Benjamin Jahn balanciert knieend auf einer slackline.
Der Chemnitzer Benjamin Jahn bewegt sich auf dem schmalen Band, als wäre es der Boden. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Auf schwankendem Band 12. Slackfest in Chemnitz

Hochseilartisten begeistern im Zirkus seit jeher das Publikum. Mühelos balancieren die Akrobaten in luftiger Höhe. Mittlerweile trauen sich das aber auch viele andere - nicht auf dem Seil, sondern auf der Slackline.

Benjamin Jahn balanciert knieend auf einer slackline.
Der Chemnitzer Benjamin Jahn bewegt sich auf dem schmalen Band, als wäre es der Boden. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Von Freitag bis Sonntag war Chemnitz wieder der Treffpunkt der Slackliner, denn im Küchwald hat das 12. Chemnitzer Slackfest stattgefunden. Veranstalter des ältesten Festivals für Slackliner in Europa sind die solaris FZU gGmbH Sachsen, der Walden e.V. und Slacklive Chemnitz. Hendrik Hadlich vom Walden-Verein steht selbst oft auf der Line und sagt: "Sie zwingt mich ins hier und jetzt. Bei meiner Arbeit muss ich planen und in die Zukunft denken. Die Line fordert das Gegenteil. Volle Konzentration auf mich, auf den Moment."
Auch für Mitorganisator Benjamin Jahn ist die Line unverzichtbar: "Für mich ist das die völlige Freiheit. Ich kann meine Grenzen austesten." Er weist das Attribut "bester Slackliner in Chemnitz" weit von sich - steht aber einen Moment später auf der Line, als wäre sie mit ihm verwachsen.

Benjamin Jahn balanciert im Handstand auf einer slackline.
Otto Normalbürger hätte mit dieser Übung wohl auf festem Boden schon Probleme... Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Slacklinen nennt man Balancieren auf einem zwischen 1,8 und fünf Zentimeter breiten Gurt, der zwischen zwei Befestigungspunkten (Bäumen, Fassaden oder Felsen) gespannt wird. Dieser Gurt wird Slackline genannt und kann ins Deutsche mit "schlaffer Leine" übersetzt werden.
Die Trendsportart wurde in den 1980er Jahren in den USA entwickelt und fand in den letzten Jahren in Europa mehr und mehr Anhänger.

Volles Programm für die Balancekünstler

Auf dem Programm des dreitägigen Festes standen am Freitag die ersten Wettkämpfe beim "Team-Staffel-Line-Run". Dabei müssen die Teams eine Distanz von 150 Metern in möglichst kurzer Zeit bewältigen.

Am Sonnabend begannen ab 13 Uhr die Wettkämpfe auf dem schmalen Band. Zuerst stand "Line run" auf dem Programm, ab 15 Uhr konnten die Teilnehmer beim "Trickline" zeigen, was mit Körperbeherrschung, Konzentration und Kraft alles möglich ist. Außerdem gab es Workshops rund um die Sportart und am Abend Filme und Tanz in die Nacht.

Der Sonntag war den hohen Sprüngen auf der Line vorbehalten. 13 Uhr war Start für den "High Jump Contest". Am Wochende war das Slackfest auch deswegen ein Fest, weil die Besucher verschiedene Slacklines ausprobieren oder bei Musik, Speisen und Getränken einfach nur zuschauen konnten.

Robby Speck, Benjamin Jahn und Hendrik Hadlich stehen vor Bäumen und einer gespannten Slackline.
Robby Speck, Benjamin Jahn und Hendrik Hadlich organisieren das 12. Chemnitzer Slackfest im Küchwald. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.08.2018 | 16:10 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 12. August 2018, 17:52 Uhr

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