Ein Kind hält Eicheln in den Händen.
Bildrechte: imago/Westend61

Trockenheit, Sturm und Borkenkäfer Kinder sammeln Eicheln für Waldaufforstung

Trockenheit, Stürme und der Borkenkäfer haben den sächsischen Wäldern in den vergangenen Monaten stark zugesetzt. Betroffen ist auch der Gemeindewald von Bobritzsch-Hilbersdorf. Doch es ist Hilfe in Sicht.

Ein Kind hält Eicheln in den Händen.
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In Bobritzsch-Hilbersdorf werden zur Aufforstung des Gemeindewaldes derzeit Eicheln gesammelt. Wie die Gemeindeverwaltung auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, hat sich der Waldbestand durch zwei schwere Stürme, die Trockenheit im Sommer und den Borkenkäfer dezimiert. Die dadurch entstandenen Kahlflächen sollen im Frühjahr mit Eichen aufgeforstet werden.

Letzten Endes standen wir vor dem Problem: Wie können wir unsere Schadstellen wieder aufforsten? Und da wir auf Saaten setzen vor Pflanzung, haben wir überlegt, wie kommen wir jetzt zu dem Saatgut. Und da kam die Idee mit den Kindern. Und ich freu mich, dass das so gut angenommen wurde.

Volker Haupt Bürgermeister Bobritzsch-Hilbersdorf

Zustimmung für das Projekt kommt auch von Revierförster Peter Dalke: Kinder und Bäume seien unsere Zukunft, sagte er MDR SACHSEN, "und wenn man das miteinander verbinden kann, ist sowas genial". An der Sammel-Aktion beteiligen sich nach Angaben der Gemeinde vier Kitas, drei Grundschulen sowie die kleineren Klassen der Oberschule. Auch alle anderen Bürger können mitmachen. Bis Ende November können Eicheln im Gemeindeamt abgegeben werden. Über den Winter sollen die Früchte dort eingelagert werden. Wenn es die Witterung zulässt, sollen die Eicheln im März ausgesät werden - wieder in Zusammenarbeit mit den Kindern der Gemeinde.

Sorge um sächsische Wälder

Die Sturmtiefs Herbert, Friederike und Fabienne haben genauso wie die anhaltende Trockenheit deutliche Spuren in den Wäldern hinterlassen. Die Bilanz: 2,5 Millionen Kubikmeter Schadholz. Das ist mehr als regulär in einem Jahr geerntet wird, erklärt der Pressesprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst, Renke Coordes, auf Anfrage von MDR SACHSEN. Hinzu kommen 400.000 Kubikmeter Holz, die vom Borkenkäfer befallen sind. Der Schädling konnte sich wegen der Dürre so stark vermehren. Am wichtigsten sei jetzt die Eindämmung des Borkenkäfers. Dafür müssen laut Coordes bis zum Frühjahr alle Brutmöglichkeiten für den Schädling entfernt werden. Das heißt sowohl die Bäume, die schon befallen sind, wie auch diejenigen, die befallen werden könnten, müssen gefällt werden.

Im Zuge der Waldstrategie 2050 des Freistaates soll der Laubbaum-Bestand in den kommenden Jahren aufgestockt werden. Dafür werden nach Aussage des Sachsenforst-Sprechers jährlich rund 2,5 Millionen Buchen und 800.000 Eichen gepflanzt. Doch gerade für die jungen Kulturen stellt die Hitze ein großes Problem dar. So sind 3.000 Hektar der im Frühjahr 2018 gepflanzten Bäume im Sommer vertrocknet. Da der Grundwasserspiegel noch immer zu niedrig sei, war auch keine Nachbesserung im Zuge der Herbstpflanzung möglich.

Um die Aufforstung in den kommenden Jahren sicherzustellen, nennt Coordes drei mögliche Maßnahmen: Steigerung der Herbstpflanzungen, wenn es die Temperaturen und Niederschlagsmengen zulassen; Verpflanzung der Bäume mit Erde, aus denen sie anfangs Feuchtigkeit und Nährstoffe ziehen können sowie eine optimierte Standortsuche mit besserer Wasserversorgung.

Infos und Zahlen zu Schäden in sächsischen Wäldern - 2,5 Millionen Kubikmeter Schadholz durch Sturmtief Herbert, Friederike und Fabienne
- 1,8 Millionen Kubikmeter Schadholz durch Sturmtief Kyrill im Jahr 2007
- 400.000 Kubikmeter Schadholz durch Borkenkäfer-Befall
- voraussichtlicher Schaden durch Borkenkäfer-Befall 2019: 400.000 Kubikmeter

Zum Vergleich: Jährlich werden durchschnittlich 2,3 Millionen Kubikmeter Holz in sächsischen Wäldern geerntet.

Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 08.11.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 09. November 2018, 07:31 Uhr

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