Solar Factory III, 2011
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Insolvenzverwalter sieht keine Perspektive Solarworld in Freiberg vor dem Aus

Solarzellen werden in Deutschland in großem Stil nur noch von Solarworld hergestellt - unter anderem in Freiberg. Nun scheint das Unternehmen endgültig vor dem Aus zu stehen. Bis zum 30. September muss ein Investor gefunden werden.

Solar Factory III, 2011
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Dem Solarzellen-Hersteller Solarworld droht das endgültige Aus. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, kann dies nur verhindert werden, wenn sich bis zum 30. September ein neuer Investor findet. Insolvenzverwalter Christoph Niering sei zu dem Schluss gekommen, dass Solarworld in der bisherigen Ausrichtung nicht weitergeführt werden könne. Dieser Einschätzung hätten sich die Gläubiger angeschlossen. Von der Schließung wäre auch der Standort Freiberg betroffen. Solarworld beschäftigt nach eigenen Angaben in Arnstadt, Freiberg und Bonn noch rund 500 Mitarbeiter.

Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt

Mit den Betriebsräten habe Niering einen Interessenausgleich und Sozialplan ausgehandelt. Die Mitarbeiter könnten zum 1. August in zwei Transfergesellschaften wechseln. Sie würden weiter qualifiziert und erhielten dann für sechs Monate eine finanzielle Unterstützung deutlich oberhalb des Arbeitslosengeldes. Der Betriebsrat in Arnstadt und die IG Metall haben allerdings gefordert, den Interessenausgleich nachzuverhandeln. Kirsten Joachim Breuer von der IG Metall Erfurt erklärte: "Wir wissen, dass es keine Totalschließungen der drei Standorte geben wird, sondern dass in Freiberg die Produktion weiter laufen, das Werk möglicherweise sogar verkauft werden soll".

Solarworld Industries war im vergangenen Jahr aus der Insolvenz der Solarworld AG hervorgegangen. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten noch gut 3.000 Menschen in dem Unternehmen, das einst als Vorzeigebetrieb der deutschen Energiewende galt. Solarworld leidet unter anderem unter extrem niedrigen Preisen der chinesischen Konkurrenz für Solarmodule. Solarworld Industries hatte im März einen Insolvenzantrag gestellt.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.07.2018 | ab 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2018, 19:38 Uhr

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4 Kommentare

13.07.2018 14:08 Chris 4

was will oder soll den der Kretschmer ausrichten sowie genau der Dulig garnichts bringen diese zustande nur ihr Monatsgehalt von dem Steuerzahler und Reden schlaue halten mehr bringen diese nicht, die Wirtschaftsbosse haben was zu sagen, ja aber diese Schleimer doch nicht, die sind wie viele andere total fehl am Platz.

13.07.2018 09:17 Gaihadres 3

@Nr.1: Es wurde versucht im Osten eine Industrie zu etablieren, die es in den alten Bundesländern nicht gibt und die Weltweit noch im Aufbau begriffen war. Natürlich herrschte da eine gewisse Aufbruchstimmung - mit vollmundigen Versprechen hat das erst mal wenig zu tun, denn die Produkte sind wirklich qualitativ sehr Hochwertig. Nur eben zu Teuer. Wie Nr.2 anführt ist das die Kehrseite des Freihandels - aber auch nur die halbe Wahrheit. @Nr.2 Im Kern haben Sie Recht, aber der Protektionismus verteuert nur die Produkte für alle Käufer. Das wir - verglichen mit anderen Produzenten - sehr hohe Löhne haben ist nun einmal ein Fakt. Daran würde auch der Protektionismus nichts ändern. Das Problem ist der Absatzpreis und der bliebe hoch. Durch Subventionen könnte man der Industrie Luft verschaffen, aber das würde auch nur dann etwas nützen, wenn mittelfristig die Konkurrenz damit ausgehebelt wird. Würde man die Konkurrenz aufkaufen und deren Produktionsstandart senken, würde das auch helfen.

12.07.2018 23:01 Johny 2

Kehrseite des "freien Handels" eben. Zölle schützen vor Lohn- und Preisdumping und damit gut bezahlte einheimische Arbeitsplätze und Sozialsysteme, welche gegen sonst gegen Staaten mit niedrigen Sozial- und Lohnstandarts keine Chance haben werden.

12.07.2018 22:14 Na so was 1

Da werden "im Osten" große Betriebe aufgebaut, den Menschen wird erzählt, diese Firma wird bzw. kann gar nicht untergehen. Was hier gebaut wird, ist Weltspitze. Die Leute, die dort Arbeit finden, wähnen sich auf der sicheren Seite. Dann kommt irgendwann die 1.Insolvenz, dann geht es irgendwie weiter, die Beschäftigten schöpfen wieder Hoffnung, usw. Es ist eine Endlosschleife. Dann kommt es zum großen Knall, es ist endgültig vorbei. Die salbungsvollen Worte waren nur Luftblasen. Aber ihr Freiberger, auch wenn es euch nicht trösten wird. Ihr seid nicht die einzigen, die dieses "Scheiß-Los" gezogen haben > Halbleiterfirmen in Dresden, einmal hoch, dann wieder runter (Qimonda), Stellenabbau bei GlobalFoundries, Batterieherstellung in Kamenz, um nur einige Schwachstellen in Sachsen zu benennen. Herr Kretschmer (CDU), als Sachsens Ministerpräsident, Sie sind am Zug, bitte handeln Sie in der Praxis, nicht nur auf irgendwelchen Parteitagen große Reden schwingen, das kennen wir hier zur Genüge.

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