Auf frischer Tat ertappt Serien-Reifenstecher in Chemnitz gefasst?

Seit zwei Jahren treibt ein Reifenstecher in Chemnitz sein Unwesen. Jetzt hat die Polizei einen 57-Jährigen auf frischer Tat erwischt und geht davon aus, dass er der mutmaßliche Serientäter ist.

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Symbolbild Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Chemnitzer Polizeibeamte haben in der Nacht zum Mittwoch einen Reifenstecher auf frischer Tat gestellt. Laut Polizei hatte er zuvor an insgesamt fünf Fahrzeugen auf dem Chemnitzer Sonnenberg Reifen zerstochen. Die Beamten stellten bei dem Mann mögliche Beweismittel sicher.

In den vergangenen zwei Jahren wurden in Chemnitz über 500 Mal Reifen an Pkw zerstochen. Laut Polizei gehen die Ermittler bei mindestens 110 Fällen davon aus, dass sie von dem in der Nacht gestellten Mann begangen wurden. Um die Zusammenhänge zwischen den Taten belegen zu können, werteten die Kriminalisten die Tatorte sowie die jeweiligen Begehungsweisen aus. Auf die Spur des 57-Jährigen kamen sie durch Aufnahmen von Überwachungskameras. Nach seiner vorläufigen Festnahme in der Nacht zum Mittwoch wurde der Tatverdächtige in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft wieder freigelassen. Die Ermittlungen dauern an.

Nach dem Serien-Reifenstecher wurde seit Mai 2018 auch öffentlich mit Foto- und Videoaufnahmen aus Überwachungskameras gefahndet. Der von ihm angerichtete Sachschaden summiert sich nach Angaben der Polizei auf rund 70.000 Euro. Im Visier hatte er hauptsächlich Autos, die im Parkverbot abgestellt waren. Die Serie zog sich fast durch das gesamte Stadtgebiet. Betroffen waren Autofahrer in Gablenz, auf dem Sonnenberg, im Lutherviertel und auf dem Kaßberg. Einige Fälle wurden auch aus dem Stadtzentrum und dem Einkaufszentrum in Röhrsdorf gemeldet.

Quelle: MDR/nk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.07.2018 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2018, 19:33 Uhr

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10 Kommentare

27.07.2018 11:46 Pattel 10

Na ich hoffe doch das der Mensch Gesetzes konform seine Strafe erhält.
Ob er für alle Fälle haftbar ist, ist ja noch offen.

Was ihn dazu getrieben hat weiß nur er!

27.07.2018 10:40 Viva Saxonia 9

Für den nun doch schon etwas älteren Knaben war es wohl besser die Polizei erwischt ihn auf frischer Tat, als einer der Autobesitzer. Ist es den "amtlich", dass dieser "Hobby-ABV" fast nur Falschparker "abgestraft" hat?

27.07.2018 09:08 mare nostrum 8

Respektlosigkeit vor den Menschen, Bosheit, Verrohung im Alltag, Größenwahn und Hartherzigkeit sind die Symptome unserer Zeit.

Es verwundert mich nun, dass man sich hier wundert: Flößen Autoreifen gar mehr Mitleid ein als Mitmenschen?

26.07.2018 22:53 part 7

Manchmal kann man solche Leute sogar ein wenig verstehen, gibt es doch ausreichend Autobesitzer, die nur Müll in ihrer Garage haben aber öffentliche Parkplätze belegen, oder sich zu fein dafür sind ihre eigene Grundstückseinfahrt zu nutzen oder gleich zwei Parkplätze belegen müssen weil sie nicht richtig einparken können. Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme, auch im ruhenden Verkehr, das war einmal früher. Heute zählt nur noch Hauptsache Ich, Ich und noch mal Ich, verbunden mit Bequemlichkeit. Dazu kommen noch Kommunalpolitiker denen es so etwas von egal ist wo ihre Bürger im Wohngebiet ihre Autos hinstellen können, das der Parkdruck bald ins unermessliche gesteigert wird. Was hier zu Tage getreten ist bei diesem Täter hat seine Ursache wohl auch in gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, möchte man meinen?

26.07.2018 21:24 Mediator 6

Tja dass bei so einem Serientäter nicht alle Schrauben fest angezogen sind, davon kann man ausgehen. Interessant ist aber, was solch einen Täter motiviert seinen sicherlich gefühlten Frust oder Hass in kriminelles Handeln umzusetzen.

Da sind wir dann ganz schnell wieder bei den Hasspredigern unserer Gesellschaft, die ganz gezielt und bewusst die Sicherungen bei manchen Menschen durch ihre Hetze ausschalten. Wer propagiert, dass man auf Anstand scheißen kann, der befördert eben auch, dass jeder frustrierte Typ plötzlich glaubt, dass er so etwas wie ein <Notwehrrecht> hat, wenn ihn der Straßenverkehr aufregt, jemand falsch auf dem Anwohnerparkplatz steht oder Flüchtlinge in der Stadt untergebracht werden.

Gegenseitige Toleranz und Anstand scheint mir nicht das Schlechteste für ein friedliches und gedeihliches Miteinander zu sein.

26.07.2018 18:42 MuellerF 5

@4: Haft ist, abgesehen von Untersuchungshaft eben eine Strafe in D. . Wenn also ein Richter bei einem Verdächtigen keine Haftgründe sieht (Flucht-,Verdunklungs,- oder Wiederholungsgefahr), bleiben Verdächtige bis zur gerichtlichen Feststellung der Schuld auf freiem Fuß. Es besteht ja auch immer noch die Möglichkeit, dass der Falsche gefasst wurde-dann würde man einen Unschuldigen einsperren. Die Polizei hat in dieser Sache jedenfalls keinerlei Entscheidungsgewalt.

26.07.2018 18:03 Omsewitzerin 4

Endlich hat die Polizei den- Reifenstecher- geschnappt. So dachte ich...
Mir fehlt jegliches Verständnis, dass so ein Verbrecher wieder auf freiem Fuß ist...
Also normal ist so ein Verhalten für einen 57-jährigen nicht. Ich vermute auch, dass bei dem Mann eine schwere seelische Störung vorliegen könnte.
Wer kann garantieren, dass der Typ seine Reifenstecherei nicht erneut aufnimmt?

26.07.2018 16:25 Wachtmeister Dimpfelmoser 3

@ 15:42 | Ingo: Vielleicht musste er das Messer ja abgeben?

26.07.2018 15:42 Ingo 2

Warum lässt solche Leute wieder auf freiem Fuß.Damit sie weiterhin Reifen zerstechen können? Fehl mir jegliches Verständnis .

26.07.2018 14:30 Morchelchen 1

57 Jahre und kein Bisschen weise... Meine Güte, wie mag es in seinem Kopf aussehen, wenn der es wirklich war? Wie desillusioniert muss ein Mensch sein, wie gefühlsarm, wenn er kein anderes Hobby hat, als andere Menschen zu schädigen? Der Reifenstecher von Chemnitz ist meiner Meinung nach nicht nur ein Fall fürs Gericht, sondern noch fällig für eine lange Therapie bei einem kompetenten Psychiater!

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