Kosmonaut Sigmund Jähn am Start Renoviertes Raumschiff startet in Chemnitz

Die Rakete, das Wahrzeichen des Chemnitzer Kosmonautenzentrums, hat das stattliche Alter von 54 Jahren erreicht. Und auch der Rest des Gebäudes war schon etwas in die Jahre gekommen. Höchste Zeit für die Betreibergesellschaft mit dem passenden Namen "Solaris" die alte Dame wieder fit zu machen für die Weltraumabenteuer des 21. Jahrhunderts.

Der Eingang des Kosmonautenzentrums mit einer Rakete auf dem Dach
Die Rakete, eine Nachbildung der sowjetischen "Wostok", ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des Kosmonautentzentrums. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Etwa ein Jahr haben die Bauarbeiten gedauert, die dem Kosmonautenzentrum in Chemnitz wieder ein frisches Aussehen verschafft haben. Nun blitzt die Rakete wieder in frischem Silberglanz und auch das Gebäude hat eine Frischzellenkur erhalten. Ingo Voigtländer, Projektleiter bei der Betreibergesellschaft "Solaris" war verantwortlich für die Sanierung. "Wir haben die Gebäudehülle saniert mit allen Fenstern und Türen, haben einen neuen Eingangsbereich geschaffen und die Fläche des Kosmonautenzentrums um 130 Quadratmeter erweitert." Für die jährlich etwa 10.000 Schüler, die die Einrichtung besuchten, wolle man das Zentrum für die Zukunft erhalten und aufpeppen für die Themen Raumfahrt und Meteorologie. Dazu sollen in einem nächsten Schritt Heizung und Elektrik, aber auch die Technik für die jungen Besucher erneuert werden.

Auch im Außenbereich hat sich Einiges verändert. Der Betreiber hat im Zuge der Sanierung neben dem Kosmonautenzentrum auf einer Wiese auch eine Kletterwand und einen Hochseilgarten errichtet.

Eine kleine Rakete steht vor einem Klettergarten
Zukünftige Weltraumfahrer sollten auf jeden Fall schwindelfrei sein. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Ehrengast Sigmund Jähn

Zur Einweihung des Kosmonautenzentrums war eigens der erste Deutsche im All, Kosmonaut Sigmund Jähn, nach Chemnitz gereist.

Sigmund Jähn im Interview
Kosmonaut Sigmund Jähn: "Es ist mir sehr viel wert, dass das Zentrum bestehen bleibt." Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Der Ehren- und beinahe schon Dauergast in "seinem" Kosmonautenzentrum war erfreut über das Wiedersehen mit Nachwuchskosmonauten, macht aber sonst kein Aufheben um seine Person. "Es ist mir sehr viel wert, dass das Zentrum bestehen bleibt, damit die jungen Leute eine Chance haben, etwas zu lernen, was sie später gebrauchen können. In den Kosmos werden sie nicht alle fliegen", fügte er lachend hinzu. "Aber wenn sie so etwas machen, ein kluge Beschäftigung, dann ist das etwas für die Zukunft."

Bemannte Raumfahrt gibt Initialzündung

Kinder mit Kopfhörer und Raumfahrtanzug spielen Kosmonaut an einem nachgestalteten Raketen-Cockpit im Kosmonautenzentrum im Pionierpark in Karl-Marx-Stadt
Der Renner für Kinder im Kosmonautenzentrum auch schon vor 30 Jahren: Das Cockpit der Rakete. Bildrechte: dpa

Das Kosmonautenzentrum Chemnitz ist fast so alt wie die bemannte Raumfahrt. Der erste Raumflug mit Juri Gagarin lag gerade erst drei Jahre zurück, als Arbeiter, Wismut-Kumpel und Feuerwehrleute den Kindern der Stadt 1964 ein Kosmonautenzentrum schenkten. Sie bauten eine "Wostok"-Rakete in Originalgröße gleich noch auf das Dach. Am 25. März 1979 wurde dem Kosmonautenzentrum nach dem Flug des ersten Deutschen ins All der Ehrenname "Sigmund Jähn" verliehen. In den 1980er-Jahren wuchs die Besucherzahl auf jährlich bis zu 30.000 Gäste an. 1980 besuchte Sigmund Jähn "sein" Kosmonautenzentrum zum ersten Mal. Seit 2001 hat die Einrichtung einen neuen Träger, das Förderzentrum für Jugend und Umwelt "Solaris".

Vom Kosmonautenzentrum ins All

Zur "Stammbesatzung" des Kosmonautenzentrums gehört auch Niclas. Der 20-Jährige ist schon seit zehn Jahren aktiv und gerade dabei, sein Hobby zum Beruf zu machen. "Ich hab es damals aus Interesse an der Raumfahrt begonnen. Mir hat auch immer die soziale Interaktion gefallen. Man findet hier viele Freunde, hat viel Spaß - eine wahnsinnig coole Sache. Ich studiere jetzt Maschinenbau, in Kürze mit der Vertiefung Luft- und Raumfahrttechnik. Und das Ziel wäre schon, irgendwann mal da oben anzukommen."

Ein Mädchen und ein Junge stehen vor einer Schalttafel,die das Cockpit eines Raumschiffes simuliert
Lena und Niclas gehören zur "Stammbesatzung". Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.04.2018 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz
MDR SACHSENSPIEGEL | 26.04.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2018, 22:10 Uhr

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