Mehrere Bäume und Äste liegen auf einer durch einen Wald führenden Straße.
Bildrechte: promovie

Wegen Schneebruchgefahr Einzelne Orte im Erzgebirge von der Außenwelt abgeschnitten

Wegen umgestürzter Bäume und Schneebruchgefahr sind zahlreiche Straßen im Erzgebirge gesperrt. Einige kleine Orte waren zwischenzeitlich von der Außenwelt abgeschnitten. Am Sonntagabend entspannte sich die Lage etwas.

Mehrere Bäume und Äste liegen auf einer durch einen Wald führenden Straße.
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Besonders betroffen von den Straßensperrungen waren kleine Ortschaften nahe der tschechischen Grenze. Nachdem am Samstagabend die S216 von Reitzenhain nach Olbernhau wegen Schneebruch gesperrt werden musste, waren Rübenau, Kühnhaide und die Ortslage Wildshäuser von der Außenwelt abgeschnitten. Fast 24 Stunden lang führte für die etwa 1.500 Einwohner der Ortsteile von Marienberg kein Weg hinaus und kein Weg hinein in ihre Dörfer.

Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften wurden in Dauereinsatzbereitschaft versetzt. Unter anderem halfen die Kameraden der Feuerwehren Rübenau und Kühnhaide am Sonntag einer Notärztin dabei, zu einem Einsatz nach Kühnhaide zu gelangen. Sie brachten die Frau in den Ort. Auch Rettungsfahrzeuge bahnten sich mit Unterstützung der Feuerwehr den Weg über die für den öffentlichen Verkehr gesperrten Straßen. Zudem landete Hubschrauber in dem verschneiten Dorf.

Wie Sandro Müller von der FFW Rübenau MDR SACHSEN mitteilte, hob die Straßenmeisterei am Sonntagabend gegen 18 Uhr die Sperrung der Staatsstraße zwischen Reitzenhain und Olbernhau wieder auf.

Nachbarschaftshilfe in Tellerhäuser

Weiter westwärts im 120-Seelen-Ort Tellerhäuser brauchen die Einwohner weiter Geduld. Das etwa sechs Kilometer von Oberwiesenthal entfernte Dorf liegt an der seit Freitag gesperrten Staatsstraße 271. Ines Kohse vom Landgasthof "Erzgebirgsstübel" sagte MDR SACHSEN, bei ihr hätten Anwohner schon nach Lebensmitteln gefragt. "Ich frage dann immer: 'Wie viele Leute seid ihr?' Denn zwei Kartoffeln pro Mann müssen reichen. Ich muss haushalten." Das Restaurant sei geschlossen, weil ihre Mitarbeiter nicht in den Ort kämen. Ihre Gäste hätten bei der Abreise Glück gehabt, sie hätten hinter einem Schneepflug Richtung Oberwiesenthal herfahren können.

Wie ihre neuen Gäste die Pension erreichen, wusste sie am Sonntagmorgen noch nicht. Eigentlich seien die Straßen ja gesperrt. "Aber die ganz Verrückten unter den Anwohnern missachten die Sperrungen einfach und fahren trotzdem durch." Erst gestern seien Bäume umgefallen und Spitzen abgebrochen, sagt Ines Kohse. "Dabei ist auch ein Auto getroffen worden. Das ist wirklich nicht lustig", fügt sie hinzu. Die Feuerwehr sei ständig dabei, die Straßen zu beräumen. Aber nur soweit, dass Rettungsfahrzeuge im Notfall durchkämen. Die Straßen selbst würden wegen der Schneebruchgefahr weiter gesperrt bleiben.

Bildergalerie Schnee soweit das Auge reicht

Ein heftiger Wintereinbruch hatte rund um das zweite Januarwochenende Sachsen erreicht. Zahlreiche Straßen und Wälder waren gesperrt. Es gab aber auch viele schöne Momente, wie die Schneeimpressionen zeigen.

Mehrere Bäume und Äste liegen auf einer durch einen Wald führenden Straße.
Vier von fünf Straßen nach Grumbach, einem Ortsteil von Jöstadt im Erzgebirge, sind wegen Schneebruch gesperrt. Bildrechte: promovie
Im Vordergrund ist dünnes Geäst eines über einer Straße liegenden Baumes zu sehen, im Hintergrund steht ein rotes Feuerwehrauto.
Am Sonntag musste die Feuerwehr eine Notärztin auf dem Weg zu einem Einsatz nach Kühnhaide begleiten. Die Rettungsfahrzeuge bahnten sich den Weg über die für den öffentlichen Verkehr gesperrten Straßen. Bildrechte: promovie
Schneebruch Erzgebirge
Feuerwehrkameraden und Mitarbeiter von Sachsenforst sind ununterbrochen im Einsatz, um die Lage in den Wäldern zu überprüfen. Bildrechte: Bernd März
Scchneemassen in Carlsfeld
Die Kammloipe von Johanngeorgenstadt über Carlsfeld nach Klingenthal wird am Sonnabend wieder gespurt. Im Vogtland ist die "Waldautobahn" nicht befahrbar, weil dort alle Waldgebiete gesperrt wurden. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Schnee in Oberwiesenthal
Was für ein Morgen in Oberwiesenthal: Im schönsten Magenta schob sich am Freitag die Sonne über den Berg. Bildrechte: Oliver Kaufmann
Ein Esel steht im Tierpark Chemnitz an einer Tür und guckt in den Schnee.
Traurig schaut dieser Esel aus seinem Stall im Tierpark Chemnitz. Ob es wohl daran liegt, dass auch am Freitag der Tierpark noch geschlossen bleibt? Die Stadt Chemnitz hat mitgeteilt, dass wegen der großen Gefahr von Schneebruch der Tierpark zumindest am Freitag noch zu ist. Das Wildgatter bleibt auch am Wochenende noch geschlossen. Bildrechte: Harry Härtel
Büffel Chemnitz
Wegen des anhaltenden Schneefalls und der Gefahr von Schneebruch haben mehrere Tierparks geschlossen. Betroffen sind der Tierpark Chemnitz (Foto) und der "Zoo der Minis" in Aue. Sollte es weiterschneien, muss der Tiergarten auch morgen geschlossen bleiben. Der Wildpark Geising bei Altenberg ist noch geöffnet. Auf Facebook heißt es dort: "Verschneite Grüße aus dem Wildpark. Wir hoffen, dass diesmal alles gut geht und wir die Winterromantik genießen können." Bildrechte: Tierpark Chemnitz
Schnee Oberwiesenthal
Da müssen die Schneeschieber hoch hinaus. Bildrechte: Ronny Küttner
Schnee Oberwiesenthal
"Wann wird´s mal wieder richtig Winter?" Diese Frage stellt sich hier nicht. Bildrechte: Ronny Küttner
Zwei Feuerwehrmänner tragen abgeschnittene Äste eines Baumes.
Auf Grund der massiven Schneefälle können viele Bäume auch im Stadtgebiet Chemnitz die große Schneelast nichr mehr tragen und knicken um wie Streichhölzer. Auf der Heinrich-Beck-Straße stürzte ein etwa zehn Meter langer Ast herunter und begrub ein Auto unter sich. Die Feuerwehr kam zum Einsatz, um den grossen Ast zu entfernen. Bildrechte: Harry Härtel
Ein Triebwagen ist in einen Baum gefahren.
Am Donnerstagmorgen ist ein Zug der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft bei Seitschen in einen Baum gefahren. Nach Auskunft der Feuerwehr ist die Beräumung der Strecke nach Görlitz schwierig, da das Befahren des Waldes lebensgefährlich sei. Bildrechte: Rocci Klein
Mehrere Bäume und Äste liegen auf einer durch einen Wald führenden Straße.
Vier von fünf Straßen nach Grumbach, einem Ortsteil von Jöstadt im Erzgebirge, sind wegen Schneebruch gesperrt. Bildrechte: promovie
Schnee im Glas
Kreative Ideen zur Beseitigung des "Schneeproblems" erreichten uns aus Schönbach in der Oberlausitz. Bildrechte: Sonja Haase
Schneebruch Erzgebirge
Nach den Schneefällen haben Erzgebirge, Vogtland und Osterzgebirge bereitet den Einsatzkräften nun der Schneebruch große Probleme. Bildrechte: Bernd März
Schneebruch Erzgebirge
Bäume krachen auf Straßen oder in Freileitungen. Das hat auch Folgen für die Skifahrer. Nicht nur Straßen, sondern auch große Waldgebiete sind gesperrt. Bildrechte: Bernd März
Schneebruch Erzgebirge
Die Straße zwischen Kretscham-Rothensehma und Oberwiesenthal wurde ebenfalls gesperrt. Autofahrer ignorierten die Gefahr und begaben sich mit ihrem Fahrzeug regelrecht in Lebensgefahr. Bildrechte: Bernd März
Scchneemassen in Carlsfeld
Der Weg nach Carlsfeld führt durch eine weiße Winterlandschaft. Am Straßenrand türmt sich der Schnee. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
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Feuerwehr im Dauereinsatz in Grumbach

Auch in Grumbach, einem Ortsteil von Jöhstadt, waren bis Sonntagabend vier von fünf Zufahrtsstraßen gesperrt. Seit vergangenem Mittwoch sind die Einsatzkräfte unermüdlich unterwegs, um Baumbrüche von den Straßen zu beseitigen. Trotzdem, so Uwe Bräuer, Stadtwehrleiter von Jöhstadt, musste am Freitagabend eine weitere Straße gesperrt werden. Damit war der Ort nur noch über die eine Straße zu erreichen, die nicht durch den Wald verläuft.

Uwe Bräuer warnt: So schön die weiße Pracht im Wald für Fußgänger und Schneeschuhfahrer auch aussehen mag, es sei lebensgefährlich, den Wald zu betreten. Wenn ein Spaziergänger von einem herunterfallenden Ast getroffen würde, könne ihn keiner finden. "Bitte betretet die Wälder nicht, das ist Selbstmord", appelliert Bräuer an alle.

Wintersportgäste brauchen Geduld in Jöhstadt

Ähnlich wie den Grumbachern ging es bis Sonntagabend den 2.700 Einwohner von Jöhstadt. Knut Schmiedel vom Skiclub Edelweiß Jöhstadt e.V. sagte MDR SACHSEN, zwischenzeitlich sei "nur noch eine halbe Straße von eigentlich vier Zufahrtsstraßen frei" gewesen. An Skilanglauf sei in dem Ort derzeit überhaupt nicht zu denken. Auch der Skilift in Jöhstadt drehte sich am Sonntag wegen der Schneebruchgefahr nicht. Gäste kamen trotzdem, sagte eine Mitarbeiterin des "Hotel & Restaurant Heilbrunnen" in Jöhstadt. Sie nutzten tagsüber die verbliebene Zufahrt über Mildenau. Am Abend waren nur noch zwei der vier Zufahrtsstraßen gesperrt.

* Einwohnerzahlen nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen bzw. der Stadt Marienberg

Quelle: MDR/nk

Dieses Thema im MDR-Programm MDR SACHSENSPIEGEL | 13.01.2019 | 19:00 Uhr
MDR AKTUELL Fernsehen | 12.01.2019 | 19:30 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2019, 21:35 Uhr

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12 Kommentare

15.01.2019 05:55 Sabine Laudel 12

Ich kann diese 2 Sätze nicht mehr hören;"wir sind für den Winter gerüstet ",und "Winterteinbruch im Winter ", Es wird definitiv an der falschen Stelle gespart, und ich muss sagen, wenn ich so eine Arbeit abliefern würde, wäre ich meinen Job los. Es ist kein Wunder das solche Zustände auf den Straßen herrschen, nur leider sind die Leidtragenden diejenigen, die auf ein Auto angewiesen sind, um auf Arbeit zu kommen

14.01.2019 18:13 Meier 11

Nach präzisen Wettervorhersagen sind die Kommunen, Räumdienste, Verkehrsbetriebe, Schulen nicht in der Lage, 2 Tage Schneefall koordiniert zu managen und sich Informationen auszutauschen. Stattdessen müssen Schüler morgens 6 Uhr an die Busse geschickt werden - "Man solle doch mal versuchen, zur Schule zu kommen...", natürlich auf ungeräumten Fußwegen, nachdem Eltern morgens 1 Stunde das Grundstück freischippen um das Kind an die leere Bushaltestelle zu fahren, denn Busse fahren keine oder wenn, dann raten sie Schülern ab, einzusteigen, Weit nach 7 Uhr am Do sind alle Straßen sämtlicher Ortschaften um Thalheim nicht beräumt und der Autofahrer muss sich den Weg selbst bahnen. Das Wochenende werden sämtliche Straßen mit Sperrschilder versehen, die dann heute morgen Montag im Berufsverkehr, immer noch stehen! Heute Nachmittag neue Schneeschauer, wieder steht nach 1 h alles fast still! Kein Räumfahrzeug, kein Salz auf der Straße - armes Deutschland, armes Sachsen!

14.01.2019 14:23 Uwe 10

Ja da ist mal wieder Winter und im Herbst wurde wie jedes Jahr gesagt das mam gut darauf vorbereitet ist. Nun ist er da und nun klappt wieder nichts. Vielleicht sollte man schon in der Nacht so gegen 2 Uhr mit Schnee räumen anfangen und nicht erst so 5 Uhr. Bei uns in der Stadt Limbach-Oberfrohna, da hast du als Bewohner von Nebenstraßen die "Arschkarte" gezogen. Wenn der Winterdienst kommt dann erst abends nach 17 Uhr und dann schnell mit Vollgas so das aus einer 2 spurigen Straße eine 1 spurige Straße wird. Es wär vielleicht gut wenn die kommunalen überbezahlten Lenkraddreher mal eher aus den Federn kämen u. auch mal auf eine ihrerer tariflichen Pausen verzichten würden. Die können sie ja dann in der warmen Jahreszeit nach holen. Was die DDR-Zeiten betrifft, da hat das irgendwie trotz Mangelwirtschaft geklappt, da kam eben die LPG mit Traktoren.

14.01.2019 13:27 Pirnaerin 9

In der DDR war der Winterdienst unermüdlich im Einsatz.
Da waren spätestens früh um 5 Uhr alle Straßen beräumt.
Jetzt heulen sie rum, wenn mal paar Flocken mehr fallen und mit Räumen nicht hinterher kommen. Muss doch Geld für den Winterdienst da sein. Für alles andere ist doch auch immer Geld da.

14.01.2019 11:33 Hartmut 8

Fragt ein kleiner Junge seinen Opa: "Sag Opa gab es früher auch solche Katastrophen?" Der Opa schaut den kleinen an: "Nein mein Junge wir nannten es einfach Winter!"

14.01.2019 07:21 Fuchs 7

Wie immer im Herbst die große Klappe wegen Winterdienst . Ein paar Flocken schon geht nichts mehr . Haben zu viele das Sagen und keiner davon Ahnung ! Zu DDR Zeiten wurde der viele Schnee aus der Innenstadt per LKW abtransportiert .
Der Winterdienst muß neu organisiert werden , damit es wieder klappt !!!!
Also Verantwortliche der Kommunen denkt nach .....Tipps kann ich euch geben !!

14.01.2019 06:50 Zeitgeist 6

Seit Wochen wurde hier beim MDR über den Winter 1978/79 gelästert. Die DDR durch den Dreck gezogen. Besonders von Typen, welche noch nie Filzstiefel getragen haben. Jetzt hier die Panik. Was seid Ihr für Waschlappen.
Warum die Werbung für die Pension?
Mit einem 150.000- er Traktor, welche viele arme Bauern Ihr Eigen nennen, da wird schnell eine Zufahrt frei ! Die MDR - Leute kann man eben verarschen !

14.01.2019 01:24 Markus 5

Globale Erwärmung, ja... Einige glauben immer noch darauf...

13.01.2019 23:35 Warzenwalli 4

@Timo: ja, die ganz Gescheiten wissen's besser... bzw. sie glauben, es besser zu wissen. Da sie sich über ihr eigenes Unwissen nicht im Klaren sind, tappen sie einfach GANZ, GANZ tief im Dunkeln... Zum Beispiel ist ihnen überhaupt nicht klar, daß es einen großen, großen Unterschied zwischen Wetter und Klima gibt, häär, Timo?

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13.01.2019 23:29 na so was 3

Die Natur lässt sich nicht so leicht überlisten. Wenn ich dann noch bei der ARD sehe, wo die Bundeswehr im Westen Deutschlands im "Schneeeinsatz" ist und die Frau von der Leyen sagt: "Die Bundeswehr hilft gern und bleibt so lange, wie Hilfe gebraucht wird. Ich hoffe mal, für jeden Soldaten gibt es eine Schneeschaufel.

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