Nach 20 Jahren Leerstand Erlau bekommt "Generationenbahnhof"

Am Bahnhof im mittelsächsischen Erlau hat schon lange kein Zug mehr gehalten. Seit Jahren verfiel das Gebäude. Doch ab September zieht neues Leben ein. Das Gebäude wird zum "Generationenbahnhof".

Der alte Bahnhof in Erlau erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Seit Monaten hämmern und werkeln Bauleute und bringen das alte Gebäude auf Hochglanz. Denn der alte Bahnhof wird ab September, nach 20 Jahren Leerstand, eine neue Funktion bekommen.

In das denkmalgeschützte Gebäude werden eine Seniorentagespflege, ein ambulanter Pflegedienst, eine Zahnarztpraxis und ein Infozentrum rund um Fragen zur Pflege im Alter einziehen. Der alte Bahnhof wird dann zum "Generationenbahnhof". Noch sind einige Dinge zu tun. Die Außenanlagen sind noch nicht fertig und auch im Inneren sind noch einige Arbeiten zu erledigen.

Einen ersten Einblick verschafften sich am Montag Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und der Sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt. Denn das Projekt "Generationenbahnhof" wurde mit insgesamt 700.000 Euro aus der öffentlichen Hand gefördert. Insgesamt kosten der Umbau und die Arbeiten im Außenbereich 1,8 Millionen Euro.

Neues Leben in alten Gemäuern

Jana Ahnert, Vorsitzende des Generationenbahnhof Erlau e.V. sagte MDR SACHSEN: "Man muss jetzt den Bahnhof auch mit Leben füllen. Klappt die Zusammenarbeit mit der Seniorentagespflege, wird der neue Bürgersaal auch für öffentliche Feiern angenommen, akzeptieren die Erlauer ihn als ihr neues Wohnzimmer?" Ob diese Wünsche in Erfüllung gehen, werde die Zukunft zeigen.

Die Initiative für die neue Nutzung kam von der Gemeinde Erlau. Dort entschied man 2013, dem alten Gebäude eine neue Funktion zu geben. Im März 2016 rückten die ersten Bagger an und im September soll der "Generationenbahnhof" seinen Nutzern übergeben werden.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten aus dem Regionalstudio Chemnitz | 31.07.2017 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2017, 09:28 Uhr

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4 Kommentare

01.08.2017 20:45 aus Sachsen und denkt 4

@Frank: was ist über 63 Nationen? 63,4? ;)

Was mich irritiert, ist der Begriff Generationenbahnhof. Was ist für die Jüngeren gedacht? Der Bürgersaal, ok, für die Enkel zum 70. Geburtstag der Omi. Ein Zahnarzt ist ja nun auch was anderes als ein Höhepunkt für die Jugend. Was ist also direkt für U40?

Unbenommen davon ist es schön, dass in der Fläche mal wieder was losgeht. Zu viele Bahnhofsgebäude mussten dem Zeitgeist weichen. Ich denke hier besonders an Meerane und Hohenstein-Ernstthal.

01.08.2017 10:48 Wekoltmern 3

@ 1 und 2: Die Züge halten nicht direkt vor dem alten Bahnhofsgebäude. Die Bahnsteige befinden sich nördlich an der Brücke.

Dort fahren moderne Elektrotriebwagen, die sehr leise sind. Der Bahnanschluss ist wirklich positiv zu sehen. So ist der Ort bestens an die große weite Welt angeschlossen.

Nach Mittweida schafft es der Zug in rekordverdächtigen 4 Minuten. Nach Chemnitz sind es nur 19 Minuten.

01.08.2017 07:28 Frank der Baugutchter 2

Ein Holzschutz -oder Baugutachten wurde auch hier typisch Sachsen klassisch weggelassen. Es bestand kein Bedarf, der Freistaat gab auch so reichlich Fördermittel dazu.
Und wie schon # 1 angemerkt, Züge halten dort täglich ! Es fahren nur eben keine Schnellzüge mehr von Chemnitz nach Berlin auf dieser Strecke, trotz daß Mittweida, die Hochschulstadt Studenten aus über 63 Nationen hat.

31.07.2017 19:19 jo 1

am Bahnhof in Erlau halten tgl. bis zu 38 Züge der Mitteldt. Regiobahn (Linie RB45) :-))
ansonsten sehr schön saniertes Bahnhofsgebäude,
viel Erfolg, wir haben den Baufortschritt aus unseren Zügen täglich beobachten können und freuen uns über das Ergebnis

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