14.06.2020 | 19:38 Uhr Andreas Pommer aus Eibenstock zum Förster des Jahres nominiert

Die Zeitschrift "Forstpraxis" sucht in diesem Jahr den "Förster des Jahres". Förster Andreas Pommer aus Eibenstock ist einer der Nominierten. Denn er hat seinen Forst in den vergangenen Jahren zukunftssicher umgebaut.

Eine Lichtung im Wald mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen.
Diesem Wald sieht man nicht an, dass der Förster Hand angelgt hat. Viele verschiedene Bäume und Pflanzen teilen sich die Fläche bei der "naturgemäßen Waldwirtschaft". Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Wenn man mit Andreas Pommer durch "sein" Revier bei Eibenstock streift, sieht man, dass dieser Wald anders ist als viele Wälder der Region. Keine Armada von Fichten, sondern verschiedene Nadel- und Laubbäume, Büsche und lichte Stellen mit Brombeeren und Blumen. Naturgemäße Waldwirtschaft nennt Pommer das, was hier in den vergangenen 30 Jahren entstanden ist. Pommer hat Wirtschaftlichkeit und Naturschutz gleichermaßen im Blick. "Wir müssen etwa neun Festmeter Holz pro Jahr produzieren, haben aber etwa zwölf Festmeter Zuwachs." Das zeige, dass man den Wald nicht als Monokultur zur Holzgewinnung missbrauchen müsse.

Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen

Andreas Pommer ist in Eibenstock aufgewachsen. Schon als Kind wollte er unbedingt Förster werden. Und so kam es auch. Doch dazu musste er erst einmal weggehen, zur Berufsausbildung und zum Studium. "Durch das Weggehen habe ich viel gelernt und eine ganz andere Sicht auf den Wald hier bekommen", sagt er.

Der Förster Andreas Pommer will mehr Natur in seinem Wald zulassen.
Der Förster Andreas Pommer steht an einem Tümpel im Wald. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Ich wusste, was ich mir vorstellen kann für den geschundenen Wald.

Andreas Pommer Leiter im Revier Eibenstock

Viele Bäume stehen aufgereiht an einem graubraunen Hang.
So wie diese Monokultur aus Fichten in einem Privatwald sah es auch im Eibenstocker Revier vor 30 Jahren aus. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Fehler der Vergangenheit werden behutsam reguliert

Pommer will die Artenvielfalt zurück in den Wald holen. Daher sind mit geringem finanziellen Aufwand an verschiedenen Stellen im Revier kleine Tümpel angelegt worden. Hier sind in kurzer Zeit wieder Amphibien und Insekten heimisch geworden. Neben den Waldwegen sorgen lichte Blühstreifen mit Büschen und Laubbäumen dafür, dass Insekten im Wald mehr Nahrung finden können.

Ein künstlich angelegter Tümpel im Wald mit Farnen am Ufer.
Kleine Tümpel locken Amphibien und Insekten an. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Noch gibt es viel zu tun, um einen Mischwald mit anderen Baumarten entstehen zu lassen. 93 Prozent der Bäume im Revier sind Fichten. Die Buche bringt es auf gerade drei Prozent. Die Tannen lassen sich sogar einzeln zählen. Von ihnen stehen genau 25 Bäume im gesamten Revier.

Jagd muss regulieren

Im natürlichen Gleichgewicht sei ein Wald in unserer Zeit aber nie, sagt Andreas Pommer. "Man muss natürlich den Wildbestand regulieren, sonst nutzen alle Versuche, den Wald umzubauen, nichts." Da keine Raubtiere für ein natürliches Gleichgewicht sorgten, müsse der Mensch eingreifen. "Wir müssen dafür auch keine Flächen mehr einzäunen, um die jungen Anpflanzungen zu schützen."

Online-Abstimmung für den Förster des Jahres

Weil der Eibenstocker Forst unter der Leitung von Andreas Pommer und seinem Vorgänger Klaus-Peter Trommer konsequent umgebaut wurde, macht sich der Revierleiter keine Sorgen um die Zukunft des Waldes. "Unser Wald wird überleben. Er wird nur anders aussehen, als wir ihn jetzt noch vielerorts kennen."

Vielleicht wird Pommers Engagement für den naturnahen Wald auch mit der Auszeichnung zum "Förster des Jahres" gewürdigt. Bei der Online-Abstimmung, die noch bis zum 19. Juni möglich ist, können nicht nur die Leser der Zeitung "Forstpraxis", sondern alle mitmachen. Auf seine Chancen angesprochen, lacht Andreas Pommer. "Natürlich wäre es schön, den Titel zu bekommen. Dann würde vielleicht noch bekannter werden, wie sich unser Wald hier verändert hat."

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 18.06.2020 | 19:00 Uhr

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