Homeschooling Schülerinnen aus Mittelsachsen fordern Anpassungen der Abiturprüfungen

Abitur-Prüfungsaufgaben, Zettel, Kugelschreiber und Taschenrechner
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Rund 8.600 Unterstützer und Unterstützerinnen haben seit Sonntag eine Online-Petition zweier Gymnasiastinnen aus Mittelsachsen unterzeichnet. Darin fordern die Zwölftklässlerinnen angesichts wochenlangen Homeschoolings ein faires Abitur. Die 19-jährige Henriette Bochmann besucht das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Freiberg, ihre Freundin die 18-jährige Ema Fenikova das Cotta-Gymnasium im nahen Brand-Erbisdorf.

Bislang 15 Wochen Homeschooling allein in diesem Schuljahr, das sei nicht zu vergleichen, meint Fenikova. Manche Kurse hingen bis zu sechs Wochen im Lehrplan zurück. "Es ist ja eher eine Aufgabenübermittlung als Unterricht", berichtet sie von ihren Homeschooling-Erfahrungen. "Natürlich geben unsere Lehrer und die Schulleitung das Beste, was sie können. Dafür sind wir ihnen sehr dankbar." Doch die Umstände machten es unmöglich, so viel Stoff mitzuteilen wie im normalen Unterricht.

Petition fordert mehr Wahlmöglichkeiten

Zudem gibt es laut Bochmann in und um Freiberg Probleme mit dem Internet. Onlineunterricht über Konferenzprogramme sei dadurch nicht möglich. "Wir würden uns wünschen, dass zum Beispiel die Abiturprüfungen nach hinten verschoben werden, zwei Wochen oder drei, damit wir mehr Zeit haben, uns auf das Abitur vorzubereiten", erklärt Bochmann.

Außerdem wollen sie mehr Wahlmöglichkeiten in den Prüfungen. "Der Lehrplan in der Sekundarstufe II geht über zwei Jahre und die Lehrer dürfen selber entscheiden, welches Thema sie als erstes behandeln und welches als letztes", so Bochmann. "Deswegen ist es schwierig, ein Thema rauszustreichen aus den Prüfungen." Bei mehr Wahlmöglichkeiten hätten die Schüler die Möglichkeit, die Themen in der Prüfung zu wählen, die sie im Präsenzunterricht behandelt haben. Darüber hinaus fordern Fenikova und Bochmann formelle Anpassungen, die die Zahl der notwendigen Noten, Klausuren und Vorprüfungen betreffen. Ihre Petition wollten sie bereits am Freitag ans Kultusministerium schicken.

Kultusminister verspricht Maßnahmen zur Ausgestaltung der Abiturprüfungen

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz versprach am Freitag im MDR SACHSENSPIEGEL, dass allen ein ordentlicher Abschluss ermöglicht werden solle. "Das eine ist eine gezielte, systematische Prüfungsvorbereitung und die Konzentration auf die Prüfungsfächer", sagte er. "Und dann geht es um die Frage, wie die Prüfungen ausgetaltet werden." Dazu seien bereits Maßnahmen diskutiert worden. Die Ergebnisse der Beratungen sollen nächste Woche verkündet werden.

Quelle: MDR/al/rk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.01.2021 | 15:50 Uhr

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