Einsturz einer Tribüne Katastrophenszenario im Auer Erzgebirgsstadion

Etwa 50 Jugendliche haben sich am Freitagabend Zutritt zur Baustelle im Auer Erzgebirgsstadion verschafft. Beim Klettern auf den Rängen kam es zur Katastrophe - eine Tribüne stürzte ein und begrub viele Personen unter sich.

Glücklicherweise stellte sich dieses Szenario nur als Ausgangssituation für eine Übung heraus. Das DRK Aue-Schwarzenberg, die Freiwillige Feuerwehr Aue, die Notfallambulanz des HELIOS-Klinikums sowie die Ortsverbände Aue, Annaberg und Reichenbach des Technischen Hilfswerks probten den Ernstfall. Gegen 20 Uhr erfolgte die Alarmierung der Rettungskräfte, die sich sofort auf den Weg zum Stadion machten.

Ein Feuerwehrauto fährt an der eingestürzten Tribüne vorbei
Die Freiwillige Feuerwehr Aue erreicht den vermeintlichen Ort der Katastrophe. Bildrechte: MDR/Daniel Unger

"Komplexübung" probt koordinierte Hilfe

Das im Umbau befindliche Stadion des FC Erzgebirge Aue bot eine perfekte Kulisse zur Darstellung einer realistischen Unfallsituation. Aus Chemnitz war eigens ein RUD-Team (Realistische Unfalldarstellung) des DRK angereist, um die Unfalldarsteller zu schminken und entsprechend der Verletzungsmuster zu unterweisen. Zur realistischen Darstellung des Geschehens gehörte auch die Sicherung der eingestürzten Tribüne durch die Kameraden des THW.

Für alle Beteiligten ein Kraftakt

Sechs Feuerwehrleute und DRK-Helfer bergen einen Verletzten auf der Tribüne
Das im Umbau befindliche Stadion des FC Erzgebirge Aue bot die perfekte Kulisse für die Übung. Bildrechte: MDR/Daniel Unger

Geprobt wurde vor allem das Zusammenspiel der einzelnen Rettungs- und Hilfsdienste unter Einbeziehung der Notfallaufnahme des HELIOS-Klinikums. Die Rettungskräfte wurden alle zum gleichen Zeitpunkt an den vermeintlichen Ort der Katastrophe geholt.

Björn Leuenberg, Kreisbereitschaftsleiter vom DRK-Kreisverband Aue-Schwarzenberg weiß, dass das Zusammmenspiel der Retter sofort funktionieren muss. "Es geht primär darum, Personen aus dem Gefahrenbereich zu retten. Das übernimmt die Feuerwehr. Wir übernehmen dann die Erstsichtung und leiten an der sogenannten Patientenablage die lebensrettenden Sofortmaßnahmen ein, um eine effektive Patientenversorgung durchführen zu können." Gegen Mitternacht waren alle "Verletzten" geborgen, versorgt und abtransportiert und damit das Ziel der Übung erreicht. Für alle Beteiligten ein Kraftakt, der aber zeigt, dass die Rettungskräfte vorbereitet sein müssen auf solche dramatischsten Situationen.

Zuletzt aktualisiert: 03. Juni 2017, 19:15 Uhr

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