Bürgerverein startet Bau-Projekt Mühle in Chemnitz-Rottluff wird Kulturzentrum

Ein Plakat von Karl Schmidt-Rottluff hängt an einer unverputzten Wand
Die alte Mühle, in der der Maler Schmidt-Rottluff seine ersten Lebensjahre verbrachte, soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

In die Rottluffer Mühle in Chemnitz zieht in den nächsten Monaten Leben ein. Der Förderverein Karl Schmidt-Rottluff hat am Freitag den Startschuss für umfangreiche Bauarbeiten an dem mehr als hundert Jahre alten Bauwerk gegeben. "Wir wollen hier aus dem ehemaligen Wohnhaus des Chemnitzer Malers Karl Schmidt-Rottluff ein Kulturzentrum machen", sagte die stellvertretende Vereinschefin Gisela Bauer MDR SACHSEN. Damit wolle der Verein die Person und das Werk des expressionistischen Malers würdigen und einem größeren Kreis von Interessierten zugänglich machen. Karl Schmidt wurde 1884 in Rottluff als Sohn eines Müllers geboren. 1905 fügte der Mitbegründer der Dresdner Künstlergruppe "Brücke" seinem Familiennamen den Zusatz "Rottluff" hinzu.

Start für ersten Bauabschnitt

Am Vormittag rückten zwei Bagger an und begannen mit umfangreichen Schachtarbeiten. "Wir werden in den nächsten drei Wochen das Gebäude an die Elektro-, Gas- und Wasserversorgung anschließen", so Bauer.

Ein Großes Gebäude mit der Aufschrift Mühle Chtz-Rottluff
Im ersten Bauabschnitt soll die Mühle wieder an das Wasser-, Gas und Stromnetz angeschlossen werden. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Damit wolle der Verein eine Grundlage für die spätere Sanierung der historischen Mühlentechnik schaffen. Denn Schmidt-Rottluff stammte aus einer Müller-Familie und die originale Mühle ist noch weitgehend erhalten. Um sie zu überholen und wieder gangbar zu machen, hat der Verein Fördergelder und einen Spezialisten aufgetrieben. "Wenn alles klappt kann der Mühlenbauer noch im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen", gibt sich Vereinschefin Brigitte Pfüller optimistisch.

Mühle soll Kulturzentrum werden

Die Arbeiten an und in der Mühle werden aus Spendenmitteln und Fördergeldern finanziert. "Allein die jetzigen Tiefbauarbeiten und der Anschluss an die Medien kostet etwa 50.000 Euro", rechnet Bauer vor. Weitere 160.000 Euro Fördergelder vom Bund sind für die Reparatur und Restaurierungsarbeiten an der Mühlentechnik vorgesehen.

Zwei Frauen stehen an einer alten Getreidemühle
Gisela Bauer und Brigitte Pfüller (v.l.) vom Förderverein vor der alten Getreide-Mühle. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Das Äußere der alten Mühle wurde schon vor Jahren renoviert. "In den nächsten Jahren wollen wir auch die Innenräume wieder auf Vordermann bringen. Hier wollen wir dann Veranstaltungen und Ausstellungen organisieren", so Vereinschefin Pfüller. Ein Zeitplan stehe zwar noch nicht fest, aber 2025 wäre ein gutes Ziel. "Denn dann hat die Bewerbung von Chemnitz zur Europäischen Kulturhauptstadt hoffentlich Erfolg gehabt."

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.03.2018 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 16. März 2018, 17:16 Uhr

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