Demonstration gegen Rechtsextremismus Zwickau gedenkt der Opfer des NSU

Rund 150 Menschen haben am Sonnabend in Zwickau den Opfern rechtsmotivierter Übergriffe gedacht. Sie folgten damit dem Aufruf der Gewerkschaft DGB und mehrerer linker Initiativen. Unter dem Motto "Ihr Geist spukt weiter" demonstrierten die Teilnehmer gegen Rechtsextremismus. Sie zogen mit Plakaten durch die Stadt, auf denen die Opfer des Terrornetzwerkes NSU abgebildet waren. Auf ihrem Weg durch die Stadt passierten die Demonstranten mehrere geschichtsträchtige Orte.

DGB sieht Aufklärungsbedarf bei der Jugend

Beginn des Demonstrationszuges war am Georgenplatz, wo zu Zeiten des Nationalsozialismus zahlreiche Juden zusammengetrieben wurden. Die Teilnehmen liefen zum Platz der Völkerfreundschaft, gegenüber der Polizei. Am Rathaus endete schließlich die Veranstaltung, die bewusst auf den 10. November gelegt worden war. Damit wollte Zwickau dem Gedenken in Jena am vergangenen Wochenende nicht im Weg stehen. In Jena, der Heimatstadt der drei Rechtsterroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, war am 4. November den Opfern gedacht worden. Anlass war der erste Jahrestag des Entdeckens der Terrorzelle NSU.

Die DGB-Vorsitzende aus Südwestsachsen, Sabine Zimmermann, erklärte bei ihrer Rede in Zwickau, es gebe gerade bei der Aufklärung der Jugend zum Thema Rechtsextremismus noch viel zu tun. "Wir müssen mehr inhaltlich arbeiten." Sie kritisierte zugleich die Stadt, erst in dieser Woche an die Opfer zu erinnern. Damit habe die Stadt ein würdiges Gedenken verpasst.

Rechtsextremes Konzert in Annaberg-Buchholz aufgelöst

Dass in Sachsen rechtsextremes Gedankengut immer noch weit verbreitet ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Annaberg-Buchholz. Dort hat die Polizei in der Nacht zum Sonnabend ein rechtsextremes Konzert aufgelöst. Gegen die 87 Anwesende seien Platzverweise ausgesprochen worden, teilte die Polizei in Chemnitz weiter mit. Zudem seien acht Strafanzeigen aufgenommen worden, unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, des Tragens verfassungswidriger Symbole sowie Beleidigung. Eine Polizeistreife hatte kurz vor Mitternacht rechtsextreme Musik aus der ehemaligen Gaststätte gehört. Hunderte CDs, Bücher und Kleidungsstücke wurden ebenso beschlagnahmt wie mehrere Hundert Euro Eintrittsgelder.

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2012, 21:23 Uhr

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1 Kommentar

12.11.2012 17:38 Vogel Strauß 1

Weshalb ist die Jugend nicht aufgeklärt über die Kriminalität der Stalin-Hitlererben? Es ist zum Spezialwissen von Zeitzeugen geworden, die ihre Erlebnisse darüber in der BRD nicht frei äussern dürfen. Eltern erziehen ihre Kinder nach dem Motto:" in der DDR war nicht alles schlecht,... Beratungsstellen für Opfer
von stalinistischer und brauner Gewalt fehlen. opfer werden verhöhnt, allein deswegen, weil Behörden die Aufklärungen verhindern. Bleibt der Schluss, das kann doch gar nicht so schlimm sein...".Kuck mal da die Linken!"Sind Todeslisten nicht schlimm für Deutschland? Öffentliche Debatte über die Wurzeln? Wo?

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