01.01.2020 | 06:00 Uhr Eugal-Pipeline nimmt Betrieb auf

Blick in ein großes Gasroht, das auf einem Lkw-Anhänger liegt.
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Der erste Strang der Europäischen Gas-Anbindungsleitung Eugal geht am 1. Januar in Betrieb. Das teilte der Netzbetreiber Gascade mit. Nach rund anderthalb Jahren Bauzeit und Testtransporten ist die Ferngasleitung nun transportbereit. Die Eugal-Leitung verbindet die Erdgasempfangsstation in Lubmin bei Greifswald mit der Gasdruckregel- und Gasmessanlage in Deutschneudorf nahe der tschechischen Grenze. Dazwischen liegen rund 480 Kilometer Rohre.

Nach Angaben von Gascade sind zwischen Freiberg und Deutschneudorf etwa 2.700 Rohre verbaut worden. Jedes der Rohre ist rund 18 Meter lang und 15 Tonnen schwer. Der Durchmesser der Leitung beträgt 1,40 Meter.

Bau durchs Erzgebirge war eine Herausforderung

Laut Pressesprecher George Wüstner war der Bau durch das Erzgebirge eine Herausforderung. "Wir haben an der deutsch-tschechischen Grenze die Schweinitz, den Grenzfluss. Den haben wir unterquert, die Leitung geht unter dem Fluss hindurch, um dann ans tschechische Netz anzuschließen", so Wüstner. "Unsere Gasdruck-, Regel- und Messanlage, also die Exportstation für Gas in Deutschneudorf, mussten wir in einem hangigen Gebiet bauen und dort den Baugrund schaffen."

Pro Jahr können nach Unternehmensangaben bis zu 30,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportiert werden. Wenn die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 fertig ist, soll mit der Fertigstellung des zweiten Eugal-Stranges von Januar 2021 an die volle Kapazität der Leitung von bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich bereitstehen.

Erdgasleitungsnetz in Deutschland

Erdgastrassen in Deutschland
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Woher das Erdgas kommt Das Erdgas kommt aus Russland. Nord Stream, die 1.224 Kilometer lange Erdgasleitung, verläuft quer durch die Ostsee. Die Pipeline transportiert sibirisches Gas direkt nach Lubmin bei Greifwald. Von dort wird es weiterverteilt. Der erste Strang ging im November 2011 in Betrieb. Nach Fertigstellung des zweiten Stranges im Herbst 2012 kann die Leitung 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr transportieren. Mit der Menge können rechnerisch 26 Millionen Haushalte versorgt werden. Hinter Nord Stream stehen die Energieunternehmen Gazprom, Eon, Gasunie, Engie und die BASF-Tochter Wintershall. Mit der Erdgasleitung (Nord Stream 2) soll die Kapazität verdoppelt werden.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 02.01.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 01. Januar 2020, 06:00 Uhr

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