Wiesen-Champignon
Das Pilzjahr startet jetzt überall mit Morcheln und Champignons, wie z.B. dem Wiesenchampignon. Bildrechte: IMAGO

15.05.2019 | 14:50 Uhr Erste Pilze sprießen in Sachsen

Wer hätte das gedacht: Die ersten Speisepilze sprießen in Sachsen schon aus der Erde. Die meisten denken, dass Pilze jetzt im Mai noch Angst vor kalten Füßen haben und sich nicht aus der Erde trauen. Aber weit gefehlt, sagt der erzgebirgische Pilzsachverständige Frank Demmler aus Lauter: "Es gibt zu jeder Jahreszeit Pilze, auch im Erzgebirge".

Wiesen-Champignon
Das Pilzjahr startet jetzt überall mit Morcheln und Champignons, wie z.B. dem Wiesenchampignon. Bildrechte: IMAGO

Welche Pilze wagen sich schon aus der Erde?

Pilzsachverständiger Frank Demmler: Ich habe einen Anruf bekommen, dass die ersten Wiesenchampignons bei Bockau gefunden worden sind. Das ist relativ zeitig. Aber wir hatten viele Niederschläge hier bei uns in der Auer Region und da die Pilze Feuchtigkeit brauchen, geht es nun los und sie lugen aus dem Erdboden heraus.

Es soll auch schon Morcheln geben? Stimmt das?

Ja, es gibt hier bei uns regional viele Spitz- und Speise-Morcheln. Sie wachsen gern auf Rindenmulch oder bei Holzlagerplätzen, zum Beispiel wo die Forstarbeiter Bäume abgeschnitten haben. Immer ein Jahr nach den Holzarbeiten kann man dann dort Spitz- und Speise-Morcheln ernten.

Was sind Spitzmorcheln genau für Pilze?

Spitzmorcheln sind ausgesprochene Frühjahrspilze, die im März, April und Mai wachsen. Die sehen aus wie eine Bienenwabe, mit Längs- und Querrippen, in den Farben grau bis honiggelb oder auch schwärzlich.

Kann man Morcheln essen?

Wenn man Spitz- oder Speise-Morcheln deftig zubereiten möchte, schneidet man den Stil weg. Der Pilz selbst ist hohl und den kann man füllen, z.B. mit Gehacktem. Wenn das Ganze in Butter goldgelb gebacken wird, ist das eine Delikatesse. Gut schmecken dazu Kartoffeln und Gemüse.

Wie sieht es mit der Verwechslungsgefahr von essbaren und nicht essbaren Morcheln oder Champignons aus?

Die Gefahr besteht. Es gibt allein 50 Champignonarten in Mitteleuropa, wozu Deutschland natürlich auch gehört. Es gibt aber nur drei Giftchampignon-Arten, die einen ganz unangenehmen Geruch haben. Die riechen nach Phenol oder Tinte oder ähneln dem Geruch von Apotheken.

So unterscheiden Sie den essbaren Champignon vom giftigen: Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man die Stilbasis des vermeintlichen Champignons anschneiden. Die giftigen Champignons laufen unten an der Stilbasis sofort chrom-gelb an.

So unterscheiden Sie die essbaren Spitz- und Speise-Morcheln vom giftigen Doppelgänger: Die Frühjahrslorchel ist giftig und sieht aus wie ein Gehirn - ganz im Gegensatz zu den essbaren Spitz- und Speise-Morcheln, die die Struktur einer Bienenwabe haben, mit Längs- und Querrippen. Die giftige Frühjahrslorchel wächst an ähnlichen Standorten wie essbare Morcheln, an Holzlagerstätten oder auf Rindenmulch.

Im Vergleich Die essbare Speisemorchel (links) und giftige Frühjahrslorchel (rechts)

Speisemorchel
Bildrechte: Rainer Mathe
Speisemorchel
Bildrechte: Rainer Mathe
Frühjahrs-Giftlorchel
Bildrechte: imago/Frank Sorge
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Quelle: MDR SACHSEN/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.05.2019 | 10-13 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 14:48 Uhr

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5 Kommentare

16.05.2019 20:45 Verena 5

Ich habe bereits Birkenpilze geerntet. Fotos kann ich gern zur Verfügung stellen.

15.05.2019 21:46 Lothar Krieglsteiner 4

[Lieber Nutzer, das Bild wurde inzwischen von der Redaktion geändert. Beste Grüße, Ihre MDR.de-Redaktion]

Ich sehe leider immer noch das gleiche Bild, sorry.

[Die Kollegen sind informiert.
Viele Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

15.05.2019 20:57 Lothar Krieglsteiner 3

Peinlich! Das Foto zeigt ausgerechnet den giftigen Karbol-Egerling (Agaricus xanthoderma).

[Lieber Nutzer, das Bild wurde inzwischen von der Redaktion geändert. Beste Grüße, Ihre MDR.de-Redaktion]

15.05.2019 17:54 Zeitgeist 2

dem kann ich zustimmen. In der Natur gibt es fast 12 Monate draußen Pilze.
In alten oder schlecht sanierten Gebäuden auch.

15.05.2019 17:26 Zellerberger 1

Hallo, ich bin Auer, 63 Jahre jung, gehe schon seit meiner Kinderzeit mit Mutter und Vater in de "Schwamme" , war in den 1960 er Jahre, Liebe Mutti und lieber Vati sind im Himmel, aber das "Schwammegiehn " mache ich heit noch, war auch öfter bei Frank Demmler zur Beratung mit meinem Pilzkorb, war immer grossartig bei Frank, habe immer dazu gelernt...

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