04.07.2020 | 12:54 Uhr Freiberg zeigt die Geschichte der Rente

Eine Sammelbüchse der Freiberger Hüttenknappschaft aus dem Jahr 1546 steht im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg in der Ausstellung "Vom Gnadengroschen zur Rentenformel" in einer Vitrine.
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Das Stadt- und Bergbaumuseum in Freiberg illustriert in einer Sonderausstellung die Geschichte der Altersvorsorge in Deutschland. Die Schau mit unter dem Titel "Vom Gnadengroschen zur Rentenformel" wird bis Ende Februar 2021 in den Ausstellungsräumen am Dom gezeigt. Sie ist auch ein Beitrag zum sächsischen Jahr der Industriekultur.

Knappschaften - die Rentenzahler des Mittelalters

Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Sozialvorsorge im Erzbergbau. Diese gehört zu den ältesten Vorläufern unseres heutigen Rentensystems. Sie beginnt gut 200 Jahre nach den ersten Silberfunden im Erzgebirge mit der Gründung von Knappschaften im 14. Jahrhundert. Das Anliegen dahinter: bessere Arbeitsbedingungen für die Bergleute und deren Absicherung sowie die ihrer Familien im Alter, bei Krankheit, Berufsunfähigkeit oder Tod.

Gnadengroschen - der erste Rentenbeitrag

Autos stehen vor dem Stadt- und Bergbaumuseum (r) sowie dem Dom zu Freiberg.
Das Stadt- und Bergbaumuseum in Freiberg Bildrechte: dpa

Die Freiberger Hüttenknappschaft gilt als die älteste. Ihr ist auch das Leitobjekt der Sonderschau zu verdanken: eine Sammelbüchse von 1546. Dort warfen die Knappschaftsmitglieder wöchentlich einen "Büchsenpfennig", später einen "Gnadengroschen" ein. Dieses Geld kam armen, alten und kranken Kumpeln sowie Hinterbliebenen zugute. Erst im 18. Jahrhundert wurde diese Form der Vorsorge von staatlichen Regelungen und neuen Sparformen abgelöst.

Bergbau als Wiege des Sozialsystems

Im Zuge der Industrialisierung wurde auch die Sozialvorsorge in Deutschland ausgebaut, die Kranken- und Unfallversicherungen stammen aus dieser Zeit. Am Anfang stand aber in Sachsen die Rentenversicherung der Bergleute – und die Knappschaften gibt es bis heute. Ihre Solidarität würdigt auch Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch als beispielhafte Errungenschaft.

Barbara Klepsch, Ministerin für Wissenschaft, Kultur und Tourismus.
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Gerade die Bergleute wissen seit Jahrhunderten, wie wichtig es ist, füreinander einzustehen. In Zeiten von Corona kann uns dieser Blick auf die Geschichte Halt geben und ermutigen.

Barbara Klepsch Ministerin für Kultur und Tourismus in Sachsen

Informationen zur Ausstellung Was?
Sonderausstellung "Vom Gnadengroschen zur Rentenformel"

Wo?
Stadt und Bergbaumuseum Freiberg
Am Dom 1
09599 Freiberg

Wann?
4. Juli 2020 bis 28. Februar 2021

Öffnungszeiten?
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
(An Feiertagen Abweichungen möglich.)

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 04.07.2020 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

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