UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge
Bildrechte: MDR/Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V.

13.09.2019 I 13:18 Was macht die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří zu einem UNESCO-Weltkulturerbe?

Im Jahr 1972 tritt die Welterbekonvention in Kraft. Einzigartige Zeugnisse der Menschheitsgeschichte und der Natur sollen auf eine Liste aufgenommen werden. Von Kulturdenkmälern, wie z.b. Industriedenkmäler, Städteensembles, historische Bauten, über Schutzreservate, geologische Fundstätten und Naturdenkmäler. Ziel der Liste ist es, den außergewöhnlichen und universellen Wert der Stätten und Ihrer Bedeutung für die Menschheit zu schützen und erhalten.

UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge
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Seit dem Bestehen der Liste wurden weltweit 1.121 Welterbestätten auf diese Liste gesetzt, 46 davon in Deutschland. Und nun auch die Montanregion Erzgebirge. Doch wieso gerade diese Region?

Ein kurzer geschichtlicher Abriss des Erzgebirges

Seit Mitte des 12. Jahrhunderts die ersten Silberfunde in der Nähe des heutigen Freibergs aufkamen, strömten tausende Bergleute, Kaufleute, Abenteurer und Handwerker in die Region. Sie einte die Suche nach Reichtum, Glück und Arbeit. Fortan sollten sich sowohl auf der sächsischen, als auch der böhmischen Seite der Region eine Vielzahl an Bergstätten und Bergsiedlungen gründen. Auch die Palette an gefundenen Erzen stieg stetig. Neben Silber fand man Zinn, Arsen, Blei, Eisen, Kobalt, Nickel, Uran und Zink, sowie nichtmetallische Rohstoffe wie Kalk, Kaolin, Ton und Steinkohle. Das ließ die Region wachsen und gedeien.

Montanindustrie Als Montanindustrie werden alle Industriezweige bezeichnet, die sich mit der Gewinnung, Aufbereitung und direkten Weiterverarbeitung von Bodenschätzen befassen. Darunter fällt der Bergbau als auch die rohstoffverarbeitende Schwerindustrie.

Der Bergbau sorgte besonders zu Zeiten der Industrialisierung zur Ansiedlung verschiedenster Gewerbe- und Industriezweige. So war das Erzgebirge lange Zeit europäischer Marktführer in der Produktion von Blaufarben, ein wichtiger Bestandteil in der Meißener Porzellanherstellung. Durch den Uranabbau wurde die Region im 19. Jahrhundert zu einem weltweit bedeutendem Standort. Aber auch in Bereichen der Technologieentwicklung und Wissenschaft wurde die Region Vorreiter für Europa und die ganze Welt. Die Bergakademie Freiberg ist die älteste noch bestehende Ihrer Art (gegründet 1765) und die erstmals 1520 gepräten Silbertaler sollten für mehrere Jahrhunderte Vorbild für viele Währungssysteme in ganz Europa dienen.

Das Grenzgebiet zwischen Sachsen und Böhmen war mit all diesen Errungenschaften seit dem Mittelalter Motor und Impulsgeber für die soziale, wirtschaftliche und technologische Entwicklung in der Region, aber auch weit über deren Grenzen hinaus. Diese Entwicklungen prägten nicht nur die Landschaft. Der Einfluss des Bergbaus ist auch heute noch in vielen Bereichen des täglichen Lebens spürbar und erlebbar, durch Traditionen, Bräuche oder Überzeugungen der Menschen aus der Region.

All dies macht die Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušno­hoří zu einer lebendigen, sich weiter entwickelnden Kulturlandschaft von außergewöhnlichem universellem Wert für das Erbe der Menschheit.

Die UNESCO-Welterbe-Kriterien

Um aus der geschichtlichen Entwicklung einer Region herauszulesen, ob Sie sich als Weltkulturerbe eignet, hat die UNESCO sechs mögliche Kriterien für ein Welterbe erstellt. Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří erfüllt insgesamt drei dieser sechs möglichen Kriterien.

Welche das sind können sie hier nachlesen.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR Sachsenspiegel | 14.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 13:18 Uhr

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