus erweitert werden. Dort sollen verschiedene Veranstaltungen angeboten werden, sagte Riedel. "Wir haben bereits einige Bildungsveranstaltungen initiiert. Auch einen grenzübergreifenden Fotowettbewerb gibt es." Daraus solle ein Kalender für 2021 gestaltet werden. "Dann gibt es noch Gespräche über Finanzierungen und andere Dinge, die im Hintergrund laufen."

Die Qual der Wahl: 22 Welterbestätten

Auf ein Lieblingsprojekt unter den 22 Welterbestätten im Erzgebirge lässt sich Riedel nicht festlegen. "Die sind mir alle lieb! - und das auf tschechischer wie auf deutscher Seite von Dippoldiswalde bis Schneeberg/Eibenstock. Die haben alle ihren ganz speziellen und tollen Charme." Schließlich gehöre es zu den primären Aufgaben des Welterbevereins, Fachbesucher, Touristen und Wochenendausflügler "in unser schönes Erzgebirge zu locken", so Riedel.

Bergbaulandschaft Lauta
Der Welterbe-Titel soll in Zukunft noch mehr Besucher ins Erzgebirge locken. Bildrechte: Jens Kugler

Quelle: MDR/tfr/mv

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.07.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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