29.09.2019 | 12:15 Uhr Obacht! Überdurchschnittlich viele Pilzvergiftungen in Sachsen

Pilzkorb mit Giftschild
Pilzsammler sollten nur solche Exemplare verarbeiten, bei denen sie sich ganz sicher sind, dass es sich um gute Speisepilze handelt. Bildrechte: MDR/IMAGO

Die Pilzsaison hat begonnen. In Sachsens Wäldern schießen bei feuchtem und relativ mildem Wetter wieder Maronen, Steinpilze, Champignons & Co. Allerdings sollten unerfahrene Pilzsammler Vorsicht walten lassen: Auch die Zahl der Pilzvergiftungen nimmt zu.

Deutlich mehr Fälle als vergangenes Jahr

Die Leiterin des Gemeinsamen Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Dagmar Prasa, sagte MDR SACHSEN am Freitag: "Aus Sachsen hatten wir in diesem Jahr bisher 109  Vergiftungs- beziehungsweise Vergiftungsverdachtsfälle mit Pilzen, die bei uns beraten wurden." Im gleichen Zeitraum 2018 es mit 39 Fällen deutlich weniger gewesen. Im gesamten Jahr 2018 wurden 83 Pilzfälle aus Sachsen in dem Beratungszentrum in Erfurt bekannt.

Aus dem sächsischen Gesundheitsministerium hieß es auf Anfrage, Pilzvergiftungen seien nicht meldepflichtig. Die Dunkelziffer vor allem bei glimpflich verlaufenden Vergiftungen kann demnach höher sein.

Zuerst ist es meistens Übelkeit, dass man erbrechen muss, Durchfall und dann sind es manchmal auch Schwindelgefühle die dabei auftreten, dass man so wie im Alkoholrausch nicht mehr geradeaus laufen kann. Dazu kommen Beklemmungen, Hitzeanfälle und sowas.

Gudrun Herbich Pilzberaterin aus Dresden, woran man eine Pilzvergiftung erkennt

Meist sind Verwechslungen schuld

Die meisten Vergiftungen resultieren aus Verwechslungen. Die Giftchampignons beispielsweise sind kaum von Wald- und Gartenchampignons zu unterscheiden, nur die Gelbfärbung beim Anschneiden des Stiels deutet auf Gefahr hin. Pilzberater Frank Demmler warnt auch vor dem Braunen Fliegenpilz, der mit dem Perlpilz verwechselt werden kann.

Regionale Pilzberater in Sachsen

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 29.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2019, 12:17 Uhr

4 Kommentare

Hans Frieder leistner vor 16 Wochen

Früher lernten wir Kinder halt noch im Schulalter die Natur kennen. Heute wird der Umgang mit dem Handy gepflegt und Energie verschleudert. Dann am Freitag zur Demo. Den Pilzen kann man den Verzehr ungenießbarer Pilze nicht anlasten. Das liegt schon am Menschen selbst.

Manfred vor 16 Wochen

Wie dumm ist das denn, wer weiß wie lecker frische Pilze sind kann das nicht nachvollziehen.Es sind die gleichen Pilze wie vor 50 Jahren und wer nur die nimmt welche er 100% kennt dem passiert nichts oder er fragt einen Sachverständigen. Aber gut einer weniger der mir die Pilze klaut.

Stealer vor 16 Wochen

Ich denke mal auch in Sachsen sind Pilsvergiftungen häufiger, ebenso wie Lagerkoller und Exportüberschuss.

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