Geschäftsführer Titus Lehmann steht vor einem mit Frachtschlitten, der gerade verladen wird.
Firmenchef Titus Lehmann beim Verladen eines Transportschlittens. Bildrechte: Lehmann-UMT GmbH

Schwertransport aus Sachsen Vogtlandschlitten fürs Polareis

Geschäftsführer Titus Lehmann steht vor einem mit Frachtschlitten, der gerade verladen wird.
Firmenchef Titus Lehmann beim Verladen eines Transportschlittens. Bildrechte: Lehmann-UMT GmbH

Am Dienstagabend startet im Vogtland ein ganz spezieller Schwertransport. Die Lehmann-UMT GmbH aus Pöhl liefert ihre jüngste Bestellung aus. Auf die Reise geht ein fünf mal zehn Meter großer und 5,5 Tonnen schwerer Spezialschlitten, der für den Transport von Ausrüstungsgegenständen von Polarexpeditionen genutzt wird. Schon der Transport des Transportmittels sei ein logistischer Kraftakt, sagt Unternehmenssprecherin Andrea Lausmann MDR SACHSEN.

Zwei Schlitten werden von einem Kettenfahrzeug über den Schnee gezogen.
Die Transportschlitten aus dem Vogtland haben sich bei verschiedenen Polarexpeditionen bewährt. Bildrechte: Lehmann-UMT GmbH

"Damit ein Straßentransport überhaupt möglich ist, musste der Schlitten teilweise demontiert werden. Nur so konnten wir auf das Transportmaß von 3,7 mal 10 Meter kommen." Außerdem sei der Spezialtransport vor Wochen behördlich angemeldet worden und werde mehrere Tage bis zu seinem Zielort Bremerhaven benötigen. Wegen der Überbreite könne nur in den Nachtstunden und extrem langsam gefahren werden, so Lausmann.

Eine Polarstation steht auf Kufen.
Mit Hilfe der Technik aus Sachsen lassen sich komplette Polarstationen verschieben. Bildrechte: Lehmann-UMT GmbH

Konstruiert wurde der Polarschlitten für die British Antarctic Survey (BAS). Im Gegensatz zu den sonstigen Konstruktionen der Vogtländer mussten sie für die Engländer einen besonders großen Frachtschlitten bauen. Dieser kann zwei 30-Fuß-Container mit einer Traglast von insgesamt 25 Tonnen transportieren. Trotz der enormen Ausmaße könne der Koloss auch in unwegsamen Gegenden problemlos über das Eis gezogen werden, sagt Lausmann.

Vogtländische Technik international gefragt

Seit 15 Jahren baut die Firma aus dem vogtländischen Pöhl Spezialschlitten für internationale Polarexpeditionen. Zu ihren Kunden gehören US-Amerikaner, Briten, Japaner oder Inder. Den ersten Schlitten baute die Firma für das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Offenbar überzeugte die Qualität aus dem Vogtland, denn weitere Aufträge folgten.

Polarschlitten
Die Schlitten sind für der Transport von Containern und anderen Aufbauten geeignet. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Mit ihrem Know-How ist die Lehmann-UMT GmbH laut eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter für solche Spezialgeräte. "Es gibt noch andere Transportsysteme für Polarexpeditionen, zum Beispiel aus Russland. Unsere Technologie ist aber einzigartig", sagt Sprecherin Lausmann. Aufträge wie der aktuelle Polarschlitten gehören aber nicht zum Alltag der vogtländischen Firma. Der Schwerpunkt liegt in der Filter- und Fördertechnik. Das Unternehmen engagiert sich laut eigener Aussage auch in der Forschung und Entwicklung im Bereich der Umwelttechnik.

Quelle: PM/MDR/mwa

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 24.10.2017 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2017, 15:52 Uhr

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