Riesiger Speicher für Wohnhaus in Chemnitz Heizen mit der Sonne

Das Einfädeln des 20-Tonners in den dafür zugehörigen Schacht war Millimeter-Maßarbeit. Am Ende ist der Speicher komplett im Haus verschwunden. Vor Ort wird er nun noch isoliert und dann mit beinahe 200.000 Liter Wasser gefüllt. Das sind mehr als 1.400 Badewannen.

Es sind zwei Kräne zu sehen, von denen einer einen riesigen Zylinder senkrecht in den Rohbau eines Hauses einfädelt. Der rote Zylinder ist bereits über die Hälfte seiner Länge im Haus verschwunden.
Zur Hälfte ist der rund 18 Meter lange Zylinder bereits eingetaucht. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

In Chemnitz ist am Freitag ein gigantischer Wärmespeicher für ein Mehrfamilienhaus gesetzt worden. Der in der Schweiz produzierte zylindrische Wassertank fasst 195.000 Liter Wasser. Mit dem über die Solarkollektorfläche des Hauses erwärmten Wasser kann der Wärme- und Warmwasserbedarf von 30 Wohnungen zur Hälfte gedeckt werden. Wie Vorstand Ullrich Hintzen von der Fasa AG sagt, ist der solare Deckungsgrad der Häuser normalerweise noch höher. Wegen der ungünstigen Ost-West-Ausrichtung des Gebäudes, das direkt an einer Straße liegt, sei aber hier nicht mehr herauszuholen.

Der Wintersonne zugeneigt

Dafür sei das Gebäude so konstruiert, dass es mit senkrechten bis 70 Grad geneigten Sonnenkollektoren vor allem an die Wintersonne angepasst sei, so Hintzen. Denn vor allem im Winter würde Wärme gebraucht. Sonst seien oft die zu 45 Grad geneigten Standard Solaranlagen üblich. Doch hier müssten Architekten umdenken, meint Hintzen.

Größter Speicher bislang

Zwei Männer mit Bauhelmen geben sich die Hand.
Josef Jenni (l.) hat für die Fasa AG bereits 77 Speicher gebaut. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Für Josef Jenni aus der Schweiz ist dieser Tag so besonders, dass er extra nach Chemnitz mit gekommen ist: "Das ist der größte Speicher, den wir für einen Kunden bislang hergestellt haben. Wir sind froh, dass das alles so rund gelaufen ist". Insgesamt ist es der 77. Speicher, den er für die Fasa AG liefert. Hinter dem großen Mehrfamilienhaus, das bereits zur Hälfte steht, sind etliche kleinere Häuser fertig gebaut. Sie alle haben Solarthermie-Anlagen.

Riesen Wärmespeicher in Wohnhaus gesetzt Das Runde muss in das Eckige

Das Einfädeln des 20-Tonners in den dafür zugehörigen Schacht war Millimeter-Maßarbeit. Am Ende ist der Speicher komplett im Haus verschwunden. Er fasst den Inhalt von mehr als 1.400 Badewannen.

Es sind zwei Kräne zu sehen, von denen einer einen riesigen Zylinder senkrecht in den Rohbau eines Hauses einfädelt.
Ein Spezialkran hat den 20 Tonner über dem Gebäude platziert. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Es sind zwei Kräne zu sehen, von denen einer einen riesigen Zylinder senkrecht in den Rohbau eines Hauses einfädelt.
Ein Spezialkran hat den 20 Tonner über dem Gebäude platziert. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Es sind zwei Kräne zu sehen, von denen einer einen riesigen Zylinder senkrecht in den Rohbau eines Hauses einfädelt.
Das Einfädeln war Millimeter-Maßarbeit. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Mehrere Personen stehen am Straßenrand und schauen gebannt nach oben.
Eine sehr spannende Angelegenheit, zum Beispiel für den Vorstand der Fasa AG, Ullrich Hintzen (vorn im Bild). Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Es sind zwei Kräne zu sehen, von denen einer einen riesigen Zylinder senkrecht in den Rohbau eines Hauses einfädelt. Der rote Zylinder ist bereits über die Hälfte seiner Länge im Haus verschwunden.
Mehr als die Hälfte war hier bereits geschafft. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Blick vom Rand eines großen roten Zylinders durch den Schacht, der ihn umgibt, nach oben.
Der Zylinder ist knapp 18 Meter hoch und geht durch alle Stockwerke des Hauses. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Bauarbeiter stehen am Fuße eines großen roten metallenen Behälters und diskutieren.
Hier im Keller muss er genau an der richtigen Stelle zum stehen kommen. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Bauleute stehen am Rand eines großen roten Zylindes und schauen an dessen Rand nach unten in einen Schacht.
Das Ausbalancieren hat fast eine halbe Stunde gedauert. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Blick auf den Deckel eines großen roten Zylinders auf Höhe der allerhöchsten Etage, die noch kein Dach besitzt. Ein Mann steht auf dem Deckel und löst die Halterung vom Kran von dem Zylinder.
Am Ende konnte die Verbindung zum Kran gekappt werden. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Zwei Männer mit Bauhelmen geben sich die Hand.
Geschafft. Josef Jenni (l.) und Ullrich Hintzen (r.) beglückwünschen sich zu diesem Kraftakt. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Blick vom Dach eines Rohbaus auf andere neu gebaute Häuser. Im Hintergrund rechts ist die Chemnitzer Innenstadt mit den Rathaustürmen zu erkennen.
Blick vom Dach des neuen "Solardomizils". Im Vordergrund stehen weitere Häuser der Eigentumswohnanlage auf dem Schloßberg. Im Hintergrund sind die Rathaustürme der Chemnitzer Innenstadt zu erkennen. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
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Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.07.2017 | 10:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Chemnitzer Regionalstudio

Zuletzt aktualisiert: 07. Juli 2017, 15:48 Uhr

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