Ein Mann sitzt im Führerstand eines GPS-gesteuerten Mähdreschers.
Ronny Thümer von der Agraset Naundorf e. G. lässt seinen Mähdrescher zentimetergenau steuern. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Landwirtschaft 2.0 Traktoren in Sachsen navigieren in Zukunft zentimetergenau

"Wenn im Märzen der Bauer..." - soweit das Volkslied. Die Landwirtschaft im 21. Jahrhundert setzt auf Elektronik, auf "Smart Farming" und "Precision Farming". Dabei geht es um jeden Zentimeter Ackerland.

Ein Mann sitzt im Führerstand eines GPS-gesteuerten Mähdreschers.
Ronny Thümer von der Agraset Naundorf e. G. lässt seinen Mähdrescher zentimetergenau steuern. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Seit Freitag ist für die Landwirtschaft in Sachsen der amtliche Satellitenpositionierungsdienst SAPOS freigeschaltet. Das System korrigiert in Echtzeit die Signale verschiedener Navigationssysteme. Damit ist für Landwirte ab sofort ein zentimetergenaues Navigieren auf den Äckern möglich. So soll es zum Beispiel ab jetzt möglich sein, Pflanzenschutzmittel absolut gezielt auszubringen.

Jan Gumpert von der Agraset Naundorf e.G. ist überzeugt, dass sich die neue Technik auszahlt. "Das bringt ziemlich sicher zehn Prozent Effizienzsteigerung. Das heißt, ein Mähdrescher schafft am Tag nicht mehr 20, sondern 22 Hektar, wenn die Maschine auf den Zentimeter genau auf dem Feld hin- und herfährt."

Ein Mähdrescherfahrer sitzt in seiner Kabine und bedient ein Navigationsgerät.
Landwirtschaft 2.0: große Maschinen, die präzise eingesetzt werden, um Ressourcen zu schonen und Erträge zu erhöhen. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

SAPOS SAPOS ist der Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung. Er ermöglicht die satellitengestützte Positionsbestimmung bis auf den Zentimeter genau. Der Dienst ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vermessungsverwaltungen der Bundesländer.
In Sachsen werden 18 Referenzstationen betrieben. Sie empfangen und verarbeiten kontinuierlich Daten der US-amerikanischen und russischen Satellitennavigationssysteme GPS und GLONASS. Daraus werden Korrekturdaten berechnet, die der Nutzer - zusätzlich zu den direkt empfangenen Satellitensignalen - für eine hochgenaue Positionierung benötigt.

Landwirtschaftsminister sieht große Chancen in digitalen Technologien

Der sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt, der am Freitag gemeinsam mit Innenminister Roland Wöller den Startschuss für SAPOS gab, erhofft sich einen Vorschub für die Landwirtschaft. "Die Verbindung von digitalen Technologien und Landwirtschaft bietet enorme Chancen und laufend neue Anwendungsmöglichkeiten. Mit dem SAPOS-Korrektursignal können Potenziale von Smart Farming noch besser genutzt und ein großer Beitrag für den Umwelt- und Ressourcenschutz erbracht werden", sagte er.

Der Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen stellt die Korrekturwerte für die empfangbaren Satelliten kostenfrei im Sekundentakt zur Verfügung. Die gemessene Position ist für den Landwirt jederzeit wiederherstellbar, wenn die Feldarbeit witterungsbedingt unterbrochen werden muss.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.09.2018 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 19:18 Uhr

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