Das erste Eisen nach dem Auswechseln der Hammerwelle schmieden Jörg Scharnack (l) und Bernd Schreiter am 18.11.2014 im Frohnauer Hammer in Annaberg-Buchholz (Sachsen).
Auch der Frohnauer Hammer lädt zum Tag des traditionellen Handwerks ein. Bildrechte: dpa

20.10.2019 | 10:08 Uhr Handwerker im Erzgebirge laden ein

Das erste Eisen nach dem Auswechseln der Hammerwelle schmieden Jörg Scharnack (l) und Bernd Schreiter am 18.11.2014 im Frohnauer Hammer in Annaberg-Buchholz (Sachsen).
Auch der Frohnauer Hammer lädt zum Tag des traditionellen Handwerks ein. Bildrechte: dpa

Von Altenberg bis Jahnsdorf, von Oberwiesenthal bis Halsbrücke – viele Handwerksbetriebe im Erzgebirge beteiligen sich am Sonntag am Tag des traditionellen Handwerks. Er findet bereits zum 20. Mal statt und passt sich gut in die "Montanregion Erzgebirge" ein, die in diesem Jahr UNESCO-Welterbe geworden ist. So kann - neben dem Bergbau - ein weiterer traditioneller Erwerbszweig in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt werden. Ob drechseln, schmieden, schnitzen, weben - fast alle mit dem Handwerk im Erzgebirge verbundenen Traditionen finden sich auf der Teilnehmerliste.

Mitmachangebote sehr beliebt

Viele Unternehmen ermöglichen den Zuschauern, selbst Hand anzulegen und eigene Kunstwerke zu schaffen. So haben sie die Qual der Wahl: In der Zinngrube Ehrenfriedersdorf beispielsweise können sich die Gäste einen eigenen Edelstein schleifen, in der Volkskunstschule Schwarzenberg dürfen Kinder selbst klöppeln und filzen, in der Glasbläserei Hellbach Brand-Erbisdorf können eigene Glaskugeln hergestellt werden und in der Papiermühle in Zwönitz steht Papierschöpfen auf dem Programm. Zudem wird in den Werkstätten auch gerne mit Besuchern geplaudert und gefachsimpelt.

Programmübersicht (Auswahl)

Gespickt mit Rahmenprogrammen, wie Bastel- und Mitmachangebote, Musik und Führungen ist dieser Tag innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte zu einem beliebten Ausflugtipp im Herbst geworden. Das Programm und alle beteiligten Werkstätten sind auf der Webseite des Tourismusverbandes Erzgebirge e.V. veröffentlicht. Hier können sich Interessierte auch anhand einer Karte ihre Werkstatttour vorab zusammenstellen

Es sind auch jeweils Hinweise zur Barrierefreiheit der Veranstaltungsorte angegeben. Folgende Werkstätten und Museen sind zum Beispiel mit dem Rollstuhl erreichbar:

Ernst F. Ullmann Destillation & Likörfabrik Lauterbach Wolkenstein OT Hilmersdorf-Heinzebank  
Hans Werner Gassmann Bobritzsch-Hilbersdorf OT Niederbobritzsch  
Hess-Holzspielzeug GmbH & Co. KG Olbernhau 1. Erdgeschoss für Rollstuhlfahrer zugänglich.
Konditorei • Bäckerei • Café Schmiedl Kurort Oberwiesenthal Für Rollstuhlfahrer geeignet, jedoch keine rollstuhlgerechten Toiletten
Museum Saigerhütte - Kupferhammer Olbernhau Olbernhau Kupferhammer ist für Rollstuhlfahrer zugänglich; Ausstellung nicht
Metallbau Gunter Strauß Schmiedemeister Dorfchemnitz OT Voigtsdorf  
Der Kettensägenschnitzer Markus Baumgart Dorfchemnitz OT Voigtsdorf  
Drechslerei Schalling Kurort Seiffen Verkaufsausstellung barrierefrei erreichbar, Werkstatt nur teilweise
Wiesenthaler K3 Kurort Oberwiesenthal Fahrstuhl und entsprechende Toiletten vorhanden.
Wendt & Kühn - Figurenwelt Seiffen Kurort Seiffen Erdgeschoss ist für Rollstuhlfahrer zugänglich. 
Köhlerverein Erzgebirge e. V. - Köhlerei an der Talsperre Sosa Eibenstock OT Sosa  
Drechslerei Marc Thierfelder 09392 Auerbach  
Bürsten- und Heimatmuseum Schönheide Schönheide Erdgeschoss für Rollstuhlfahrer zugänglich.
Werkshaus Schneeberg Schneeberg  
Interessengruppe Heimathaus Clausnitz Rechenberg-Bienenmühle OT Clausnitz auch Toiletten
Betten- und Schlafmuseum Freiberg Rampe und Treppenraupe für obere Etage vorhanden.
Stickereimuseum Eibenstock Eibenstock Zugang über Hintereingang des Museums, Behindertenlift bis in 1.OG / Funke Stickerei nur bedingt geeignet für Rollstuhlfahrer
Freibergsdorfer Hammer Freiberg bedingt für Rollstuhlfahrer zugänglich

In der Region Chemnitz arbeiten besonders viele Handwerker. An den 25,8 Milliarden Euro, die die mehr als 36.000 sächsischen Handwerksbetriebe erwirtschaftet haben, fallen 41 Prozent auf den Bezirk Chemnitz. Das hat die letzte Handwerkszählung im Jahr 2016 ergeben. Demnach hat der Handwerkskammerbezirk Chemnitz die größte Handwerksdichte.

Chemnitz | mehr als zehn Handwerksunternehmen je 1.000 Einwohner
Dresden | knapp neun Handwerksunternehmen je 1.000 Einwohner
Leipzig | mehr als sieben Handwerksunternehmen je 1.000 Einwohner

Statistisch gesehen war 2016 demzufolge etwa jeder zwölfte Einwohner im Handwerkskammerbezirk Chemnitz im Handwerk tätig, im sachsenweiten Durchschnitt war es jeder 14. Bundesweit arbeitete 2016 jeder 15. Einwohner im Handwerk.

Quelle: MDR/nk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.10.2019 | 08:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2019, 10:05 Uhr

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