14.07.2020 | 11:34 Uhr DJV verurteilt Angriff auf Journalisten bei AfD-Veranstaltung

Fahnen der Partei Alternative für Deutschland (AfD) liegen vor Beginn der Wahlkampfveranstaltung der AfD in den Sitzreihen.
Der Vorfall ereignete sich auf einer AfD-Veranstaltung in Plauen. Bildrechte: dpa

Der Deutsche Journalistenverband Sachsen hat das Geschehen bei einer Parteiveranstaltung der AfD in Plauen verurteilt. Dort war es am Donnerstagabend offenbar zu einer Auseinandersetzung zwischen einem freien Journalisten und fünf Parteimitgliedern gekommen.

MDR SACHSEN liegen Videoaufnahmen des Vorfalls vor. Darin beruft sich der Journalist auf die Pressefreiheit bei einer öffentlichen Veranstaltung, wird von den Teilnehmern aber massiv bedrängt. "Ich wollte einfach nur ganz legitim von Redebeiträgen auf einer offiziell angemeldeten öffentlichen Versammlung berichten", beschreibt der freie Journalist sein Vorhaben im Nachgang.

Die Teilnehmer der Veranstaltung behaupten im ungekürzten dreiteiligen Video, das MDR SACHSEN vorliegt, immer wieder, dass die Veranstaltung nicht öffentlich sei. Vorab hatte die AfD Plauen aber auf Facebook die Veranstaltung als öffentlich beworben.

DJV Sachsen: Vorgehen ist durch nichts zu rechtfertigen

"Nach dem, was uns bekannt ist, waren Medien zur Veranstaltung der AfD eingeladen. Der betroffene Journalist hatte also das Recht die Veranstaltung zu besuchen und Ton- bzw. Bildaufnahmen zu machen", äußert sich der Deutsche Journalistenverband Sachsen (DJV Sachsen) auf Anfrage von MDR SACHSEN. "Das Vorgehen der Veranstaltungsteilnehmer ist durch nichts zu rechtfertigen", so der DJV.

Ich wurde erst bedrängt, bevor sich immer massiver auf mich gestürzt wurde.

Freier Journalist

Die Polizei schreibt in ihrer Medieninformation von einem Handgemenge. "Man hat mich 15 Minuten im Polizeigriff auf den Boden gedrückt und Knie in den Rücken gerammt", so der angegriffene Medienvertreter. Außerdem sei ihm weitere körperliche Gewalt angedroht worden.

Bei einer ambulanten medizinischen Behandlung waren im Nachgang Prellungen, Dehnungen und Zerrungen festgestellt worden und es waren verschreibungspflichtige Medikamente von Nöten, wie der 28-Jährige MDR SACHSEN bestätigte. Den Schock müsse er noch verarbeiten.

Kritische Berichterstattung ist nötig

Der Vorfall in Plauen stelle aus der Sicht des DJV Sachsen eine Missachtung der Presse- und Berichterstattungsfreiheit dar. "Dass mehrere Mandatsträger der AfD mittelbar und unmittelbar beteiligt waren, zeigt einmal mehr, wie nötig die kritische Berichterstattung hier ist", so der DJV Sachsen weiter.

Auf eine Anfrage zur Stellungnahme hat der AfD-Kreisverband Vogtland bislang nicht reagiert.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.07.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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