Michael Kretschmer sitzt zu Beginn der Landtagssitzung im Plenum.
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CFC-Vorfälle Thema im Landtag Kretschmer: Rechtsextreme Netzwerke in Sachsen zerschlagen

Die Trauerbekundung für einen gestorbenen Hooligan beim Chemnitzer FC hat Empörung aus gelöst. Der Verein zog erste Konsequenzen. Auch im Landtag in Dresden wurde Klartext gesprochen. Für das Auswärtsspiel des CFC am Abend in Berlin hat die Polizei Trauertransparente verboten.

Michael Kretschmer sitzt zu Beginn der Landtagssitzung im Plenum.
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Nach den Vorfällen beim Fußball-Regionalligisten Chemnitzer FC hat Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer konsequentes Handeln angemahnt. Andernfalls habe der Verein keine Zukunft. "Wir müssen diese rechtsextremen Netzwerke zerschlagen", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Landtag in Dresden. Man habe am vergangenen Wochenende einmal mehr gesehen, dass da "mehr vorhanden ist, als wir gedacht haben", erklärte Kretschmer.

Wir lassen nicht zu, dass an dieser Stelle Rechtsextremisten das Kommando übernehmen.

Michael Kretschmer Ministerpräsident in Sachsen

Am vergangenen Samstag hatten Fans des CFC einen gestorbenen Hooligan und Rechtsextremisten mit einer aufwendigen Choreographie geehrt. CFC-Stürmer Daniel Frahn hielt zudem bei seinem Torjubel ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" (Unterstütze deine lokalen Hools) hoch. Das sorgte für Empörung und rückte die Stadt Chemnitz erneut in ein schlechtes Licht. Der CFC reagierte unter anderem mit der Freistellung von Mitarbeitern.

Es sei richtig, dass die Verantwortlichen Konsequenzen gezogen hätten. "Das kann noch nicht das Ende sein. Es muss hier weitergehen. Wir brauchen da eine klare Handschrift", sagte Kretschmer. Weder die Stadt noch die CFC-Fans dürften sich solche Vorfälle bieten lassen.

Für das, was in einem Stadion passiere, sei der Verein zuständig. "Wenn das so weitergeht, wir wir es jetzt erlebt haben, hat er keine Zukunft, weder in der Dritten Liga noch in der Liga Nordost," so Kretschmer. Dann würden keine Familien mehr zu den Spielen kommen und niemand werde seine Kinder mehr zum Training schicken.

BFC Dynamo gegen CFC: Trauertransparente verboten

Die Berliner Polizei hat unterdessen das Fußballspiel der Regionalligisten BFC Dynamo gegen den Chemnitzer FC im Berliner Jahn-Sportpark am Mittwoch als "mittleres Risikospiel" eingestuft. Ein Sprecher sagte, wegen der Rivalität zwischen den Vereinen sei die Polizei am Abend mit bis zu 240 Polizisten vor Ort. Trauertransparente seien nach einer Entscheidung des Einsatzleiters ausdrücklich nicht gestattet.

"Für das Spiel in Berlin wurde uns nichts in dieser Richtung angekündigt, aber wir werden ganz genau hinsehen", erklärte der Sprecher. "Gegebenenfalls werden wir unzulässige Transparente sicherstellen". Für die Sicherheit im Stadion sei jedoch zunächst der Ordnerdienst verantwortlich.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 13.03.2019 | 14:00 Uhr | Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 13:28 Uhr

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