Lupe und Rotstift über der Zeitungsrubrik Wohnraumvermietungen
Zuzügler können hauptsächlich mit attraktiven Städten und guter Infrastruktur angelockt werden. Bildrechte: IMAGO

14.07.2019 | 16:52 Uhr Städtevergleich der IHK Chemnitz: Bevölkerungsverlust bleibt größte Herausforderung

Die demografische Entwicklung in Südwestsachsen ist problematisch. Das zeigt der Städtevergleich 2019 der IHK Chemnitz. Von den 20 untersuchten Mittelzentren haben viele mit Überalterung zu kämpfen.

Lupe und Rotstift über der Zeitungsrubrik Wohnraumvermietungen
Zuzügler können hauptsächlich mit attraktiven Städten und guter Infrastruktur angelockt werden. Bildrechte: IMAGO

Die Kommunen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Chemnitz haben mit Überalterung, sinkenden Geburtenzahlen und Abwanderung zu kämpfen. Das zeigt der statistische Städtevergleich der IHK Chemnitz 2019. In vielen Städten sind demnach bereits mehr als 30 Prozent der Einwohner älter als 65 Jahre. Hingegen machen die unter 15-Jährigen nur zwölf Prozent der Bewohner aus. Damit bleibt der Umgang mit dem Bevölkerungsverlust die große Herausforderung - so das Fazit. Einzig Freiberg und Plauen verzeichneten seit 2011 Zuwächse, heißt es.

Trotzdem konnten viele Städte den Abwanderungstrend stoppen, neben Plauen auch Mittweida und Stollberg. Die für Zuzügler attraktiven Städte bieten nach Angaben der IHK neben interessanten Arbeitsplätzen auch eine gute Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur. Die besten Ergebnisse lieferten Döbeln, Zwickau und Marienberg. Döbeln punktet mit einer jungen Bevölkerung, Zwickau mit seiner Wirtschaft und Marienberg mit guter Bildung. Attraktive Arbeitsplätze bremsen den Wegzug aus. Zudem erzielen Orte mit einem starken Industriesektor wie Oelsnitz/Vogtland oder Stollberg zumeist höhere Steuereinnahmen. Schneeberg und Auerbach/Vogtland verzeichnen eine hohe Zahl an Übernachtungen pro Einwohner.

Doch es gibt auch Schattenseiten. Viele Städte haben beispielsweise Defizite in der Infrastruktur. So benötigen Autofahrer von Annaberg-Buchholz aus die meiste Fahrzeit, um zur nächstgelegenen Autobahnauffahrt zu gelangen. In Auerbach sind erst 35 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet versorgt, in Annaberg-Buchholz und Reichenbach im Vogtland gibt es dagegen mit 98 bzw. 94 Prozent beinahe Vollversorgung in Sachen schnelles Internet.

Der Städtevergleich der IHK analysiert 20 Mittelzentren der Region sowie die Oberzentren Plauen und Zwickau. Chemnitz wird aufgrund der hohen Einwohnerzahl nicht berücksichtigt. Untersucht wurden 32 Kriterien aus den Bereichen Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaft und Arbeitsmarkt, kommunale Standortbedingungen und Bildung.

Quelle: MDR/bpf/nk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.07.2019 | 05:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Chemnitz

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