02.07.2020 | 14:58 Uhr Mann soll Säugling missbraucht haben - Erzieher-Azubi in Haft

In jüngster Zeit haben Polizeidienststellen und Sonderkommissionen zahlreiche Sexualstraftäter überführen können. Zuletzt wurde im Zusammenhang mit dem "Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach" von bis zu 30.000 Tatverdächtigen berichtet, gegen die ermittelt wird. Ein anderer, besonders schwerer Fall in Chemnitz konnte nun durch eine internationale Kooperation aufgedeckt werden.

Mann mit Laptop, Puppe
Bildrechte: imago/imagebroker

Nach dem Hinweis eines Internetdienstleisters und mehreren Durchsuchungen ist in Chemnitz ein 19-Jähriger verhaftet worden. Dem 19-jährigen Tatverdächtigen wird vorgeworfen, im Jahr 2019 in mindestens zwei Fällen ein damals einjähriges Kind schwer sexuell missbraucht zu haben, so die Generalstaatsanwaltschaft Sachsen. Darüber hinaus soll er kinderpornografische Bilder und Videos des Kindes erstellt und zahlreiche weitere kinderpornografische Bilder besessen haben.

Hinweise aus den USA

Das Ermittlungsverfahren gegen den Beschuldigten sei aufgrund von konkreten Hinweisen eines Internetdienstleisters an die gemeinnützige amerikanische Organisation "National Center for Missing and Exploited Children" (NCMEC) eingeleitet worden, die die Erkenntnisse wiederum an das Bundeskriminalamt weiterleitete. Wegen der Eilbedürftigkeit und wegen des Internetbezugs hatte dann die Zentralstelle Cybercrime Sachsen die Ermittlungen übernommen.

Durchsuchungen an mehreren Orten

Bei den eilig veranlassten Durchsuchungen waren 19 Beamte der Polizeidirektion Chemnitz im Einsatz. In der Wohnung des Tatverdächtigen wurden unter anderem drei Telefone, ein Laptop und weitere Beweismittel sichergestellt. Um insbesondere die Identität des Missbrauchsopfers aufzuklären, den genauen Tatort zu ermitteln und weiteres Beweismaterial zu sichern, wurden weitere zwei Wohnungen in Chemnitz und im Landkreis Mittelsachsen durchsucht. Außerdem fanden Durchsuchungen in den Räumlichkeiten einer Kinderbetreuungseinrichtung in Chemnitz statt. Der anfängliche Verdacht, dass die Tat in einer Kinderbetreuungseinrichtung begangen worden sein könnte, hat sich bislang nicht bestätigt. Der Tatverdächtige absolvierte eine Ausbildung zum Erzieher.

Täter und Opfer eindeutig identifiziert

Bei den Durchsuchungen habe sich herausgestellt, dass der Beschuldigte die auf dem produzierten Bild- und Videomaterial zu sehenden besonderen körperlichen Merkmale besitzt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Auch die Identität des missbrauchten Kindes konnte eindeutig geklärt werden.

Quelle: MDR/rad

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.07.2020 | ab 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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