Eine Gruppe Radsportler sprintet von der Startlinie weg auf dem Sachsenring.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Mit schnellen Beinen gegen die Kälte Radrennklassiker auf dem Sachsenring

Die Radrennen auf dem Sachsenring sind genauso legendär wie die Motorradrennen. Selbst eine Rad-Weltmeisterschaft wurde 1960 in Hohenstein-Ernstthal ausgetragen. Damals ebnete "Täve" Schur seinem Mannschaftskameraden Bernhard Eckstein durch eine taktische Meisterleistung den Weg zum WM-Titel. Doch auch das Rennen "Rund um den Sachsenring" hat mit seiner 66. Auflage das Zeug zur Legende.

Eine Gruppe Radsportler sprintet von der Startlinie weg auf dem Sachsenring.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Pünktlich neun Uhr startete am Karsamstag der erste Wettbewerb beim Radrennen "Rund um den Sachsenring". Mehr als 400 Fahrer aus ganz Deutschland ließen sich von den sehr vorfrühlingshaften Bedingungen nicht abhalten und gingen in den sechs Rennen an den Start. Allein 65 Radfahrer trotzten beim Jedermannrennen über 52 Kilometer den Temperaturen von kaum mehr als acht Grad und dem trüben Wetter. Viele von ihnen waren schon in den vergangenen Jahren hier am Start, denn im 15. Jahr in Folge ist der Grand-Prix-Kurs auf dem Sachsenring der sächsische Frühjahrsklassiker. Veranstaltet wird das Rennen vom "Verein Internationales Radrennen rund um den Sachsenring".

Dietmar Lohr - die gute Seele des Rennens

Dietmar Lohr, Organisator des Radrennens, steht an der Rennstrecke.
Dietmar Lohr organisiert das Radrennen "Rund um den Sachsenring". Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Dietmar Lohr, der selbst in den 1970er- und 1980er-Jahren Radsportler war, organisiert seit 15 Jahren die Radrennen auf dem Sachsenring. Was nach Routine klingt, ist jede Menge Detailarbeit, damit das Osterrennen glatt über die Bühne gehen kann. Unterstützung erhält Lohr dabei von mehr als 50 anderen Radsportenthusiasten, aber auch von Sponsoren und Partnern, ohne die das Rennen nicht stattfinden könnte. "Aber wir haben alle Spaß dabei. Und das ist neben der sportlichen Herausforderung für die vielen Aktiven in allen Altersklassen und für die Hobbyfahrer doch das Wichtigste", bekennt er.
Wolfgang Schoppe, im Sächsischen Radsportverband für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich, klopft Dietmar Lohr während des Interviews anerkennend auf die Schulter. "Hut ab! Was er und seine Mitstreiter auf die Beine gestellt haben in den letzten Jahren, das kann sich wirklich sehen lassen."

Drei Radsportler hintereinander auf der langen Zielgeraden.
Auf der lang ansteigenden Zielgeraden hatten alle Fahrer zu kämpfen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Kurzer, aber schwieriger Kurs

Die 3,5 Kilometer lange Grand-Prix-Strecke, auf der sonst PS-starke Motorräder ihre Runden drehen, hält für die Radsportler jede Menge Herausforderungen bereit. Kurze steile Anstiege wechseln auf kurvenreicher Strecke mit schnellen Abfahrten. Auf den 15 Runden des langen Jedermannrennens über 52 Kilometer kommen so mehr als 1.000 Höhenmeter zusammen. Viele kleine "Scharfrichter", die das Feld schnell auseinanderzogen.

Eine Gruppe Radsportler auf der Rennstrecke am Berg.
Mehr als 1.000 Höhenmeter hatten die "Jedermänner" zu bewältigen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Vater und Sohn - Konkurrenten auf der Strecke

Als Familienunternehmen starteten die Scheibners aus Chemnitz. Vater Peter und sein Sohn Tom absolvierten das Jedermannrennen, Mutter Heike hatte ihre beiden Starter stets im Blick. Peter Scheibner ist vom Radsportvirus schon lange infiziert. Er fuhr früher in der DDR-Nationalmannschaft, hat allerdings heute durch berufliche Verpflichtungen nicht mehr so viel Zeit für das Training. In dieser Saison hat er "erst" 1.000 Trainingskilometer in den Beinen.

Gruppenbild mit zwei Radsportlern und einer Frau.
Familienunternehmen: Vater Peter Scheibner, Mutter und Teamchefin Heike mit ihrem Sohn Tom. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Seine Frau Heike, die "Teamchefin zu Hause, wie auch auf der Rennstrecke", wie er lachend betont, lernte er schon in seiner aktiven Zeit als Physiotherapeutin kennen. Sohn Tom fährt erst seit drei Jahren Straßenrennen, hat aber in diesem Jahr schon 2.500 Kilometer zur Vorbereitung auf die Rennsaison abgespult. "Der Kurs mit seinen vielen kleinen Anstiegen ist ziemlich schwer, was den Wettkampf heute zu einem echten Ausscheidungsrennen gemacht hat", meint er.

Allerdings gehörte er am Ende der 52 Kilometer nicht zu den Abgehängten, sondern stand auf dem Siegertreppchen. Er erreichte Platz zwei hinter Christian Müller aus Murg (Baden-Würtemberg), der nur ein paar Sekunden schneller war. Der Drittplatzierte in diesem Rennen war Tom Hoffmann aus Dresden.

Drei Radsportler stehen auf einem Siegerpodest.
Glückliche Sieger: Christian Müller (1. Platz), Tom Scheibner (2. Platz) und Tom Hoffmann (3. Platz). Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Im Laufe des Renntages gingen noch die Schüler U15, die Jugend U17, die Senioren, die Junioren U19 und die Elite auf den Kurs. Der zweite radsportliche Höhepunkt in diesem Jahr, die 67. Auflage von "Rund um den Sachsenring", führt am 26. August durch die Innenstadt von Hohenstein-Ernstthal und wird damit auf Teilen des alten WM-Kurses ausgetragen.

Quelle MDR/tfr

Zuletzt aktualisiert: 31. März 2018, 18:31 Uhr

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