19.05.2020 | 15:59 Uhr Stromlinienförmiger Silberpfeil rollt in Chemnitz ins Museum

Ein älterer Mann im Nachbau eines Silberpfeils
Bildrechte: MDR/Ines Rudelt

In Chemnitz ist der letzte von DKW entworfene F9-Sportwagen zum Leben erweckt worden. Das nachgebaute Rennauto kam am Dienstagmittag in das sächsische Fahrzeugmuseum. Gezeigt wird dieser "Silberpfeil" ab 20. Mai innerhalb der Sonderausstellung "Fix voran mit Frontantrieb - 90 Jahre DKW-Rennwagen".

Kriegspolitik verhinderte Rennwagen-Bau

Das Fahrzeug wurde nach Originalunterlagen von Frieder Bach gebaut. Der Oldtimersammler und Gründer des sächsischen Fahrzeugmuseums hatte nach eigenen Angaben für eine Museumsausstellung recherchiert, als ihm eine Zeichnung von 1940 in die Hände gefallen sei. "Es war eine Skizze für den letzten Sportwagen, den DKW unter dem Dach der Auto Union bauen wollte", sagte Bach. Der Sportwagen sollte beim Rennen Berlin - Rom 1938 starten. Dazu kam es nicht mehr, weil die Nationalsozialisten den Weltkrieg vorbereiteten. Die Sportabteilung der Auto Union wurde aufgelöst und in die Räume zogen Produktionsabteilungen für die Rüstungsindustrie ein.

Waren die Skizzen wirklich echt?

Museumsgründer Frieder Bach hatte an der Echtheit der Skizzen zum offenen Zweisitzers offenbar keine Zweifel. "Die Echtheit erschloss sich aus der Unterschrift von Günther Mickwausch, der von 1932 bis 1945 wichtigster Formgestalter der Auto Union AG war", erklärte Bach dazu, der den Wagen mehr als sieben Jahrzehnte später unbedingt bauen wollte.

Rückblick: Die Auto Union und die Ursprünge der Silberpfeile - Auf Initiative der Sächsischen Staatsbank schlossen sich 1932 die Werke von Audi, Horch und die Zschopauer Motorenwerke/DKW zur Auto Union AG zusammen.
Gleichzeitig wurde mit den Wanderer Werken ein Kauf- und Pachtvertrag zur Übernahme der Wanderer Automobilabteilung abgeschlossen. Grund war die schwierige Geldsituation durch die Folgen der Weltwirtschaftskrise.
- Sitz des neuen Konzerns wurde Chemnitz.
- Das Firmenlogo zeigte vier ineinander verschlungene Ringe. Sie standen für die Einheit der vier Gründerfirmen. Die Markennamen Audi, DKW, Horch und Wanderer blieben vorerst.
- Die Rennwagen der Auto Union, wie auch von Mercedes, hießen wegen ihrer Farbe "Silberpfeile".
- Die Auto Union-Rennwagen beschleunigten 1936 auf den langen Geraden der Avus bis auf 380 km/h.

Quellen: Audi AG, sächsisches Fahrzeugmuseum Chemnitz e.V.

Ein älterer Mann im Nachbau eines Silberpfeils
Bildrechte: MDR/Ines Rudelt

Bach kam in Kontakt mit dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz. Die Experten bauten dort mit einem speziellen Blechumformverfahren die wichtigsten Teile für die stromlinienförmige Karosserie nach, Ausstattung und Details fügte Frieder Bach hinzu. Nun kann der Rennwagen bis zum 4. Oktober 2020 im Chemnitzer Museum betrachtet werden.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.05.2020 | 19:00 Uhr

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