Eine Krankenschwester eilt durch einen Krankenhausflur
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Ärztemangel Klinik in Rochlitz ab sofort geschlossen

Eine Krankenschwester eilt durch einen Krankenhausflur
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Das Krankenhaus Rochlitz stellt ab sofort seinen stationären Betrieb ein. Die Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH (LMK) begründete den Schritt mit dem drastischen Ärztemangel am Standort. Die LMK habe sich seit Monaten intensiv um medizinisches Personal bemüht, sämtliche Maßnahmen seien jedoch ohne Erfolg geblieben.

Die Abteilungen Chirurgie, Intensivmedizin und Innere Medizin sollen nach Mittweida verlagert werden. In Rochlitz sollen ambulante Leistungen verbleiben, wie die von Ärzten der LMK durchgeführten Sprechstunden, das Medizinische Versorgungszentrum, die Physiotherapie, die radiologische Praxis sowie die Kurzzeitpflege. Mit der Verlagerung des Klinikbetriebes sind auch rund 70 Arbeitsplätze in Gefahr.

Wie es am Rochlitzer Krankenhaus weitergeht, will die LMK zeitnah in Abstimmung mit dem Landrat und Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch entscheiden. Die Stadt Rochlitz will sich für ein Gesundheits- und Pflegezentrum am Krankenhausstandort einsetzen.

Enormer Kostendruck und Ärztemangel

Das Rochlitzer Krankenhaus steht schon seit Längerem unter enormem Kostendruck. Aus diesem Grund stellte die LMK Anfang 2015 ein Strukturkonzept vor, welches den dauerhaften Erhalt des Standortes sichern sollte. Demnach sollten die kostenintensiven Bereiche der Chirurgie und Intensivmedizin in Mittweida konzentriert werden. Die Innere Medizin sollte in Rochlitz verbleiben. Zudem sollte ein ambulantes Gesundheitszentrum in Rochlitz aufgebaut werden.

Dieses Konzept wäre laut LMK aber nur mit dem dafür notwendigen ärztlichen Personal realisierbar gewesen. Im Laufe des Jahres habe sich die ärztliche Situation in Rochlitz jedoch gravierend verschlechtert.

Finanzielle Lage in Mittweida schwierig

Auch am Krankenhaus Mittweida ist die finanzielle Lage schwierig. Laut Landrat Matthias Damm könnte der für dieses Jahr drohende Verlust von 1,4 Millionen Euro noch höher ausfallen. Das berichtet die Freie Presse.

Die LMK hatte gehofft, dass nach der Schließung des Krankenhauses Frankenberg Ende 2013 die Patienten in Mittweida behandelt werden könnten. Doch so kam es nicht. Die Patienten entschieden sich offenbar für andere Krankenhäuser. Im vergangenen Jahr wurden in der Krankenhausgesellschaft etwa 1.500 Patienten weniger behandelt als im Jahr zuvor.

Wie es in Frankenberg künftig weitergeht, ist ebenfalls noch offen. Die Stadt plant seit etwa zwei Jahren, auch dort ein ambulantes Gesundheitszentrum einzurichten. Doch bislang steht das Gebäude weiter zum Verkauf.

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2015, 12:51 Uhr

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9 Kommentare

19.12.2015 00:22 Ricki 9

Kommentar vom 26.09.2013 12:24 Uhr von einer Rochlitzerin

4. Rochlitzerin:
Dass das alles eine Lüge ist, erkennt man doch daran, dass es heißt, dass Frankenberg zugunsten der Häuser in Mittweida und Rochlitz geschlossen werden soll, um diese Häuser zu "retten". Komischerweise gehen dann alle Abteilungen nach MW... Und was bekommt Rochlitz?? Rochlitz sind die nächsten, die wie schon seit Mitte 90iger, aufs Abstellgleis geschoben werden...

19.12.2015 00:09 Ricki 8

Eure Meinungen finde ich sehr gut!
All das was jetzt passiert, ist schon lange geplant gewesen und wird jetzt durch einen Müllmann durchgezogen! Alle Anstrengungen sind völlig zweglos! Wir kämpfen hier gegen Leute (Regierung) die es einen [...]dreck interessiert was mit dem kleinen Leuten passiert!
Ich finde wir müssen alle mal aufstehen und unsere Meinung kund tun!
So wie in anderen Ländern...
Dort wird nicht lange zugeschaut, dort wird agiert!
Menschen von hier werden nachteiliger behandelt, als die zugezogenen Armen und Verfolgten.
Es wäre wünschenswert, wenn alle wieder ihre wahre Meinung sagen dürften. [Fäkalsprache entfernt - MDR.DE_Redakton]

18.12.2015 20:45 veltener 7

Geile Sache-Gesteigerte Einnahmen,denn es gibt ja kaum Arbeitslose und wir kriechen im Fachkräftemangel rum.
Dies würde mir suggerieren,unsere Sozialkassen schwimmen in Geld.
Ich glaube wo es einen großen Mangel an Fachkräften gibt,das ist die Fachrichtung Politik.
Lügner,Betrüger,Schlepper,Nepper und Bauernfänger,
Gut das ich Vertrauen hatte und wählen war.

18.12.2015 18:12 Auf ihrem langen Weg.... 6

..... ins nächste Krankenhaus haben die Rochlitzer nun ausreichend Zeit, zu hinterfragen, warum sie denn gleichzeitig auch noch massiv steigende Krankenkassenbeiträge bezahlen sollen.

18.12.2015 18:05 Orakel 5

Die freien Raum- und Bettenkapazitäten werden in naher Zukunft sicher zur Asylunterkunft, denn dafür scheint Geld im Überfluss vorhanden.

18.12.2015 14:05 Das macht nur noch wütend 4

Daß Politiker, die nicht einmal diesen Zentralbereich der Daseinsfürsorge für die Bevölkerung sichern können, es tatsächlich wagen, die Bereitstellung von Milliarden-Summen - die sich mit Sicherheit über die nächsten Jahre noch steigern werden - für die sog. "Flüchtlinge" zu versprechen, daß braucht eine politische Antwort. Wen das nicht in Wut versetzt und zum Nachdenken veranlasst, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Fragt euch nach den Ursachen für diese Zustände. Fragt euch, wer sie herbeigeführt, zugelassen, die Folgen wegschwadroniert hat und zu wessen Frommen und Nutzen. Seht euch die Strukur des deutschen "Gesundheitswesens" an und fragt euch, wer dieses Land wirklich regiert. Und vor allem: Wer nicht.

18.12.2015 13:50 Bei der Gelegenheit: Jürgen Habermas... 3

... nannte das die "Normative Kraft des Faktischen". Die früher oder später jede politische Lüge an's Licht zerrt. Inzwischen muß man in Schland höchtens 3 Wochen warten - bis es soweit ist. In Sachsen-Anhalt reichen sogar 30 Minuten. Gerade so lange braucht es, um die regierungsamtlichen Stellungsnahmen auf ihren empirischen Wahrheitsgehalt zurückzuführen. Es wird eben immer schwerer, den massiven Unterschied zwischen behaupteter Theorie und schlicht manifester Praxis zu verwischen. Was bin ich froh, daß wir in Zeiten des Netzes leben - nicht auszudenken, wenn die zeitgenössische Realität und ihre "Interpretation" wie noch vor ca. 20 Jahren durch den Filter der "Verlautbarungspresse" liefe - ohne jede Gegenöffentlichkeit und jede Meldung immer schön lokal und ohne grösseren Zusammenhang.

18.12.2015 13:19 Bei der Gelegenheit: Jürgen Habermas... 2

... nannte das die "Normative Kraft des Faktischen". Die früher oder später jede politische Lüge an's Licht zerrt. Inzwischen muß man in Schland höchtens 3 Wochen warten - bis es soweit ist. In Sachsen-Anhalt reichen sogar 30 Minuten. Gerade so lange braucht es, um die regierungsamtlichen Stellungsnahmen auf ihren empirischen Wahrheitsgehalt zurückzuführen. Es wird eben immer schwerer, den massiven Unterschied zwischen behaupteter Theorie und schlicht manifester Praxis zu verwischen. Was bin ich froh, daß wir in Zeiten des Netzes leben - nicht auszudenken, wenn die zeitgenössische Realität und ihre "Interpretation" wie noch vor ca. 20 Jahren durch den Filter der "Verlautbarungspresse" liefe - ohne jede Gegenöffentlichkeit und jede Meldung immer schön lokal und ohne grösseren Zusammenhang.

18.12.2015 09:51 M. Arnold 1

Aber gegenwärtig fegt doch gerade ein Flüchtlingssturm über Deutschland und der hat doch laut unseren tollen politischen Spitzenpersonal jede Menge Mediziner, Ärzte, Apotheker und Fachleute mit im Gepäck! So hört man es doch pausenlos. Oder ist das etwa gar nicht war? Aber Nein unsere Politiker lügen ja Nicht! Gott sei Dank!

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