Blick in ein großes Gasroht, das auf einem Lkw-Anhänger liegt.
Bildrechte: Nora Kilenyi

Erste Rohre in Freiberg angekommen Eugal-Gasleitung in Sachsen vor dem Baustart

Der Pipeline-Betreiber GASCADE will im Herbst 2018 in Sachsen mit dem Bau der Erdgasleitung "Eugal" beginnen. Die ersten Rohre sind seit Montag da. Es fehlt allerdings noch die Baugenehmigung. Und es gibt Widerspruch.

Blick in ein großes Gasroht, das auf einem Lkw-Anhänger liegt.
Bildrechte: Nora Kilenyi

Die ersten Rohre für die zukünftige Erdgastrasse EUGAL (Europäische Gas-Anbindungsleitung) sind am Montag in Freiberg per Bahn angeliefert worden. Von dort sollen sie an verschiedene Lagerplätze in Sachsen gebracht werden, um bei Baubeginn lange Transportwege zu vermeiden.

Ein Sattelzug steht neben einem Eisenbahnwaggon mit großen Rohren, dahinter ein Autokran.
Jedes einzelne Rohr für die Pipeline wiegt 14,5 Tonnen. Bildrechte: Nora Kilenyi

Jedes der Rohre ist 17 Meter lang, hat einen Durchmesser von 1,4 Metern und eine eine Wandstärke von 2,2 Zentimetern. Auch das Gewicht der Rohre ist stattlich. Jedes der 6.000 Rohre, die in Sachsen verlegt werden sollen, hat ein Gewicht von 14,5 Tonnen. In den nächsten Wochen müssen damit fast 90.000 Tonnen Stahl zu den zehn Lagerplätzen entlang der geplanten Route gebracht werden.

Erdgasleitung EUGAL Die Erdgasleitung EUGAL soll nach ihrer Fertigstellung von der Ostsee bis nach Tschechien verlaufen. Bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas können ab Ende 2019 jährlich durch die Leitung fließen.

Noch sind nicht alle Genehmigungen da

Ein Gasrohr hängt an einer Krantravers kurz über der Ladefläche eines Sattelzuges.
Bildrechte: Nora Kilenyi

Obwohl die Rohre schon in Sachsen verteilt werden, fehlt den Bauherren, der GASCADE GmbH, noch die abschließende Genehmigung. Ihr Pressesprecher George Wüstner ist trotzdem zuversichtlich. "Bis jetzt ist das Projekt nach Plan verlaufen. Wir haben schon das Raumordnungsverfahren durchgeführt, bei dem die grobe Leitungsführung festgeschrieben wurde. Derzeit sind wir im Planfeststellungsverfahren, bei dem die Landesdirektion über die Baugenehmigung entscheidet." Er sei weiterhin positiv gestimmt, dass die Leitung so gebaut werden würde, wie sie geplant gewesen sei.

Ein Sprecher der Landesdirektion Sachsen sagte auf Nachfrage von MDR SACHSEN, dass der Transport und die Lagerung der Rohre auch vor dem Erlass eines Planfeststellungsbeschlusses möglich sei. Das geschähe auf Basis privatrechtlicher Vereinbarungen zur Anmietung von Rohrlagerplätzen und sei damit unabhängig vom Genehmigungsverfahren.

Einspruch kommt vom Windparkbetreiber

Von der Landesdirektion Sachsen hieß es, dass gegen den Planfeststellungsbeschluss für die EUGAL-Trasse 42 private Einwendungen und 101 Stellungnahmen vorliegen. Dirk Unger, ein Windparkbetreiber in Dörnthal, hat schon Erfahrung damit. Ein Verfahren gegen die Verlegung der OPAL-Gasleitung quer durch den Windpark liegt auf Eis, während das Gas schon durch die Rohre strömt. Auch jetzt hat er Einspruch eingelegt. Dirk Unger befürchtet, den Windpark nicht weiter ausbauen zu können. "Beachtet man, dass zu jeder Gasleitung entsprechende Schutzabstände einzuhalten sind, besteht damit die erhebliche Gefahr, dass eine künftige Nutzung des Windvorranggebietes völlig ausgehöhlt wird." Außerdem seien alternative Trassenführungen nicht genügend geprüft worden.

Wann das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen wird, steht noch nicht fest. Die Bauherren rechnen allerdings mit einer zügigen Genehmigung und mit einem Baubeginn schon im Herbst.

Quelle: MDR/nk/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.06.2018 | 18:20 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 18.06.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2018, 20:28 Uhr

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