08.06.2020 | 13:11 Uhr Rehkitz-Rettung vor Mähwerk per Drohne und Wärmebildkamera

Tausende Rehkitze sterben jedes Jahr im Gras, weil sie von einem Mähwerk erfasst werden. Zur Heuernte hat der Landwirtschaftsminister in Sachsen wieder dazu aufgerufen, Kitz und Co zu retten. Landwirte setzten dabei auf Bewährtes und neueste Technik.

Rehkitz: Ein Rehkitz sitzt in einem Karton voll Gras
Bildrechte: MDR/Marie-Luise Luther

Viermal im Jahr müssen Landwirte zum Mähen raus und jetzt steht die Ernte fürs Heu an. Weil derzeit aber auch die Rehkitze geboren werden, müssen Landwirte besonders vorsichtig sein. Denn bei Gefahr machen sich die Kitze ganz klein und ducken sich fest ins Gras, auch wenn die Mähmaschine kommt. Manchmal werden sie dann schwer verletzt und leiden, bis sie sterben.

Das Landwirtschaftsministerium hat deshalb wieder dazu aufgerufen, Kitz und Co zu retten. Es empfiehlt Drohnen mit Wärmebildkamera, die die Fläche vorher absuchen, diverse Flatterbänder oder die Zusammenarbeit mit Jägern, die die Flächen mit Hunden abgehen. Landwirt Gunther Zschommler in Großschirma setzt vor allem auf die Jäger. "Am wichtigsten ist der enge Kontakt zum Jäger, weil die am besten Bescheid wissen", sagte Zschommler MDR SACHSEN.

Wir sagen den Jägern, wann wir mähen möchten und dann gehen sie selbst nochmal raus.

Gunther Zschommler Landwirt in Großschirma

Zschommler hat auch schon eine Drohne angeschafft, allerdings ohne Wärmebildkamera, weil die ihm zu teuer gewesen sei. Mit einer solchen Kamera ausgerüstet ist die Drohne von Sven Kaleta. Der freiwillige Helfer ist im mittelsächsischen Grünlichtenberg im Einsatz gewesen. Er hat nach eigenen Angaben schon Dutzenden Rehkitzen das Leben gerettet.

Die haben noch keinen Fluchtreflex. Die machen sich so klein wie möglich. Egal, ob da ein Wolf, ein Fuchs oder der Mähdrescher kommt, die bleiben liegen.

Sven Kaleta Drohnen-Pilot und Kitz-Retter

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.06.2020 | 19:00 Uhr

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